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Kursleiter/in

Ein ursprüngliches Profil

Von KursleiterInnen wird überwiegend im Zusammenhang mit Volkshochschulen und Urania gesprochen. In anderen Organisationen ist auch von ReferentInnen die Rede. Sie dürften zahlenmäßig das größte Segment im MitarbeiterInnenstab größerer Einrichtungen bilden und arbeiten überwiegend frei- bzw. nebenberuflich. Das Bild des Kursleiters oder der Kursleiterin gehört zu den ältesten Funktionsprofilen innerhalb der allgemeinen Erwachsenenbildung.

Fachwissen reicht nicht aus

Insgesamt ist das Funktionsprofil von KursleiterInnen aufgrund der extremen inhaltlichen Breite der Angebote sehr heterogen. Verschiedene Themengebiete erfordern oft unterschiedliche Anforderungen an die Kompetenzen der KursleiterInnen. In jedem Fall kann gesagt werden, dass Fachwissen alleine - und dies hat mittlerweile für sämtliche im weitesten Sinne "lehrenden" Tätigkeiten in der Erwachsenen- und Weiterbildung Gültigkeit - als Qualifikation längst nicht mehr ausreichend ist. Abgesehen von methodisch-didaktischen Kompetenzen sind zunehmend auch soziale Kompetenzen, sowie Beratungs- und Managementkompetenzen erforderlich. Die früher häufig als eines der Markenzeichen von TrainerInnen angeführte Kompetenz, nämlich über eine besondere Interaktionsfähigkeit mit den VeranstaltungsteilnehmerInnen verfügen zu müssen, ist auch immer mehr für KursleiterInnen eine Notwendigkeit geworden. Der klassische Vortrag als Lehrmethode tritt somit zunehmend in den Hintergrund.

Biografische Nähe zum Thema

Gerade an Volkshochschulen trifft es häufig zu, dass die Kompetenz in dem konkreten Fach, dem sich ein Kursleiter oder eine Kursleiterin widmet, nicht allein aus den jeweiligen Fähigkeiten bzw. dem erworbenen Fachwissen resultiert, sondern auch stark vom jeweiligen Lebenszusammenhang, in dem sich dieser bzw. diese befindet, mitbestimmt wird. Oder anders ausgedrückt: eine Person, die sich als KursleiterIn beispielsweise an einer Volkshochschule bewirbt, tut dies eben häufig nicht alleine deswegen, da sie über ein großes inhaltliches Wissen in einem bestimmten Fachgebiet verfügt, sondern auch aufgrund einer starken persönlichen Affinität zu selbigem. Man könnte auch sagen, dass es mehr um sogenanntes "gelebtes Wissen" geht als um das "Erlernte".

Soziale Absicherung

Da es sich bei der Tätigkeit als KursleiterIn, wie bereits erwähnt, meist um eine auf Honorarbasis handelt, ist in jedem Fall auch die Frage nach der sozialen Absicherung zu klären, da Ansprüche wie die Möglichkeit zum Krankenstand, Arbeitslosenversicherung, Urlaubsanspruch etc. nicht gegeben sind. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn die Kursleitertätigkeit nicht ausschließlich nebenberuflich erfolgt, sondern als eine (in der Praxis dann fast immer) aus verschiedenen Kursen an mehreren Einrichtungen zusammengesetzte hauptberufliche Tätigkeit geplant ist.
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