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Coach

Modern geworden

Spätestens seit den 1990er Jahren sind dem Begriff Coaching Flügel gewachsen. Der neue Beruf hat so auch das weite Feld der Beratungsarbeit aufgewertet. Im Zuge der Popularisierung des Coachingbegriffes hat jedoch auch seine Bedeutungsvielfalt zugenommen. Während die einen meinten, dies hätte der Entwicklung der noch relativ jungen Disziplin geschadet, sahen die anderen darin einen Motor für ihre zunehmende Professionalisierung. Mittlerweile ist in Österreich die Professionalisierung voll im Gange und man ist bemüht notwendige Entwicklungen voranzutreiben, um für das Berufsfeld Coaching sowohl die nötigen formalen als auch inhaltlichen Rahmungen für eine gesicherte Zukunft zu schaffen. Mehrere Berufs- und Dachverbände formulierten ein Funktionsprofil, das wir Ihnen hier kurz skizzieren.

Was ist Coaching?

In der Erwachsenenbildung wird unter Coaching im engeren Sinne zumeist Lernberatung sowie Unterstützung für den Umgang mit biographischem Wandel (beruflich oder privat) verstanden. Coaches unterstützen den individuellen Lernprozess durch Beratungsgespräche und analysieren gemeinsam mit TeilnehmerInnen oder KlientInnen die subjektiven Bedingungen von Lern- und Bildungserfolgen. Auf dieser Basis werden Veränderungs- und Lernprozesse eingeleitet und begleitet. Darüber hinaus werden KlientInnen hinsichtlich ihrer weiterführenden Fortbildung beraten - womit eine Schnittstelle zur Bildungsberatung gegeben wäre. Coaching als Angebot der Erwachsenenbildung muss auch im Rahmen der allgemeinen Individualisierung von Bildungsprozessen betrachtet werden. Wo die klassische Erwachsenenbildung mit ihrer gruppenbezogenen Didaktik nicht mehr zum Erfolg führt, gelten (begleitende) Einzelangebote heute als ein Königsweg.

Definition und Beschreibung von Coaching: International Coach Federation

Für die International Coach Federation Austria (ICF) ist Coaching eine andauernde Partnerschaft, welche den Klienten bzw. die Klientin unterstützt, seine bzw. ihre Ziele im persönlichen und beruflichen Leben zu verwirklichen. Durch den Coaching-Prozess können KlientInnen umfassend lernen, ihre Leistungen verbessern und die Lebensqualität erhöhen. Die Klientin bzw. der Klient bringt ihre bzw. seine Thematik in jede Coaching-Sitzung ein, während der oder die Coach intensiv zuhört und mit Beobachtungen und Fragen zur Seite steht. Die Interaktion führt den Klienten bzw. die Klientin zu umfassender Klarheit und aktivem Handeln. Coaching beschleunigt den Fortschritt der Klientin bzw. des Klienten, da sie bzw. er sich über ihre bzw. seine Möglichkeiten bewusst wird und diese in den Mittelpunkt stellt. Der Coach konzentriert sich darauf, wo sich der Klient bzw. die Klientin heute befindet und auf seine bzw. ihre Bereitschaft, Veränderungen herbeizuführen, um dorthin zu gelangen, wo sie bzw. er morgen sein möchte.

Definition und Beschreibung von Coaching: Österreichische Vereinigung für Supervision

Die Österreichische Vereinigung für Supervision (ÖVS) definiert Coaching als ein eigenständiges Feld berufsbezogener Beratung und eine spezielle Form von Supervision.

Coaching hat eine spezifische Fokussierung, Methodik und Arbeitsstrategie. Charakteristisch dafür sind die themenspezifische Unterstützung durch eine begrenzte Anzahl von Beratungseinheiten sowie die Vermittlung von "skills" in kurzen Trainingssequenzen. Coaching richtet sich primär an Personen mit Führungs- und Managementaufgaben.

Definition und Beschreibung von Coaching: Austrian Coaching Council

Das Austrian Coaching Council (ACC) beschreibt Coaching als einen interaktiven personenzentrierten Beratungs- und Begleitungsprozess im beruflichen Kontext, der zeitlich begrenzt und thematisch (zielorientiert) definiert ist. Die individuelle Beratung von einzelnen Personen, Gruppen oder Teams richtet sich dabei auf die Arbeitswelt bezogene, fachlich-sachliche und bzw. oder psychologisch-soziodynamische Fragen bzw. Problemstellungen. Coaching findet demnach auf einer tragfähigen Beziehungsbasis statt, die durch Freiwilligkeit, gegenseitigen Respekt und Vertrauen begründet ist und eine gleichwertige Ebene des Kooperierens bedingt. Das Gespräch zielt immer auf eine Förderung von Selbstreflexion und -wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung, um Unterstützung zur Selbsthilfe (-management) zu geben. Coaching ist stets ergebnis- und lösungsorientiert.
Coaching als Beruf ist in Österreich eine noch relativ junge Erscheinung. Die Entwicklung der Sparte boomte vor allem in den 1990er-Jahren. Coaching als Begriff wurde und wird gerne verwendet, um Beratungsarbeit als solche aufzuwerten. Aber ist jede Beratung gleich Coaching? Wie die angeführten gängigen Definitionen gut veranschaulichen, ist dem nicht so. Man ist in Fachkreisen deswegen bemüht, den Begriff einerseits klar zu definieren und ihn andererseits von anderen verwandten Berufsfeldern abzugrenzen. Dem ACC zufolge grenzt sich Coaching vor allem in der Themenauswahl von anderen beratenden Berufen ab. Der berufliche Kontext und die damit verbundenen persönlichen und zwischenmenschlichen Belange sind Hauptfokus im Coaching – klar zu trennen von Psychotherapie auf der einen Seite und Skilltraining auf der anderen Seite.

Tätigkeiten von Coaches

Coaches begleiten KlientInnen (sogenannte "Coachees") bei Lösung von Situationen oder Problemen. Auf der Website von coaching.cc findet sich dazu folgende Erläuterung: "Das Problem oder die als belastend empfundene Situation wird in der Coaching-Sitzung durch den Coaching-Kunden immer mehr strukturiert, um letztendlich zu einer für ihn bzw. sie stimmigen und maßgeschneiderten Lösung zu kommen. Der Coach erteilt keine Ratschläge bzw. leitet nicht den Verlauf des Coachings - im Vordergrund stehen allein die Wünsche und Ziele des Kunden bzw. der Kundin. Der Coach stellt nur die richtigen Fragen bzw. lässt verschiedene Instrumente und Techniken einfließen, die es der Kundin bzw. dem Kunden möglich machen, für sich selbst und in sich selbst Lösungen und neue Wege zu finden, um seine bzw. ihre Ziele zu erreichen. Wichtig ist, dass der Kunde bzw. die Kundin angeregt wird, selbständig Lösungen für Probleme, Situationen zu entwickeln."

Welche Fragen und Themen können im Coaching bearbeitet werden?

  • Beratung in Führungs- und Managementaufgaben
  • Impulse zur Gestaltung der Führungsrolle
  • Entwicklung der persönlichen Performance (z.B. bei Präsentationen)
  • Unterstützung bei Veränderungsprozessen und in Krisensituationen
  • Hilfestellung bei der persönlichen Karriereplanung

Wer darf sich Coach nennen?

Da Coaching nur vage an einen Kompetenznachweis gebunden ist, bemühen sich die verschiedenen Verbände um die Förderung der Qualifizierung und führen Zertifikate.

Bei der Österreichischen Vereinigung für Supervision (ÖVS) basiert die Kompetenz des Coaches auf einer umfassenden und anerkannten ÖVS-Supervisionsausbildung.
Diese dauert mindestens fünf Semester und kann erst ab dem 27. Lebensjahr und einer abgeschlossenen Berufsausbildung absolviert werden.
ÖVS-SupervisorInnen und Coaches sind verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Die ÖVS hat als qualitätsorientierte Berufsorganisation ethische Richtlinien erstellt, die für alle Mitglieder zwingend vorgeschrieben sind.
Das Austrian Coaching Council (ACC) setzt für eine Aufnahme in seine Liste von Coaches die Vollendung des 27. Lebensjahres, nachweisbare fachliche Qualifikation, Vertrauenswürdigkeit und volle Geschäftsfähigkeit voraus. Dabei wird zwischen Mindestvoraussetzungen für Coaches, Senior-Coaches, Lehr-Coaches unterschieden. Auch für die Aufnahme von Ausbildungsinstituten in die Liste der anerkannten Coaching-Bildungseinrichtungen hat der ACC Kriterien formuliert.
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