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Funktionsprofile von ErwachsenenbildnerInnen

Was sind die Aufgaben von ErwachsenenbildnerInnen?

Auf die Frage nach ihrer Berufsbezeichnung verfallen ErwachsenenbildnerInnen immer wieder in ein Ringen um Worte. Klassische Einteilungen etwa in "administratives Personal" und "Lehrpersonal" sind heute nicht mehr in der Lage, die aktuelle Berufssituation adäquat zu beschreiben. Bin ich nun ReferentIn, SeminarleiterIn, TrainerIn oder KursleiterIn, pädagogische MitarbeiterIn, BildungsmanagerIn oder Coach? Vorliegend werden verschiedene Modelle vorgestellt, die zu fassen versuchen, was ErwachsenenbildnerInnen eigentlich alles tun (Tätigkeitsprofile), was ihre Aufgaben sind (Funktionsprofile) und welche Entwicklungen sich abzeichnen.

Funktionsprofile nach Anneliese Heilinger (2008)

Anneliese Heilinger unterscheidet zwischen folgenden Funktionen:
  • BildungsmanagerInnen (LeiterInnen, pädagogische MitarbeiterInnen, Programmverantwortliche)
  • Lehrende (z.B. TrainerInnen, Kurs- und SeminarleiterInnen, DozentInnen, Vortragende, Coaches etc.)
  • BeraterInnen
  • BibliothekarInnen
  • FunktionärInnen
  • administrative Kräfte
  • Hauspersonal

Die "gängigsten" Funktionsprofile

In der Praxis sind diese Profile nur selten in Reinkultur anzutreffen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um Mischformen und Sets diverser Tätigkeiten. Wir stellen Ihnen hier die gängigsten Funktionsprofile nach Heilinger (2005) vor.

Weitere Funktionsprofile

Nicole Lafer und Claudia Sodl identifizierten 2008 infolge ihres Projekts "Bildung - Studium - Beruf" an der Universität Graz zusätzlich zu den bereits von Heilinger genannten Funktionsprofilen folgende Arbeitsfelder von ErwachsenenbildnerInnen:
  • BerufsberaterIn
  • LehrerIn
  • Freizeit/ErlebnispädagogIn
  • MuseumspädagogIn
  • TheaterpädagogIn

Tätigkeitsprofile

Die einzelnen Funktionsprofile decken jeweils ein Set von Tätigkeiten ab, für die Sie hier eine kurze Zusammenstellung finden.

Tätigkeitsprofil nach Heilinger 2005

  • Lehre
  • Planung
  • Beratung
  • Organisation
  • Public Relation
  • Verwaltung
  • Evaluation
  • Bedarfserhebung

Tätigkeitsprofil nach Kraft 2009

  • Management (u.a. Organisation einer Einrichtung, Qualitätsentwicklung und -sicherung)
  • Marketing & Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Präsentation der Einrichtung, Pressearbeit)
  • Programm- und Angebotsplanung (u.a. Bedarfs- und Zielgruppenanalyse, konkrete Angebotserstellung)
  • Lehre (u.a. Unterrichtsvorbereitung, didaktische Planung)
  • Beratung (u.a. Analyse von Lernzielen, Lerncoaching)
  • Verwaltung (u.a. Personalsachbearbeitung, Statistik und Berichtswesen)

Kraft spricht von einem breit gefächerten Aufgabenfeld in der Weiterbildung und dementsprechend vielfältigen Tätigkeiten der WeiterbildnerInnen. Auch sie erwähnt analog zu Heilinger, dass es in der Praxis zwischen diesen verschiedenen Aufgabenbereichen viele Schnittmengen gibt.
  • Die Gestaltung von Lehr- und Lernsettings steht im Mittelpunkt.
  • Selbstgesteuertes Lernen und Eigenaktivität der Lernenden wird vermehrt unterstützt.
  • Unterschiedliche Angebotsformen in der Weiterbildung werden zunehmend ausdifferenziert.
  • Der Bedarf an Information und Beratung steigt.
  • Die Integration medial unterstützter Lernorganisationsformen wächst an.
  • Die Bedeutung informell erworbener Kompetenzen erhöht sich.
  • "Performance Improvement": Durch Optimierung der Arbeitsumgebung, Ressourcen und Informationen werden die Leistungen verbessert.
  • Die Bedeutung von Beratungsformen, Blended oder E-Learning und arbeitsplatzorientierter Weiterbildung nimmt zu.

Trends in der betrieblichen Weiterbildung

  • An Lernende wird vermittelt, wie sie sich selbst Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen können.
  • Umfeldbedingungen werden lernfreundlich gestaltet.
  • Führungskräfte werden hinsichtlich ihrer pädagogischen Aufgaben beraten und begleitet.
  • Das Zusammenspiel von Fachlichkeit und pädagogischen Kenntnissen wird immer wichtiger.

Forschungs- und Strukturierungsbedarf

Forschungs- und Strukturierungsbedarf besteht nach wie vor darin,
  • Aufgaben und Tätigkeiten von WeiterbildnerInnen in den Fokus der Forschung zu stellen,
  • Aufgaben- und Tätigkeitsfelder in tätigkeitsbezogene Kompetenzprofile zu übersetzen und
  • Kompetenzanforderungen für das Berufsfeld Weiterbildung zu formulieren.

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