Im Gespräch mit Sol Haring zu Biografiearbeit in der Erwachsenenbildung
Schindler, Julia (2026): „Biografie hat ja was mit Sinnstruktur zu tun.“ Im Gespräch mit Sol Haring zu Biografiearbeit in der Erwachsenenbildung. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 57, 2026. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-57.
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Artikel als PDF herunterladendownloadIn diesem Gespräch mit Julia Schindler erörtert Sol Haring die wesentlichen Unterschiede und Verbindungen zwischen der Biografieforschung und der praktischen Biografiearbeit im Bereich der Erwachsenenbildung. Während die Forschung Lebensgeschichten primär analysiert und strukturell auswertet, zielt die pädagogische Arbeit darauf ab, Menschen bei der Sinnstiftung und der Bewältigung von Umbrüchen aktiv zu begleiten. Haring betont, dass biografische Prozesse keineswegs auf das Alter beschränkt seien, sondern in jeder Lebensphase helfen, Zukunftsperspektiven aus persönlichen Erfahrungen zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf ihrem innovativen Einsatz von Videografie, der es den Teilnehmenden ermöglicht, durch die visuelle Konfrontation mit der eigenen Erzählung in einen tieferen Reflexionsprozess zu treten. Letztlich plädiert sie für eine beziehungsorientierte Forschungshaltung, die die Subjektivität der Forschenden anerkennt und die Erzählungen der Klient*innen als wertvolles Geschenk wertschätzt.
English Abstract
„After all, biography has to do with the structure of meaning.“ - A conversation with Sol Haring on biography work in adult education
In this conversation with Julia Schindler, Sol Haring discusses the significant distinctions and connections
between biography research and practical biography work in the field of adult education. While research
primarily analyses life stories and evaluates their structure, educational work aims to actively accompany
people as they create meaning and cope with radical change. Haring stresses that biographical processes
are in no way limited by one’s age. Instead, they help future prospects to emerge from personal experiences
in every phase of life. The interview specifically focuses on her innovative use in videography, which
enables participants to enter into a deeper process of reflection through the visual confrontation with their
own story. Finally, she argues for a relationship-oriented research stance that recognises the subjectivity
of the researchers and esteems the clients’ stories as a valuable gift. (Ed.)
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