Die dunkle Seite der Basisbildung
Vom Vorhaben des Nachberichts bleibt der Versuch, anzuregen und teilhaben zu lassen an den Fragen, Ver(w)irrungen, Utopien und Diskussionen, die uns – angeregt durch Beiträge von Christian Kloyber, Thomas Fritz, Uwe Bittlingmayer, Helmut Peissl, Meike Lauggas und Daniela Holzer – drei Tage lang beschäftigt haben.
And if the cloud bursts, thunder in your ear
You shout and no one seems to hear
And if the band you're in starts playing different tunes
I'll see you on the dark side of the moon
>Brain Damage – Pink Floyd<
Wozu Basisbildung?
Was ist denn die eigentliche Funktion der Basisbildung?
Was ist die Rolle von Basisbildner*innen?
Wer hat die Macht zu benennen, was Basisbildung ist? Sollen Förderlogiken Inhaltlichkeiten diktieren oder nicht doch lieber umgekehrt?
Welche Lichtblicke können wir durch eine kritische Haltung setzen?
Einwurf: Wollen wir Kritik und Negatives weiter mit „dark“ verbinden? Wo bleibt die Dämmerung im dualen Denken von hell und dunkel?
Bildung wird im Rahmen der Neoliberalisierung der Welt ökonomisiert – was tut das mit den Bildungsorganisationen?
Ist soziale Absicherung eine Voraussetzung für soziales Engagement?
Der nicht-kommerzielle Rundfunk als Ort der Experimente und Möglichkeiten: Was ist überhaupt denkbar? Was ist vorstellbar?
Globalisierung, Kommerzialisierung, Individualisierung, Digitalisierung und Mediatisierung der Welt: Wer sind die Treiber, die Verhalten vorgeben und was eignen wir uns (warum) an?
Was sind die Strukturen, Kontexte und Entstehungsbedingungen bei der Produktion von Medienhinhalten und wie spielt das zusammen mit der Rezeption der Inhalte?
In welche Widersprüche ist Basisbildung bzw. Literacy verwoben?
Was bedeuten die Konzepte der Mitwisser*innenschaft und damit auch der Mittäter*innenschaft?
Gesellschaftliche Teilhabe durch Bildung oder doch besser unabhängig davon? Und wer definiert überhaupt Teilhabe und spricht sie dadurch auch ab? Wer ermöglicht Teilhabe wie?
Welche Herrschaftsverhältnisse sind in Literacy-Konzepte und -Angebote eingeschrieben?
Warum soll Basisbildung die Basis sein? Warum nicht solidarische gesellschaftliche Verhältnisse, warum nicht Arbeit für alle? Weil das eine die Herrschaft stützt und ihr nützt, das andere sie gefährdet?
Warum ist überhaupt von Basisbildung die Rede? Die dann aber nur ganz bestimmte „Bildung“ beinhaltet, also eben z.B. die sogenannten „Kulturtechniken“. Warum nicht kritisches Denken, Herrschaftskritik, Reflexion, politisches Engagement, solidarisches Handeln? (Die Antwort ist wieder dieselbe wie vorher.)
Warum ist fehlende Basisbildung schambesetzt und defizitbehaftet? Warum nicht Leistungsdenken und Konkurrenz?
Was wäre, wenn die Dinge genau anders rum gedacht würden?
Was wäre, wenn statt Teilhabe über Basisbildung Basisbildung über Teilhabe gedacht würde?
Was wäre, wenn Bildung, in welchem Ausmaß auch immer, kein Kriterium für menschlichen Wert und für berufliche Möglichkeiten wäre?
Was wäre, wenn gesellschaftliche Verhältnisse so gestaltet wären, dass es Illiteracy nicht geben würde?
Was wäre, wenn die Gesellschaft so organisiert wäre, dass es völlig gleichgültig ist, ob jemand Basisbildungskenntnisse hat oder nicht?
Was können wir und was wollen wir umgestalten?
Und ... können wir mit Basisbildung die Welt retten?
Weitere Informationen:
- Dokumentation der „Dark Side of Literacy, Vol. 1“
auf http://kritische-eb.at - www.bifeb.at
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