Wie Weiterbildungsmotivation im Erwachsenenalter entsteht
Die Rolle von Lebensstrukturdiagrammen zur Abbildung von Lebensverläufen
Hefler, Günter/Steinheimer, Eva (2026): Wie Weiterbildungsmotivation im Erwachsenenalter
entsteht. Die Rolle von Lebensstrukturdiagrammen zur Abbildung von Lebensverläufen.
In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs.
Ausgabe 57, 2026. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-57. Zitierblock in Literaturverwaltungssystem übernehmen
Artikel als PDF herunterladendownloadDer Beitrag geht der Frage nach, wann im Erwachsenenalter Weiterbildungsmotivation entsteht, und
nimmt dabei das Zusammenspiel von Lebenslaufereignissen und Entwicklungsaufgaben in den Blick.
Während Erwachsene teilweise über lange Phasen keinen Bedarf sehen, sich weiterzubilden, können
biografische Brüche, Übergänge oder unerwartete Ereignisse den Wunsch nach Veränderung auslösen.
Die Autor*innen nutzen die Ansätze von Erik H. Erikson und Daniel J. Levinson, um dieses
Neu entstehen von Motivation zu erklären. Entwicklungsaufgaben werden als Motor für Veränderungen
aufgefasst und Weiterbildung wird mit der Intention besucht, sich neue Handlungsspielräume zu
eröffnen. Anstatt mangelndes Interesse an Bildungsveranstaltungen negativ zu bewerten, wird das
Schwanken zwischen Phasen der Bildungsnähe und -distanz als Ausdruck individueller Lebensstrukturen
gedeutet. Mit Hilfe des Lebensstrukturdiagramms können diese Dynamiken, die sich im Laufe
eines Lebens herausbilden, veranschaulicht werden. Zudem zeigen drei Fall vignetten, dass Weiterbildungswünsche
oft erst durch die Bewältigung konkreter Lebensaufgaben entstehen. Die Autor*innen
plädieren für individualisierte, bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote und einen individuellen
Rechtsanspruch auf Weiterbildung, um den komplexen Realitäten moderner Biografien gerecht
zu werden. (Red.)
English Abstract
How the Motivation to Continue One‘s Education Arises in Adulthood - The role of life structure diagrams in visualising life trajectories
This article explores the question of when the motivation to continue one’s education arises in adulthood, taking into account the interaction between life course events and developmental tasks. While at times adults see no need to continue their education over long periods of time, biographical breaks, transitions
or unexpected events can provoke a desire for change. The authors employ the approaches of Erik H. Erikson and Daniel J. Levinson to explain this re-emergence of motivation. Developmental tasks are understood as the motor for changes and continuing education is pursued in order to open up new opportunities for action. Instead of negative judgement of a lack of interest in educational programmes, the fluctuation between phases of proximity and distance to education is interpreted as an expression of individual life structures. The life structure diagram helps illustrate these dynamics, which emerge over the course of a lifetime. In addition, three case vignettes show that the desire to continue one’s education often arises when an individual is dealing with concrete life tasks. The authors make the
case for individualised, needs-oriented continuing education offerings and an individual’s entitlement to continue their education in order to do justice to the complex realities of modern biographies. (Ed.)chevron_leftZurück zum Inhaltsverzeichnis