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Österreichische Basisbildung bekommt neue Impulse aus Europa

29.07.2015, Text: Birgit Aschemann, Online-Redaktion
Die Stärken, aber auch Entwicklungsfelder der österr. Basisbildung zeigen ein ländervergleichender Bericht sowie europ. Austauschtreffen auf.
  • Grafik: Sabine Schnepfleitner, CONEDU
    Europäische Impulse für Basisbildung in Österreich - und umgekehrt
Nur sieben Länder oder Regionen in Europa verfügen seit 2014 über ein "Policy Document" für die Basisbildung - Österreich ist eines davon. Das zeigt ein ländervergleichender Bericht mit dem Titel "Adult Education and Training in Europe: Widening Access to Learning Opportunities", der von Eurydice 2015 veröffentlicht wurde.

Die Initiative Erwachsenenbildung: gut bewertet von innen und außen

Damit ist die "Initiative Erwachsenenbildung" angesprochen, die seit 2012 die österreichische Basisbildung prägt und deren national und international anerkannte Stärken ausmacht: eine landesweite, kohärente Förderstrategie, getragen von einer Bund-Länder-Vereinbarung, eingebettet in die Nationale LLL2020-Strategie, und verknüpft mit einer zentralen Qualitätssicherung. Anbieter schätzen die mehrjährige Planungssicherheit und Lernende profitieren von kostenfreien Angeboten. Hohe Teilnahmeraten und vergleichsweise geringe Dropoutquoten sind die Folgen, wie die Monitoring- und Evaluationsdaten belegen. KollegInnen aus verschiedenen europäischen Ländern diskutieren das Programm als Vorbildmodell.

Potenziale: im persönlichen internationalen Austausch sichtbar

Nimmt man zudem als Österreicherin an internationalen Austauschtreffen zum Thema Basisbildung teil, dann werden neben den Stärken auch schnell die Entwicklungsfelder für die österreichische Basisbildung deutlich. Ich hatte diese Gelegenheit kürzlich im Rahmen einer ET2020-Arbeitsgruppe in Stuttgart, und meine Kollegin Maria Gross auf der Tagung des European Basic Skills Network in Den Haag.

Vor allem drei Entwicklungsfelder springen dabei ins Auge:

Zunächst einmal ist die österreichische Basisbildung noch eher zögernd beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien als Lernmedien. Das Potenzial der Technologien für die Zielgruppe scheint oft noch zu unklar oder unbekannt. Beispiele aus Norwegen und Irland belegen jedoch große Lernerfolge mit Mobiltelefonen und Apps, oder beim Online-Lernen mit telefonisch erreichbaren TutorInnen - und zwar gerade in der Basisbildung.

Weiters ist die betriebliche Basisbildung einschließlich zugeschnittener Rufseminare für Firmen in Österreich noch kaum im Einsatz. Erfolgreiche Modelle dafür kommen aus der Schweiz, Deutschland, Norwegen und Dänemark. Wie in allen anderen Settings der Basisbildung gilt natürlich auch in Firmen, dass nachhaltiges Lernen Freiwilligkeit und genug Zeit voraussetzt.

Und schließlich ist es eine breite Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung, die auch für Österreich ansteht und sich an europäischen Erfahrungen orientieren kann. Lernen ist niemals ein Grund sich zu schämen - in keiner Form, auf keiner Ebene und in keinem Lebensalter: das gilt es öffentlich stärker zu verankern. 

Chancen - ganz konkret
Ein Call für die Weiterentwicklung von Basisbildungsangeboten in Österreich wurde vom österreichischen Bundesministerium für Bildung und Frauen für Oktober 2015 angekündigt und wird Chancen eröffnen. Neue Initiativen zur Öffentlichkeitsarbeit sind vom Bildungsministerium ebenfalls noch für heuer angedacht. Ob und in welcher Form und welchem Umfang es dazu kommt, ist nach Auskunft des BMBF ebenfalls noch offen. Wir sind jedenfalls eingeladen, gemeinsam weitere Schritte zu setzen.
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