studienberechtigungsprüfung

Die Studienberechtigungsprüfung (kurz: SBP) vermittelt eine eingeschränkte Studienberechtigung für Studien an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Kollegs. Sie ermöglicht jeweils nur den Zugang zu jener Ausbildungsform (Studienrichtung, Fachhochschulrichtung, Pädagogischen Hochschule oder Kolleg), für die sie abgelegt wird.
 
Dadurch ist ein möglicher späterer Studienwechsel eingeschränkt. Eine Berufsberechtigung besteht nach Abschluss in der Regel nicht, das heißt, die SBP verschafft keine unmittelbaren beruflichen Aufstiegschancen.

Seit 1.10.2010 liegt die Autonomie für die SBP bei den Hochschulen, die die SBP sehr unterschiedlich handhaben. Für genaue Informationen ist es daher nötig, sich direkt bei der jeweiligen Universität zu erkundigen.

 

Allgemeine Informationen

Mit 1. Oktober 2010 ist für die SBP das Universitäts-Änderungsgesetz 2009, § 64a gültig, das die Studienberechtigungsprüfung in die Autonomie der Universitäten legt. Teilweise gehen die Universitäten noch nach der alten Regelung vor, die bis 30. September 2010 gültig war. Für diese Regelung waren das Studienberechtigungsgesetz (StuBerG) und die Studienberechtigungsverordnung (StuBerVO) die gesetzlichen Grundlagen.

Universitäts-Änderungsgesetz 2009

Die wichtigsten Regelungen laut Universitäts-Änderungsgesetz 2009, § 64 (neue Regelung seit 1.10.2010): 

Voraussetzungen

  • Zulassung für eine von 16 Studienrichtungsgruppen
  • Mindestalter 20 Jahre
  • berufliche oder außerberufliche Vorbildung ist Voraussetzung  für das angestrebte Studium
  • Staatsangehörigkeit eines EWR-Mitgliedstaates

Prüfungen

  • 5 Prüfungen: Festlegung der Prüfungen und Prüfungsanforderungen durch Verordnung des Rektorates, der Lehrstoff orientiert sich an der 12./13. Schulstufe
  • Anerkennung von Prüfungen: z.B. Meisterprüfung, Befähigungsprüfung ersetzen das Wahlfach

Übergangsregelung

Gemäß Änderung des Universitätsgesetz 2002 (§ 143 Abs. 14) ist das Studienberechtigungsgesetz (BGBl. Nr. 292/1985) mit Ablauf des 30. September 2010 außer Kraft getreten. Es ist jedoch auf BewerberInnen, die vor dem 1. Oktober 2010 bereits zur SBP zugelassen waren, bis zum Ablauf des 30. September 2012 weiterhin anzuwenden.

Auskunft

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Abteilung I/6
1014 Wien, Postfach 104, Tel. 01/531 20-5816

SBP an Pädagogischen Hochschulen

Für die SBP an Pädagogischen Hochschulen gibt es im Hochschulstudienberechtigungsgesetz eigene Regelungen.

Regelungen bis 30.9.2010 (teilweise noch gültig)

Da einige Universitäten noch nach der alten Regelung vorgehen, ist sie im Folgenden dargestellt:

Voraussetzungen

  • Entscheidung für ein bestimmtes Universitäts-, Hochschul-, Fachhochschulstudium (universitäre SBP), für ein bestimmtes Kolleg bzw. pädagogische Hochschule (schulische SBP)
  • Nachweis einer beruflichen oder außerberuflichen Vorbildung für das angestrebte Studium (falls eine einschlägige studienspezifische Vorbildung nicht besteht, kann diese in der Regel durch maximal zwei Zusatzprüfungen nachgeholt werden)
  • Österreichische Staatsbürgerschaft (oder studienrechtliche Gleichstellung) - nur für die universitäre SBP
  • Alter: Mindestalter 22 Jahre (20 Jahre bei mindestens vierjähriger Berufsausbildung)

Ansuchen um Zulassung

Das Zulassungsansuchen ist an der zuständigen Universität, Pädagogischen Hochschule etc. einzubringen.

Prüfungen

Die universitäre SBP besteht aus fünf Teilprüfungen, deren Inhalt jeweils von der angestrebten Studienrichtung abhängt.

Zu absolvieren sind:

  • Aufsatz über ein allgemeines Thema (vierstündig)
  • 1-3 gesetzlich festgelegte Pflichtfächer
  • 1-3 studienspezifische Wahlfächer

z.B. SBP für Wirtschaftswissenschaften: Aufsatz, Mathematik 1, Lebende Fremdsprache 2 sowie 2  sozialwirtschaftliche Wahlfächer
z.B. SBP für Medizin: Aufsatz, Biologie und Umweltkunde, Chemie 2, Physik 1 sowie 1 medizinisches Wahlfach
z.B. SBP für Rechtswissenschaften: Aufsatz, Geschichte 2, Latein 1 sowie 2  juristische Wahlfächer

Prüfungsvorbereitung

  • Bis zu vier von fünf Prüfungen können an anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung abgelegt werden. Mindestens eine Prüfung ist an der Universität bzw. der jeweiligen Akademie, dem jeweiligen Kolleg abzulegen.
  • Die Vorbereitung auf die Prüfung kann im Selbststudium bzw. Fernstudium erfolgen. Sie kann aber in Kursen und Lehrgängen stattfinden, die von den Universitäten und Einrichtungen der Erwachsenenbildung angeboten werden.
  • Folgende anerkannte Einrichtungen der Erwachsenenbildung bieten Vorbereitungskurse an: Volkshochschulen, Berufsförderungsinstitute und Wirtschaftsförderungsinstitute. Die Vorbereitungskurse der WIFIs sind z.T. in die WIFI-Fachakademien integriert.

Dauer

ca. ein Jahr, je nach Vorbildung und Studienrichtung

Stipendienbezug

  • Für die Absolvierung der SBP kann ein Stipendium bezogen werden, dessen Laufzeit maximal ein Jahr beträgt.
  • Die Antragstellung für das Stipendium erfolgt bei der Studienbeihilfenbehörde.

Ergänzungsprüfungen

Ergänzungsprüfungen sind bei den meisten Studienrichtungen nicht erforderlich. D.h. nach Absolvierung der SBP für Jus beispielsweise muss nicht nachträglich noch das sogenannte "Latinum" absolviert werden, dasselbe gilt etwa auch bezüglich der SBP für Medizin.
WEITERSAGEN: 
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