BMBWF   Mitteilungen  |  Über das BMBWF  |  bifeb
PORTAL   Newsletter  |  Sitemap  |  English

Projekt: ElternWissen - gemeinsam stark

18.08.2014, Text: Julia Rodlauer, Online-Redaktion
Innovatives Elternbildungsprojekt unterstützte Eltern und Erziehungsberechtigte, die Bildungs- und Zukunftschancen ihrer Kinder zu erhöhen.
  • Foto: (C) BFI Tirol
    Frischgebackene Elternbegleiterinnen erhalten ihre Zertifikate
  • Foto: (C) ZeMiT
    Eltern und Erziehungsberechtigte informieren sich bei "Bildungspartys"
Mit dem Projekt "ElternWissen - gemeinsam stark" ging diesen Sommer ein niederschwelliges und innovatives Angebot der Elternbildung in Tirol zu Ende. Es bot einen Raum, in dem sich Eltern und Bezugspersonen von Kindern austauschen konnten. Ziel der ProjektbetreiberInnen war, Mütter, Väter und Bezugspersonen von Kindern zwischen fünf und elf Jahren dabei zu unterstützen, ihre Kinder bestmöglich auf deren Bildungswegen zu begleiten. Zielgruppenadäquate Bildungsangebote sollten für Bildungsthemen sensibilisieren und zum Empowerment von Eltern beitragen.

 

Ruf nach unabhängiger Ombudsstelle für Erziehungsberechtigte

"Es gibt keine unabhängige Stelle für Eltern oder Erziehungsberechtigte in Bezug auf das Schulsystem", so Lisa Nussmüller vom Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT), das als Projektpartner beteiligt war. Deshalb sei die Installierung einer unabhängigen Ombudsstelle für Eltern bzw. Erziehungsberechtigte notwendig, die Familien unterstützt, ihre Wünsche sowie Kritik zu formulieren und Elternrechte durchzusetzen. Außerdem wäre es ideal, so Nussmüller, wenn diese Stelle Eltern und Erziehungsberechtigte bei Problemen zu den Institutionen begleiten könnte.

 

Forderung nach niederschwelligen Elternbildungsangeboten

Auch würden herkömmliche Elternbildungsangebote nur einen Teil der Eltern und Erziehungsberechtigten ansprechen, so das Projektteam. Vor allem in den Bereichen Einschulung, Sonderpädagogischer Förderbedarf und weiterführende Schulen fehle es Eltern grundlegend an Informationen und Beratung. "Hierzu müssen niederschwellige Angebote geschaffen werden, um alle Teile der Gesellschaft mit Elternbildungsangeboten anzusprechen", fordert das Projektteam von ElternWissen.

 

ElternbegleiterInnen veranstalteten 141 "Bildungspartys"

Mütter, Väter und andere Bezugspersonen von Kindern konnten sich im Projektzeitraum kostenlos zu ElternbegleiterInnen ausbilden lassen. Die Ausbildung umfasste die Vermittlung von Wissen zum Thema Bildung sowie die Stärkung sozialer Kompetenzen. Insgesamt fanden drei Ausbildungsdurchgänge statt, an denen 25 Personen teilnahmen.

 

Nach dieser Ausbildung war es den ElternbegleiterInnen möglich, selbstständig Gruppentreffen, sogenannte "Bildungspartys" durchzuführen. Für Eltern und Bezugspersonen bestand hier die Möglichkeit, in ungezwungenem Rahmen und vertrauter Umgebung über Schule, Bildung, Elternrechte und (Familien-)Alltag mit Schulkindern zu diskutieren. Dafür konnten sie aus einem vorbereiteten Themensample wählen.

 

Insgesamt veranstalteten die ElternbegleiterInnen 141 "Bildungspartys", an denen 463 Mütter, Väter und Bezugspersonen von Kindern teilgenommen haben. Die meist gewünschten Themen waren das österreichische Schulsystem im weitesten Sinne, Erziehung und Schulreife.

 

Das Projekt "ElternWissen - gemeinsam stark"

Das BFI Tirol führte das Projekt gemeinsam mit dem Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT), dem Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck und dem Verein Frauen aus allen Ländern (FaaL) von 1. Februar 2012 bis 30. Juni 2014 durch. Es wurde vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) gefördert.

 

Das Projektteam entwickelte ein Curriculum für die Ausbildung zum/zur ElternbegleiterIn, erstellte ein Workshop-Konzept für "Bildungspartys" und erarbeitete mehrsprachiges Informationsmaterial. Die Projektergebnisse werden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 23. September 2014 im Festsaal des BFI Tirol präsentiert.

Weitere Informationen:

 

Projekt "Elternwissen"

esf logoESF 2014-2022eb und coronaEB und Corona