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Frauenorganisation abz*austria für innovative Arbeit ausgezeichnet

13.12.2012, Text: Bianca Friesenbichler, Redaktion/CONEDU
Der Wiener Verein erhielt nur wenige Tage nach der Prämierung durch den ESF-Innovationsaward auch den Staatspreis für Erwachsenenbildung 2012.
abz*austria, Verein zur Förderung von Arbeit, Bildung und Zukunft von Frauen, hatte im Dezember mehrere Gründe, stolz zu sein. Im 20. Jahr seines Bestehens erhielt der gemeinnützige Verein gleich zwei Auszeichnungen für seine innovative Arbeit: Das Projekt "Zukunftswege - Spielend an mein Ziel!" erhielt den Lifelong Learning Award 2012, die Einrichtung selbst den Österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung 2012 in der Kategorie Innovation.

Kontinuität als Innovation
André Schläfli, Mitglied der Staatspreis-Jury, hat in seiner Rede im Rahmen der Preisverleihung vor allem die Kontinuität und das 20-jährige Bestehen des Vereins gelobt. Viele gemeinnützige Vereine, die in den 1990er Jahren entstanden sind, haben sich inzwischen wieder aufgelöst, so Schläfli. Nicht so abz*austria, wo derzeit über 100 Mitarbeiterinnen beschäftigt sind. Das freut die Geschäftsführerinnen Manuela Vollmann und Daniela Schallert naturgemäß: "Ein besonderes Highlight war für uns die wunderbare Rede von Herrn Dr. Schläfli. Er hat auf so gelungene Art und Weise zusammenfasst, welche Visionen und Ziele wir vertreten. Schläfli betonte: "Der Organisation ist es gelungen, Angebote so zu entwickeln, dass sie langfristig bestehen und sich mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen ständig weiterentwickeln können." Das treffe den Kern ihrer Arbeit sehr genau, freuen sich die Geschäftsführerinnen.

Leitprinzipien Kontinuität, Transparenz und Reflexion
Als Leitprinzipien der Arbeit des abz*austria beschreiben die beiden auf Anfrage der Redaktion Kontinuität, Transparenz und Reflexion. Kontinuität wird zum Beispiel durch das Einarbeiten neuester Forschungsergebnisse in schon bestehende Angebote gewährleistet. Der Anspruch von Transparenz bezieht sich auf die den Angeboten zugrunde liegende Werteorientierung. Die laufende Reflexion schliesslich erfolgt gemeinsam mit AuftraggeberInnen und KundInnen während des Entwicklungsprozesses und in der Umsetzungsphase. "Bei erfolgreicher Umsetzung eines Angebots gibt die Wirkungsanalyse Aufschluss über die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des jeweiligen Produktes. Bei Erfolg eines Angebots standardisieren wir den Entwicklungsprozess." Außerdem sei abz*austria stets bemüht, die Bedingungen am Arbeitsmarkt vorausschauend mitzugestalten und mit den eigenen Leistungen ganzheitliche und nachhaltig wirksame Angebote zu schaffen.

Widerstand lustvoll begegnen
Auf die Frage, wie die Arbeit von abz*austria in den letzten 20 Jahren aufgenommen wurde, antworten die Geschäftsführerinnen: "Wir haben natürlich auch Widerstand erlebt. Manchmal waren unsere Ideen zu avantgardistisch. Wenn die Zeit für ein Thema noch nicht gekommen war, haben wir oft erlebt, dass unsere Ideen dann einige Jahre später gefragt waren." Es galt also manchmal nur abzuwarten, bis die Zeit reif für neue Ideen war. Gegen den Strom zu schwimmen stärke die Muskulatur, zitieren die beiden den Autor Gero Krieger.

Geschlechtergerechtigkeit längst noch nicht erreicht
Viele der aktuellen Projekte von abz*austria laufen bis einschließlich 2013. Eines davon ist "abz*kompetent und gesund - Innovative Modelle des active und productive Ageing in der mobilen Pflege". Es will in der mobilen Pflege beschäftige Frauen dabei unterstützen, Motivation und Arbeitszufriedenheit langfristig zu erhalten und eine aktive Gesundheitsförderung zu ermöglichen. Nächstes Jahr soll es eine ExpertInnentagung geben, in deren Rahmen die Ergebnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt präsentiert und diskutiert werden.

Langfristig sei nach wie vor die Vision von Geschlechtergerechtigkeit in Arbeit, Bildung und Wirtschaft das Ziel. "Wir haben immer gesagt, dass wir uns wünschen, dass dieses Ziel eines Tages erreicht ist und es uns als Organisation gar nicht mehr braucht. Soweit sind wir aber in 10 Jahren sicherlich noch nicht", kommentieren Vollmann und Schallert die Entwicklung. Sie wünschen sich eine massiv höhere Anzahl von Frauen in Führungspositionen, aber auch in handwerklich-technischen Bereichen sowie eine höhere Beschäftigungsfähigkeit älterer und jüngerer Frauen. Dafür müssten die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben als Managementthema etabliert und auch Männer für Gleichstellungsfragen gewonnen werden.

Vernetzung durch abz*circle
Für Menschen, die sich den Zielen von abz*austria verbunden fühlen, wurde "abz*circle" ins Leben gerufen. Mitgliedern dieses Circles können sich regelmäßig über die konkrete Arbeit von abz*austria informieren und sich auf einer Plattform mit anderen gleichstellungsorientierten Menschen vernetzen.

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