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Steuerung durch Benchmarking, Monitoring, Forschung

Birgit Aschemann (2016)

Bereits 2003 und später nochmals 2009 wurden bildungspolitische Ziele vereinbart, die bis 2010 bzw. 2020 erreicht werden sollten. Für die Erwachsenenbildung ist vor allem die Benchmark zur Weiterbildungsbeteiligung wichtig.

Europaweit wurde 2003 eine Weiterbildungsbeteiligung Erwachsener von 12,5% angepeilt und bis 2010 nicht erreicht. Dennoch wurde die Zielvorgabe auf 15% weiter angehoben. Zur Erhebung dieses Strukturindikators wird bei den 25-64-Jährigen nach ihrer Teilnahme an Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen in den letzten vier Wochen vor der Erhebung gefragt. Nach den Erhebungen von Statistik Austria 2010 ergab der Strukturindikator einen Wert von 13,7%, und 2014 wurde in Österreich im Jahresdurchschnitt ein Wert von 14,2% erreicht.

Effektivität und Effizienz als Ziel

Indikatorenbasierte Steuerung und vergleichende Berichterstattung haben in der europäischen Bildungspolitik zunehmende Bedeutung erlangt. Ihnen liegt das Ideal der Evidenz zugrunde und damit ein Wunsch nach Messbarkeit, durchgehender rationaler Erklärbarkeit und einfacher Steuerbarkeit komplexer Systeme. In der wirtschaftlichen Krise kommt nicht nur Effektivität, sondern vor allem auch Effizienz als Ideal dazu. Als Steuerungsmechanismus erzeugt das indikatorenbezogene und vergleichende Monitoring einen Rechtfertigungs- bzw. Handlungsdruck in den Mitgliedsstaaten. Zugleich bedeutet die Arbeit mit Benchmarks ein politisch motiviertes Definieren von Grenzwerten, die nicht naturgemäß gegeben sind.

Steuerung anhand der Forschung

Auch groß angelegte Forschungen bilden einen Bestandteil derartiger Steuerung. Ein Beispiel dafür bildet die internationale Großerhebung PIAAC zur Testung der Kompetenzen Erwachsener. Dafür wurden bestimmte Kompetenzen (hier: Lesen, Rechnen und Problemlösen mit digitalen Technologien) ausgewählt und andere nicht, bestimmte Erhebungsmethoden wurden bevorzugt (hier: die digitale Form in der jeweiligen Landessprache) und andere nicht, und bestimmte Grenzen für eine ausreichende Kompetenzausprägung wurden definiert. Diese Entscheidungen haben die Ergebnisse der Studie wesentlich mitbestimmt. Die Ergebnisse wiederum erlangten durch eine entsprechende mediale Aufmerksamkeit große Relevanz für nachfolgende Programmentwicklungen, und die Aktivitäten für die Basisbildung werden durch entsprechende Förderprogramme der Union unterstützt.

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