Neues mit altem Wissen verknüpfen: Geheimnis didaktischer Reduktion
Neues mit altem Wissen verknüpfen: Geheimnis didaktischer Reduktion

Neuerscheinung: Didaktische Reduktion

04.03.2013, Adrian Zagler, Online-Redaktion
Nicht die vermittelte Stoffmenge ist entscheidend, sondern wie viel die Lernenden aufnehmen können, glaubt Autor Martin Lehner.
Weniger ist manchmal mehr. Diese Binsenweisheit lässt sich auch auf den Bildungssektor übertragen, zumindest wenn es nach Martin Lehner geht. In seinem ca. 200 Seiten starken Werk Didaktische Reduktion geht er nicht nur der Frage nach, was unter diesem Begriff überhaupt zu verstehen ist. Wie schon in seinem Band "Viel Stoff - wenig Zeit" (2009) erläutert Lehner hier wieder einmal, wann und warum didaktische Reduktion sinnvoll ist, und gibt eine Reihe von praktischen Tipps, wie Lehrende Umfang und Dichte des Lehrstoffs reduzieren können. Dabei legt Lehner großen Fokus auf die Lernenden und ihre Bedürfnisse. Und ist überzeugt: Unter gewissen Umständen dürfe sogar "Falsches" gelehrt werden.

Von der Fachlichkeit zur Fasslichkeit
Lehners Buch überzeugt durch die (von UTB bekannte) klare Gliederung und den übersichtlichen Aufbau. Insgesamt verfolgt das Buch einen universalen Ansatz. Es präsentiert verschiedene theoretische Modelle und ebenso praktische Beispiele zu deren Anwendung. Die Beispiele sind großteils dem Schulunterricht entnommen, erstrecken sich aber auch auf Berufs- und Weiterbildung. Besonders interessant für ErwachsenenbildnerInnen ist in diesem Zusammenhang Kapitel 6. Dort wird erläutert, wie im Sinne der Lernendenautonomie die Lernenden selbst die Reduktion übernehmen können, z.B. indem sie innerhalb einer vorgegeben Zeit- oder Platzspanne Inhalte selbst erarbeiten müssen.

Lehner, Martin (2012): Didaktische Reduktion. Bern: UTB. 211 Seiten, 56 Abbildungen, ISBN 978-3-8252-3715-8, EUR 14,99.

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