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Zielgruppenspezifische Beratungs- und Bildungsangebote für MigrantInnen

Angelika Hrubesch und Verena Plutzar 2008, aktualisiert 2013

Erfahrungen von Weiterbildungsanbietern deuten darauf hin, dass MigrantInnen mit steigender Tendenz an unterschiedlichsten Weiterbildungen teilnehmen. Neben den "allgemeinen" Angeboten der beruflichen, allgemeinen oder politischen Weiterbildung sprechen einzelne Programme oder auch Institutionen MigrantInnen bzw. Teilgruppen aber ebenso als spezifische Zielgruppen an. Damit wird auf spezielle Bedürfnisse (z.B. Deutsch lernen, Beratung in der Erstsprache) reagiert, erforderliches Know-How gebündelt, oder es werden damit fallweise auch Schutzräume geschaffen. Die Anbieter sind häufig NGOs oder Selbstorganisationen von MigrantInnen, in vielen Fällen existiert in den Institutionen auch ein umfassendes Beratungsangebot, das ebenso juristische, soziale, psychologische oder kulturelle Aspekte aufgreift.


Sprachkurse und Basisbildungsangebote machen unter den zielgruppenspezifischen Angeboten den größten Teil aus. In manchen Einrichtungen vermischen sich Zugänge, indem Kurse grundsätzlich für alle offen sind, aber ein Schwerpunkt der Angebotsstruktur auf der Bildungsarbeit mit MigrantInnen liegt (Beispiel: VHS Ottakring).

 

Sonstige Beratungs- und Bildungsangebote

ARGE MigratInnenberatung Österreich

Die "ARGE MigratInnenberatung Österreich" ist eine österreichweite Gemeinschaft von sechs Beratungseinrichtungen für MigrantInnen, die überwiegend nach dem Arbeitsmarktförderungsgesetz finanziert werden. Bildungsberatung stellt eines von mehreren Tätigkeitsfeldern der Mitgliedsorganisationen dar. Daneben werden in einigen dieser Institutionen auch Bildungsmaßnahmen (oft projektbezogen) angeboten.

AST - Anlaufstellen für Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen

In Österreich gibt es keine einheitlichen Regelungen in Bezug auf die formale Anerkennung von aus dem Ausland mitgebrachten Qualifikationen. Diesbezügliche Verfahren finden sich in einer Vielzahl von Bundes- und Landesgesetzen. Die Anlaufstellen bieten seit 2013 an fünf österreichischen Standorten mehrsprachige Beratung und Begleitung an.

BFI - Integrationsprojekte des BFI

Das BFI setzt an einigen Standorten in Österreich (z.B. Oberösterreich) Schwerpunkte im Bereich der Integration, insbesondere im Rahmen von EU-Projekten.

Caritas

Die Caritas hat zahlreiche Integrationsprogramme mit Bildungsschwerpunkten etabliert, unter anderem (hier am Beispiel Steiermark) Ausbildungs- und Arbeitsvorbereitungskurse für verschiedene Branchen.

MAIZ (Linz)

Der Verein maiz versteht sich laut seiner Webseite als "unabhängiger Verein von und für Migrantinnen mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen in Österreich zu verbessern und ihre politische und kulturelle Partizipation zu fördern sowie eine Veränderung der bestehenden, ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse zu bewirken." Die Angebotspalette des Vereins umfasst Deutschkurse und Basisbildung, Angebote der Politischen Bildung ebenso wie künstlerische Interventionen. Maiz ist ein selbstorganisierter Zusammenschluss von Migrantinnen.

Peregrina

Der Verein berät und betreut zugewanderte Frauen bzw. ihre Familien in rechtlichen, sozialen und sprachlichen Angelegenheiten. Zu den Bildungsangeboten zählen Deutschkurse oder beispielsweise ein Lehrgang "Mehrsprachige Wissensvermittlerin für Umweltfragen".

SOMM

Der Verein SOMM (Graz) bietet Beratung und Bildung für muslimische Migrantinnen an, wie z.B. Vorqualifizierungen für Gesundheitsberufe. Darüber hinaus bemüht sich die Selbstorganisation im Rahmen von Vorträgen und Workshops um Bewusstseinsbildung zur Situation von Musliminnen und Migrantinnen.

Volkshilfe u.a. - Projekt "migrants care"

Das Projekt bietet Beratung, Vorqualifizierung und Ausbildungsvermittlung für Migrantinnen an, die einen Pflegeberuf ergreifen möchten. "migrants care" ist ein Projekt der BAG-Träger Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe und des Staatssekretariats für Integration.

Angebote für Flüchtlinge und AsylwerberInnen

Die Lebenssituation und rechtliche Lage von AsylwerberInnen kann sich zum Teil wesentlich von jener anderer MigrantInnen unterscheiden (z.B. in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt, Bundesbetreuung, unklare Bleiberechtsperspektiven). Sie sind zwar ebenso potenzielle TeilnehmerInnen der meisten bereits genannten Bildungsangebote, es existieren jedoch auch spezifische Projekte und Anlaufstellen für die Zielgruppe (z.B. das Integrationshaus Wien). Anerkannte Flüchtlinge werden u.a. durch den Österreichischen Integrationsfonds mit Bildungsangeboten, Beratung und weiteren Hilfestellungen unterstützt..

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