Biografische Forschung als Erkenntnisressource für die Erwachsenenbildung
Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung zu den Lebenswirklichkeiten Lernender
Haring, Bianca/Pilch Ortega, Angela (2026): Biografische Forschung als Erkenntnisressource für die Erwachsenenbildung. Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung zu den Lebenswirklichkeiten Lernender. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 57, 2026. Online: https://erwachsenenbildung.at/magazin/ausgabe-57. Zitierblock in Literaturverwaltungssystem übernehmen
Artikel als PDF herunterladendownloadDer Beitrag untersucht den Wert der Biografieforschung für die Erwachsenenbildung und beleuchtet die Verflechtung von individueller Lebensplanung und Bildung. Im Zentrum steht dabei die wissenschaftliche Studie von Bianca Haring. Haring führte 2022 narrative Interviews mit Lernenden in arbeitsmarktpolitischen Bildungsmaßnahmen sowie leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit in diesem Bereich tätigen Lehrkräften durch. Methodisch basierte die Studie auf einem qualitativen Forschungsdesign (Grounded Theory). Eine wesentliche Erkenntnis Harings ist, dass vergangene Lernerfahrungen, oft geprägt durch schulische Erlebnisse, maßgeblich die heutige Einstellung zu Bildung und Lernen bestimmen. Die Studie identifiziert drei Kernkategorien: „Vergangene Lernerfahrungen“, „Selbstbestimmtheit“ sowie „Unterstützung und Austausch“. Für gelingende Bildungsprozesse erweisen sich individuelle Sinnhaftigkeit, praktische Anwendbarkeit sowie der soziale Austausch als entscheidend. Abschließend plädieren die Autorinnen Haring und Pilch Ortega dafür, biografische Reflexionsräume in Bildungsangeboten zu etablieren, um individuelle Bedürfnisse besser zu berücksichtigen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. (Red.)
English Abstract
Biographical Research as a Knowledge Resource for Adult Education. Results of a qualitative study of the life realities of learners
The article investigates the value of biography research in adult education and examines the interconnection between individual life planning and education. The focus is on a study by Bianca Haring, who conducted narrative interviews with learners participating in labour market policy measures and guideline-based expert interviews with teachers involved in this area. Her methodology is based on a qualitative research design (grounded theory). A key insight is that past learning experiences, oftenm shaped by school experiences, significantly determine an individual’s current attitude toward education and learning. The study identifies three core categories: “past learning experiences,” “self-determination” and “support and exchange.” For educational processes to succeed, individual meaningfulness, practical applicability and social exchange have proven to be critical. Finally, authors Haring and Pilch Ortega argue for the establishment of a space for biographical reflection in educational offerings in order to better take into account individual needs and to promote social participation. (Ed.)chevron_leftZurück zum Inhaltsverzeichnis