Forschung

Ihren Ursprung hat die Genderforschung in der feministischen Frauenforschung, der kritischen Männerforschung und den philosophischen, psychologischen und soziologischen Auseinandersetzungen mit Geschlecht. Mittlerweile ist die Genderforschung ein interdisziplinäres Feld, das von der Theologie über die Rechts- und Sozialwissenschaften sowie die Geisteswissenschaften bis hin zu den Naturwissenschaften und der Medizin reicht. Zentrale Themen der Genderforschung sind Fragen nach der Bestimmung von Geschlecht an sich, nach Geschlechterverhältnissen und nach geschlechtsspezifischen Aspekten und Auswirkungen - wobei auch von mehr als zwei Geschlechtern ausgegangen werden kann.

Forschung

Kontext Genderforschung

In den letzten fünf bis 10 Jahren erscheinen laufend Handbücher und Sammelbände, welche die diversen Forschungsergebnisse veröffentlichen. In Österreich haben sich verschiedene Forschungsinstitute auf Genderforschung spezialisiert (siehe Service). An den Universitäten beschäftigen sich vor allem die interdisziplinären Studienrichtungen der Frauen- und Geschlechterforschung, der Gender Studies, der Gay and Lesbian Studies sowie der Queer Studies mit der Strukturkategorie Geschlecht. Im Feld der Erwachsenenbildung wird erst begrenzt geforscht. Sie muss vorerst vor allem auf die Forschungsergebnisse der feministischen Erwachsenenbildung und der Frauenweiterbildung zurückgreifen. Ein großer Bedarf an empirischer Forschung wird allerorts festgestellt.

Genderforschung in der Erwachsenenbildung

Einige WissenschafterInnen und Projekte machen sich aktuell in diesem Feld verdient: So beschäftigen sich Karin Derichs-Kunstmann, Susanne Auszra und Brigitte Müthing aus einer differenztheoretischen Perspektive mit Genderinszenierungen in der Erwachsenenbildung. Angela Venth wiederum hat sich aus diskurskonstruktivistischer Perspektive mit der Frage auseinandergesetzt, wie in Ausschreibungstexten die Gendervorstellungen von Bildungsinstituten deutlich werden. Anne Schlüter beschäftigt sich mit einer systematischen Erfassung der Diskussionen um Gender in der Erwachsenenbildung. Birgit Buchinger und Ulrike Gschwandtner haben im Rahmen des EQUAL-Projekts "qe gm - Qualitätsentwicklung Gender Mainstreaming" eine Studie zu AnbieterInnen, Strukturen und Standards im Bereich Gender Mainstreaming in der Erwachsenenbildung erstellt. Das Projekt GemCite hat Aus- und Weiterbildungen im IT-Bereich hinsichtlich möglicher Gleichstellungskriterien untersucht.

Zukünftige Forschungsschwerpunkte

Forschungen zur Bestimmung von Genderkompetenz in der Erwachsenenbildung, zur Genderkompetenz von Bildungsinstituten und ErwachsenenbildnerInnen, zu Genderinszenierungen in der Erwachsenenbildung aus konstruktivistischer Perspektive, zur Vernetzung klassischer Theorien in der Erwachsenenbildung mit Gendertheorien, zur Bestimmung gendergerechter Erwachsenenbildung und noch vielen anderen Themen und Fragen stehen noch aus.

Literatur

  • Derichs-Kunstmann, Karin / Auszra, Susanne / Müthing, Brigitte (1999): Von der Inszenierung des Geschlechterverhältnisses zur geschlechtergerechten Didaktik. Konstitution und Reproduktion des Geschlechterverhältnisses in der Erwachsenenbildung. Bielefeld: Kleine Verlag.
  • Schlüter, Anne (2004): Gender in der Erwachsenenbildung. In: Glaser, Edith / Klika, Dorle / Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Gender und Erziehungswissenschaft. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt.
  • Venth, Angela (2006): Gender-Porträt Erwachsenenbildung. Bielefeld: wbv - W. Bertelsmann Verlag.

Spezialisierte Forschungseinrichtungen

Weitere Informationen

WEITERSAGEN: 
Nachrichten
themen
EB in der EU
Wissenswertes rund um das Berufsfeld von ErwachsenenbildnerInnen.
»mehr
esf

Forschung

Ihren Ursprung hat die Genderforschung in der feministischen Frauenforschung, der kritischen Männerforschung und den philosophischen, psychologischen und soziologischen Auseinandersetzungen mit Geschlecht. Mittlerweile ist die Genderforschung ein interdisziplinäres Feld, das von der Theologie über die Rechts- und Sozialwissenschaften sowie die Geisteswissenschaften bis hin zu den Naturwissenschaften und der Medizin reicht. Zentrale Themen der Genderforschung sind Fragen nach der Bestimmung von Geschlecht an sich, nach Geschlechterverhältnissen und nach geschlechtsspezifischen Aspekten und Auswirkungen - wobei auch von mehr als zwei Geschlechtern ausgegangen werden kann.

Forschung

Kontext Genderforschung

In den letzten fünf bis 10 Jahren erscheinen laufend Handbücher und Sammelbände, welche die diversen Forschungsergebnisse veröffentlichen. In Österreich haben sich verschiedene Forschungsinstitute auf Genderforschung spezialisiert (siehe Service). An den Universitäten beschäftigen sich vor allem die interdisziplinären Studienrichtungen der Frauen- und Geschlechterforschung, der Gender Studies, der Gay and Lesbian Studies sowie der Queer Studies mit der Strukturkategorie Geschlecht. Im Feld der Erwachsenenbildung wird erst begrenzt geforscht. Sie muss vorerst vor allem auf die Forschungsergebnisse der feministischen Erwachsenenbildung und der Frauenweiterbildung zurückgreifen. Ein großer Bedarf an empirischer Forschung wird allerorts festgestellt.

Genderforschung in der Erwachsenenbildung

Einige WissenschafterInnen und Projekte machen sich aktuell in diesem Feld verdient: So beschäftigen sich Karin Derichs-Kunstmann, Susanne Auszra und Brigitte Müthing aus einer differenztheoretischen Perspektive mit Genderinszenierungen in der Erwachsenenbildung. Angela Venth wiederum hat sich aus diskurskonstruktivistischer Perspektive mit der Frage auseinandergesetzt, wie in Ausschreibungstexten die Gendervorstellungen von Bildungsinstituten deutlich werden. Anne Schlüter beschäftigt sich mit einer systematischen Erfassung der Diskussionen um Gender in der Erwachsenenbildung. Birgit Buchinger und Ulrike Gschwandtner haben im Rahmen des EQUAL-Projekts "qe gm - Qualitätsentwicklung Gender Mainstreaming" eine Studie zu AnbieterInnen, Strukturen und Standards im Bereich Gender Mainstreaming in der Erwachsenenbildung erstellt. Das Projekt GemCite hat Aus- und Weiterbildungen im IT-Bereich hinsichtlich möglicher Gleichstellungskriterien untersucht.

Zukünftige Forschungsschwerpunkte

Forschungen zur Bestimmung von Genderkompetenz in der Erwachsenenbildung, zur Genderkompetenz von Bildungsinstituten und ErwachsenenbildnerInnen, zu Genderinszenierungen in der Erwachsenenbildung aus konstruktivistischer Perspektive, zur Vernetzung klassischer Theorien in der Erwachsenenbildung mit Gendertheorien, zur Bestimmung gendergerechter Erwachsenenbildung und noch vielen anderen Themen und Fragen stehen noch aus.

Literatur

  • Derichs-Kunstmann, Karin / Auszra, Susanne / Müthing, Brigitte (1999): Von der Inszenierung des Geschlechterverhältnisses zur geschlechtergerechten Didaktik. Konstitution und Reproduktion des Geschlechterverhältnisses in der Erwachsenenbildung. Bielefeld: Kleine Verlag.
  • Schlüter, Anne (2004): Gender in der Erwachsenenbildung. In: Glaser, Edith / Klika, Dorle / Prengel, Annedore (Hrsg.): Handbuch Gender und Erziehungswissenschaft. Bad Heilbrunn/Obb.: Verlag Julius Klinkhardt.
  • Venth, Angela (2006): Gender-Porträt Erwachsenenbildung. Bielefeld: wbv - W. Bertelsmann Verlag.

Spezialisierte Forschungseinrichtungen


Weitere Informationen