Neuerscheinung: Länderporträt Erwachsenen- und Weiterbildung Österreich
EB-Institutionen übernehmen gesamtgesellschaftliche Aufgaben
Erwachsenen- und Weiterbildung sei aktuell mit dynamischen Veränderungsprozessen konfrontiert, schreibt Josef Schrader (DIE) im Vorwort zur Ausgabe. Dynamiken wie die Finanzkrise, verstärkte Flüchtlingsströme und steigende Arbeitslosigkeit wirken auch in Österreich auf die Rahmenbedingungen von Erwachsenenbildung. In immer größerem Maße würden deren Institutionen und Anbietern gesamtgesellschaftliche Aufgaben übertragen, so Gruber und Lenz. Die österreichische Erwachsenenbildung habe darauf mit Strategien der Professionalisierung, Qualitätssicherung, Transparenz und Vernetzung reagiert.
Erwachsenenbildung ist vielfältig und ausdifferenziert
Als Beispiele für die Veränderung im Sektor nennen Gruber und Lenz die Initiative Erwachsenenbildung, die Weiterbildungsakademie Österreich (wba), das Ö-Cert, die Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich (LLL:2020) und das Fachportal erwachsenenbildung.at. Innerhalb des letzten Jahrzehnts habe sich in Österreich eine Vielfalt an Themen, Orten und Größenordnungen von Erwachsenenbildung entwickelt. "Derzeit haben wir es mit einer ausdifferenzierten, pluralen, großteils marktförmig agierenden Erwachsenen- und Weiterbildung zu tun, die sich im System des Lebenslangen Lernens behaupten muss", so das Fazit der AutorInnen.
Aufbau der Publikation
Nach den einleitenden Vorbemerkungen folgen allgemeine Informationen über Österreich, dessen Bildungssystem sowie historische und rechtliche Rahmenbedingungen. Finanzierung und Nutzen von Erwachsenen- und Weiterbildung werden ebenso behandelt wie Angebotsstruktur und Teilnahme an Weiterbildung. Dem Personal und der Professionalisierung ist ein eigenes Kapitel gewidmet, genau wie der hochschulischen Weiterbildung.
Zum Ende der Publikation ordnen die AutorInnen die österreichische Situation in internationale Kontexte ein und zeigen aktuelle Tendenzen, Perspektiven und Zielsetzungen auf. Dabei behandeln sie Themen wie die steigende soziale Ungleichheit, die Veränderungen in der Arbeitswelt oder auch die Positionierung von Bildung im Spannungsfeld von ökonomischen und emanzipatorischen Dimensionen.
Über die Länderporträts Weiterbildung
Die Länderporträts Weiterbildung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) wollen LeserInnen eine erste Orientierung über Erwachsenen- und Weiterbildung im jeweiligen Land bieten. Fundierte landesspezifische Daten und Informationen werden von ExpertInnen aus der Erwachsenen- und Weiterbildung aufbereitet und kontextualisiert. Die Länderberichte dienen auch als Informationsbasis für international-vergleichende Studien.
Gruber, Elke / Lenz, Werner (2016): Erwachsenen- und Weiterbildung Österreich. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Bielefeld: W.Bertelsmann. 129 Seiten, EUR 19,90. ISBN: 978-3-7639-5383-7
Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf der Lektüre eines Rezensionsexemplars, das der Redaktion vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.
Verwandte Artikel
![]()
Science Talk > Lebenslanges Lernen
Beim Science Talk, einem Public-Science-Format des BMFWF, diskutierten Expert:innen darüber, was Menschen zum Lebenslangen Lernen bewegt, welche Hürden den Zugang erschweren und welche Rolle Weiterbildung angesichts gesellschaftlicher Veränderungen spielen kann.![]()
Neu ab Oktober 2026: Newsletter des oieb
Ab Oktober 2026 erscheint zweimal jährlich ein Newsletter des Österreichischen Instituts für Erwachsenenbildung (oieb).![]()
Weltalphabetisierungstag: Basisbildung öffnet Türen. Österreichweit.
Eine Nachricht der Schule beantworten. Den Führerschein machen. Einen Pflichtschulabschluss nachholen. Wählen gehen. Mit dem eigenen Kind lesen lernen. Die Türen, die Basisbildung öffnet, sind so vielfältig wie die Menschen selbst.![]()
Erwachsenenbildung als Brücke zwischen Wissenschaft und Demokratie
Wie können Wissenschaft, Demokratie und Erwachsenenbildung gemeinsam gesellschaftliches Vertrauen stärken? Eine Tagung am bifeb widmete sich dieser Frage mit wissenschaftlichen Impulsen, Praxisbeispielen und intensiven Diskussionen.![]()
Ö-Cert-Enquete 2026: Innovative Projekte gesucht
Ö-Cert-Inhaber können bis 10. September Projekte, Veranstaltungen und Formate einreichen, die Demokratie auf besondere Weise erlebbar machen. Bis zu drei ausgewählte Projekte werden bei der Ö-Cert-Enquete 2026 präsentiert.![]()
Wirksam aber anspruchsvoll: KI-Anwendungen für die Basisbildung
Im Projekt BaBiKI testet CONEDU gemeinsam mit Basisbildner:innen KI-Anwendungen für den Unterricht. Einige Entwicklungstreffen fanden bereits statt. Gegen Ende 2026 erscheint dazu eine Publikation mit Anleitungen und Empfehlungen.


.webp)


