Barrierefreiheit: erwachsenenbildung.at wird zugänglicher

11.12.2023, Text: Redaktion/CONEDU
Neuer Webauftritt von erwachsenenbildung.at bringt weniger Hürden bei der Nutzung mit sich – jetzt tastaturbedienbar, klar strukturiert und mit neuem Design.
Laptop zeigt Symbole: Ein Mensch, darunter ein Ohr, ein Auge und ein Kopf mit Zahnrädern darin.
Mit dem Relaunch überwindet erwachsenenbildung.at digitale Barrieren.
Montage: Unsplash Lizenz, Ben Kolde/bearb. durch CONEDU/Schnepfleitner, auf erwachsenenbildung.at

Seit mehr als zwei Jahren arbeitet das Team von erwachsenenbildung.at unter Einbindung von Expert*innen daran, das Portal zur österreichischen Erwachsenenbildung digital barrierefrei zu machen. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat dazu die Mittel bereitgestellt. Eileen Mirzabaegi aus der Abteilung für Erwachsenenbildung im BMBWF: „Die Mission lautet, Inhalte über Erwachsenenbildung für alle Interessierten, egal welche Behinderungen oder Einschränkungen sie haben, besser auffindbar und ohne vermeidbare Hindernisse nutzbar zu machen. Mit dem barrierefreien Relaunch von erwachsenenbildung.at ist das jetzt gelungen - und es bleibt ein Auftrag für die Zukunft.“

Die wichtigsten Neuerungen in Kürze

Auf den ersten Blick fällt vor allem das neue Design auf. Erst bei eingehender Nutzung zeigen sich die vielen weiteren Änderungen, beispielsweise dass die Seitenstruktur und die Darstellung der Inhalte verbessert wurden. Dadurch ist die Website für alle Nutzer*innen besser lesbar oder erschließt sich über assistierende Hilfstechnologien wie Screenreader. Diese Vorleseprogramme machen nicht nur Texte, sondern auch Bilder und Navigationselemente – wie das Menü, Links und Bedienelemente wie Buttons - hörbar. Die Website kann jetzt auch zuverlässiger als bisher mit einer Tastatur bedient werden.

Redaktionelle Standards, wie die Verwendung einfacher Sprache, machen Bildungsinformationen zugänglicher. Fachjargon, akademische oder behördliche Sprache können für Nutzer*innen eine Hürde darstellen. Auch Inhalte in sogenannter „Leichter Sprache“ und Gebärdensprache sind verfügbar.

Finanziert wurde der Relaunch aus nationalen Projektmitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, das damit als Medieninhaber von erwachsenenbildung.at seiner Verantwortung zur Umsetzung der gesetzlichen Grundlagen für Webzugänglichkeit gerecht wird.

Ohne Maus, nur mit der Tastatur durch das Portal surfen

Nutzer*innen können nun wie erwähnt auch mit der Tastatur durch die Website navigieren. Das ist vor allem für Menschen mit motorischen oder visuellen Behinderungen, die keine Maus benutzen können, von entscheidender Bedeutung.

Einfach navigieren und bedienen

Die Navigation durch die einzelnen Rubriken begleitet die Nutzer*innen nun bis in die unterste Navigationsebene. Klickt jemand auf eine Rubrik, wird die Navigation dauerhaft seitlich angezeigt. Nutzer*innen behalten somit einen Überblick und erkennen, wo auf der Website sie gerade surfen. Damit können sie effektiver navigieren und schneller zu den gewünschten Informationen kommen.

Bessere Lesbarkeit dank mehr Kontrast

Die Seite wurde auch visuell „aufgeräumt“: Es gibt jetzt weniger farbigen Hintergrund und weniger farbige Grafikelemente. Die Farbkontraste von Texten und Grafiken wurden verbessert. Das unterstützt Menschen mit Sehschwächen, erhöht die Lesbarkeit aber auch für alle anderen. Inhalte können so bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung oder mit unterschiedlich großen oder kleineren Bildschirmen besser wahrgenommen werden. Wer viel am Smartphone surft, schätzt so ein Design auf jeden Fall.

Eindeutigere Gliederung für mehr Übersicht

Neben den Farbkontrasten ist auch die Struktur der einzelnen Seiten und Elemente nun eindeutiger. Beispielsweise sind die unterschiedlichen Ebenen der Überschriften visuell klarer unterscheidbar und werden für Nutzer*innen von assistierenden Hilfstechnologien auch entsprechend ausgespielt. Layout und Struktur der Rubriken machen die Seite übersichtlicher und lesefreundlicher.

Bilder und Videos werden (vor)lesbar

Alternativtexte von Bildern sind für Leser*innen visuell unsichtbar. Für Nutzer*innen, die aufgrund von Sehbehinderungen einen Screenreader verwenden, sind sie jedoch unverzichtbar. Der Alternativtext wird von Screenreadern vorgelesen. Bei Videos gibt es wiederum für Personen mit Hörbeeinträchtigungen Untertitel oder Transkriptionen, damit diese auch visuell wahrgenommen bzw. mitgelesen werden können. Untertitel sind aber auch ein Mehrwert für alle anderen Menschen, die Videos in lauter Umgebung wie in öffentlichen Verkehrsmitteln ansehen, oder für Menschen, die Schwierigkeiten mit gesprochener Sprache haben.

Was die Verantwortlichen dazu sagen

Damit digitale Barrierefreiheit gelingt, braucht es mehr als ein gutes Konzept und definierte Maßnahmenpakete. Digitale Barrierefreiheit umzusetzen, heißt sich für ein neues Qualitätsmerkmal und einen neuen Standard zu entscheiden.

„Auf erwachsenenbildung.at ist der barrierefreie Relaunch gelungen, weil das BMBWF die Wichtigkeit von Digitaler Barrierefreiheit erkannt und gefördert hat – ohne dieses Bekenntnis und die damit verbundenen Mittel wäre es nicht gegangen“, dankt Redaktionsleiter Wilfried Frei dem Medieninhaber BMBWF.

Co-Projektleiterin Birgit Aschemann, selbst qualifizierte Redakteurin für barrierefreie Webinhalte, betont die Notwendigkeit der richtigen und kompetenten Partner*innen: „Das Feedback von Personen, die sich ob ihrer persönlichen Voraussetzungen tagtäglich Barrieren im Internet gegenüber sehen, war ebenso wichtig, wie eine lernwillige wie umsetzungsstarke Webagentur“.

Sabine Schnepfleitner, die als zuständige Redakteurin den barrierefreien Relaunch koordiniert und umgesetzt hat, hält die interne Verständigung für erfolgskritisch: „Es ist gelungen, weil alle Redakteur*innen gemeinsam an der Vertiefung redaktioneller Standards für die digitale Barrierefreiheit gearbeitet und diese in den Redaktionsalltag aufgenommen haben. Wir haben die komplexen Anforderungen der digitalen Barrierefreiheit anwendbar gemacht.“

Wilfried Frei ist sich sicher: „Barrierefreiheit ist zu einem Qualitätsmerkmal von erwachsenenbildung.at geworden, das uns schon jetzt zahlreiche Anfragen um Austausch und Wissenstransfer eingebracht hat."

Frage: Ist erwachsenenbildung.at jetzt vollständig barrierefrei?

Viele Barrieren auf erwachsenenbildung.at wurden abgebaut und eine hohe Zahl der Kriterien der „Web Content Accessibility Guidelines“ (WCAG 2.1) umgesetzt. Die Seite ist jetzt leichter zugänglich, leichter navigierbar und leichter lesbar. Wilfried Frei: „Digitale Barrierefreiheit ist ein Weg, auf den wir uns gemacht haben, der aber bei einem knapp 20-jährigen Portal mit mehreren tausend Unterseiten und laufendem Redaktions- und Weiterbildungsbetrieb kein Ende hat. Auch wenn es nicht möglich ist, alle Hürden gänzlich abzubauen, werden wir unser Möglichstes daransetzen, dem Anspruch der Barrierefreiheit stets näher zu kommen und vermeidbare Hürden aus dem Weg räumen.“

Den aktuellen Status finden Sie in der Barrierefreiheitserklärung.

Teilen Sie uns mit, wenn Sie Schwierigkeiten mit der Nutzung konkreter Seiten und Dokumente haben

Feedback hilft uns, Barrieren zu erkennen und darauf einzugehen. Sofern es unsere Ressourcen erlauben, sind wir bemüht, den Inhalt auf Anfrage barrierefrei aufzubereiten, ihn auszutauschen, oder um eine barrierefreie Alternative zu ergänzen. Schreiben Sie uns dafür an office@erwachsenenbildung.at.

wEBtalk: Digitale Barrierefreiheit am Beispiel von erwachsenenbildung.at

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wEBtalk: Digitale Barrierefreiheit am Beispiel von erwachsenenbildung.at

am Mittwoch, dem 13. Dezember 2023. Da diskutieren wir mit Expert*innen dazu.

Die Anmeldung zum wEBtalk ist noch möglich.

Update 14.12.2023: Die Anmeldung ist nicht mehr möglich. Die Aufzeichnung des wEBtalk vom 13. Dezember wird im Jänner veröffentlicht.

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