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LLL - Grundtvig (2007 - 2013)

Grundtvig ist das Programm der Europäischen Union, das auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der Erwachsenenbildung sowie auf die Einrichtungen und Organisationen ausgerichtet ist, die entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern. Es ist ein Teilprogramm des Programms für Lebenslanges Lernen.

Die Einreichfristen sind je nach Aktivität unterschiedlich und im Terminkalender erfasst.
Programm und Ziele
Grundtvig ist das Programm der Europäischen Union, das auf die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der Erwachsenenbildung jeglicher Art sowie auf die Einrichtungen und Organisationen ausgerichtet ist, die entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern.

Im Vordergrund stehen dabei die Ziele:

  • Bewältigung der durch die Alterung der Bevölkerung entstehenden Bildungsherausforderungen
  • Bereitstellung von Möglichkeiten für Erwachsene, ihr Wissen und ihre Kompetenzen auszubauen

GRUNDTVIG unterstützt die Mobilität Einzelner, so genannte Lernpartnerschaften, innovative Projekte und Netze.

Die operativen Ziele des Programms sind:

  • Verbesserung von Qualität und Zugänglichkeit der Mobilität mit dem Ziel, bis zum Ende der Programmlaufzeit die Mobilität von 7 000 Personen pro Jahr zu unterstützen
  • Verbesserung der Zusammenarbeit (Qualität und Umfang)
  • Unterstützung benachteiligter und schutzbedürftiger Personen, insbesondere von älteren Menschen und Menschen, die ihren Bildungsweg ohne Grundqualifikation abgebrochen haben, und Bereitstellung von Alternativen für diese Personengruppe
  • Förderung der Entwicklung innovativer Verfahren und ihrer Übertragung zwischen den Teilnehmerländern
  • Förderung der Entwicklung von innovativen, IKT-gestützten Inhalten, Diensten, pädagogischen Ansätzen und Verfahren
  • Verbesserung der pädagogischen Konzepte und des Managements von Erwachsenenbildungseinrichtungen
Zielgruppen
Zugang zum Programm haben:


  • öffentliche Institutionen wie Behörden, Verwaltungen und Regierungsstellen
  • Einrichtungen in öffentlicher oder privater Trägerschaft wie Initiativen, Vereine, Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder
  • Nichtregierungsorganisationen

Die Zielgruppen können also aus allen Bereichen der Erwachsenenbildung kommen.

Antragsberechtigt sind Einrichtungen sowie deren Beschäftigte, sofern es sich um Mobilität handelt, (direkte Zielpersonen) wie Lehrende, Multiplikatoren, WissenschaftlerInnen oder SozialarbeiterInnen sowie denjenigen, die mit Erwachsenen oder benachteiligten Jugendlichen (indirekte Zielgruppen) arbeiten.
Geförderte Aktivitäten

Für alle Aktionen gilt: Zu bestimmten Zeiten werden "Calls" veröffentlicht, die zur Antragstellung aufrufen. Anträge können nur von "juristischen Personen" (Einrichtungen wie Organisationen, Unternehmen, etc.) eingereicht werden, nicht jedoch von Einzelpersonen. Die Antragsformulare können je nach Aktion entweder bei der Nationalagentur Österreich oder der Exekutivagentur angefordert bzw. heruntergeladen werden.

 

Im Rahmen des Programms Grundtvig kann Folgendes gefördert werden:

 

    • Mobilität von Einzelpersonen, einschließlich angemessener Vorbereitung, Begleitung und Unterstützung
      Gefördert werden Aufenthalte von Lehrkräften und Personal in der Erwachsenenbildung in einem anderem europäischen Land.  

      Anträge sind bei der Nationalagentur Österreich einzureichen.
    • "Grundtvig-Lernpartnerschaften" zu Themen von gemeinsamem Interesse
      In der Grundtvig-Lernpartnerschaft arbeiten Lehrende und Lernende aus mindestens drei teilnehmenden Staaten zusammen an einem oder mehreren Themen, die für die Partnerorganisationen von gemeinsamem Interesse sind. Dieser Austausch von Erfahrungen, Verfahren und Methoden soll zum gesteigerten Bewusstsein für die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Vielfalt Europas und zu einem verbesserten Verständnis für die Bereiche gemeinsamen Interesses in der Erwachsenenbildung beitragen.

      Anträge sind bei der Nationalagentur Österreich einzureichen.
       
    • Multilaterale Projekte zur Verbesserung der Erwachsenenbildungssysteme
      Multilaterale Projekte dienen der Verbesserung von Erwachsenenbildungssystemen durch die Entwicklung und den Transfer von Innovationen und vorbildlichen Verfahren. Multilaterale Projekte sollen darauf abzielen, hochwertiges Lehr- und Lernmaterial sowie innovative Lehrmethoden zu entwickeln und in Bereichen wie Anerkennung von Kenntnissen und Fähigkeiten, Orientierung und Beratung im Bereich der Erwachsenenbildung geeignete Lösungen oder Informationstools zu konzipieren.

      Anträge sind bei der Exekutivagentur einzureichen.
    • Thematische "Grundtvig-Netze" aus ExpertInnen und Organisationen
      Dies betrifft Netzwerke, welche die Erwachsenenbildung in dem sie betreffenden Fach, Themenbereich oder Managementaspekt entwickeln, einschlägige bewährte Verfahren und innovative Konzepte ermitteln, verbessern und verbreiten, inhaltliche Unterstützung für Projekte und Partnerschaften bereitstellen und die Entwicklung von Bedarfsanalysen und Qualitätssicherung fördern.

      Anträge sind bei der Exekutivagentur einzureichen.

 

    • Flankierende Maßnahmen
      Hierunter sollen Aktivitäten ermöglicht werden, die im Sinne der Ziele des Programms sind, aber in den anderen GRUNDTVIG-Maßnahmearten nicht gefördert werden können, beispielsweise Aktivitäten für die bessere Verbreitung von Projektergebnissen, Informationsoffensiven zum Thema Erwachsenenbildung, usw.

      Anträge sind bei der Exekutivagentur einzureichen. 

 

  • Innovation und Kreativität
    GRUNDTVIG unterstützt innovative und kreative Kooperationsmaßnahmen zwischen europäischen PartnerInnen.

 

  • Grundtvig Workshops

Diese Aktion fördert die themenbezogene Zusammenarbeit in einem Projekt von Einrichtungen aus drei verschiedenen EU-Ländern. In einem 2-jährigen Projekt tauschen sich die ProjektpartnerInnen über die Rahmenbedingungen, konkrete Fragestellungen und Best Practise Beispiele in ihren Ländern aus.

Anträge sind bei der Nationalagentur einzureichen.

  • Grundtvig Assistenz

Diese Aktion ermöglicht zukünftigen oder bereits tätigen ErwachsenenbildnerInnen, für einige Monate in einer Erwachsenenbildungs-Einrichtung in einem anderen Land zu arbeiten. Dauer des Assistenzeinsatzes: 12-45 Wochen.

Anträge sind bei der Nationalagentur einzureichen.

  • Grundtvig Besuche und Austausche

Personal von Erwachsenenbildungseinrichtungen, das sich auf europäischer Ebene mit KollegInnen austauscht, andere EB-Einrichtungen besucht oder an einer Konferenz teilnehmen möchte, kann eine Förderung über diese Aktion beantragen. Dauer des Auslandsaufenthaltes: Bis zu 12 Wochen.

Anträge sind bei der Nationalagentur einzureichen.

  • Freiwilligenprojekte 50+
    Diese Aktion ermöglicht BürgerInnen ab 50 Jahren, ihr Wissen und ihre Erfahrung in einer Organisation der Erwachsenenbildung in einem anderen Land einzubringen. Projektanträge werden von jeweils einer entsendenden und einer aufnehmenden Organisation, die mit den Freiwilligen arbeiten, gemeinsam eingereicht.


Anträge sind bei der Nationalagentur einzureichen.

Einsatzbeispiel I: Multilaterales Projekt "E-DysGate - Stärke Deine Sinne!"

Projektbeschreibung

"E-DysGate - Stärke Deine Sinne!" setzt sich mit Legasthenie bei jungen Erwachsenen auseinander.

 

Viele Menschen kennen Legasthenie lediglich als eine Lese- und Schreibschwäche (LRS). Doch die Ursachen für diese Schwächen sind neurologische Abweichungen beim Erlernen und Anwenden bestimmter Fähigkeiten. Sie beeinflussen daher auch viele andere Bereiche des täglichen Lebens. Mit interaktiven Übungen können Betroffene diese Fähigkeiten trainieren.

 

Legasthenie (oder Dyslexie) ist eine lebenslängliche genetische Disposition. Für das Training von jungen legasthenen Erwachsenen müssen Betroffene sowie TrainerInnen derzeit in der Regel auf Materialien für Kinder zurückgreifen. Das Üben mit ''kindlichen'' Inhalten ist für junge legasthene Erwachsene so demotivierend, dass sie das Legasthenie-Training ganz verweigern und lieber ihre Leistungsschwächen in Ausbildung und Beruf ertragen. Jedoch, gerade junge Erwachsene, können mit geeigneten Trainingsunterlagen nachhaltige Verbesserungen erreichen. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Stärkung und Stimulierung von Sinneswahrnehmungen eine Voraussetzung für die Entwicklung komplexerer Key Skills und von großer Bedeutung für die Bewältigung von Beruf und Alltag ist.

Im Rahmen des Projekts wurde eine motivierende interaktive Lernumgebung zum Training von Sinneswahrnehmungen für junge legasthene Erwachsene entwickelt. Die Übungen basieren auf einer starken Visualisierung, d.h. es wird wenig Sprache eingesetzt. Die Trainingsmaterialien können jederzeit und von jedem Ort vom Projektportal aufgerufen werden und sind somit leicht zugänglich. TrainerInnen können ihre Angebote qualitativ verbessern, indem sie die Übungen in ihre individuellen Angebote implementieren. Die teilnehmenden Institutionen kommen aus Österreich, Bulgarien, Dänemark, England und Spanien.

Im Rahmen des Projekts entstehen motivierende und stimulierende Lernspiele, die vor allem Fähigkeiten direkt und indirekt ansprechen, welche für die berufliche Ausbildung legasthener Jugendlicher wichtig sind. Die Lernspiele können von jungen Erwachsenen in ganz Europa gespielt werden, da sie nicht auf den Grundsätzen einer speziellen Sprache beruhen. Sie wurden in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen entwickelt.

 

Insgesamt konnten dadurch bereits folgende Projektergebnisse erzielt werden:

 

  • Über 100 interaktive Lernspiele für das Trainieren von sieben Wahrnehmungsbereichen 
  • Guide für TrainerInnen in Englisch, Deutsch, Dänisch, Spanisch, Bulgarisch
  • Valorisierungskonferenzen

Koordination

E-Learning Concepts Rietsch KEG
Kumberger Weg 8, 2242 Prottes, AT
E-Mail: rietsch@elearning-concepts.at
Webseite: http://www.edysgate.org
Kontakt: Dr.in Petra Rietsch

ProjektpartnerInnen

Spunk Grafik/Design und Text, Wien, AT
Infoart, Plovdiv, BG
Havredal Gl. Skole, Karup, DK
Ibis Creative Consultants LTD., Sutton, UK
Confederacion de Empresarios de Aragon, ES
Einsatzbeispiel II: Netzwerk "CrossOver - Erwachsenenbildung in europäischen Grenzregionen"

Koordination

Burgenländische Forschungsgesellschaft
Domplatz 21, 7000 Eisenstadt
E-Mail: alfred.lang@forschungsgesellschaft.at
Webseite: http://www.forschungsgesellschaft.at
Kontakt: Alfred Lang

Projektbeschreibung

Das Innovative am GRUNDTVIG 4.1 Projekt "CrossOver. Adult Education in European Border Regions as a Tool for the European Integration" lag darin, erstmals Erwachsenenbildungseinrichtungen aus europäischen Grenzregionen zu einem Netzwerk zusammenzuschließen, um einen gemeinsamen Informations- und Erfahrungsaustausch zu betreiben. Grenzüberschreitende Erwachsenenbildung ist eine spezifische Form transnationaler europäischer Bildungskooperation. Mehr als andere sind Lernende in Grenzregionen mit Problemen wie unterschiedlichen Zugangsbedingungen zu den Bildungssystemen, schwer miteinander vergleichbaren Bildungsabschlüssen, verschiedenen Sprachen und kulturelle Werthaltungen oder unterschiedlichen historische Erfahrungen konfrontiert. 
Das Projekt, an dem 15 PartnerInnen aus neun europäischen Ländern beteiligt waren, konnte zeigen, dass sich in den europäischen Grenzen verschiedene Modelle grenzüberschreitender Bildungskooperationen entwickelt und etabliert haben, wobei Art und Ausmaß der Kooperation sehr unterschiedlich sind. Die Palette der Modelle reicht von organisierten Bildungsreisen im Rahmen von Volkshochschulen bis hin zu gemeinsamen, bi- oder trilateralen beruflichen Aus- und Weiterbildungszentren.
Neben einer in vier Sprachen (DE, EN, HU, SK) übersetzten Publikation mit dem Titel "Bildung über Grenzen. Erwachsenenbildung in europäischen Grenzregionen" hat das Projektkonsortium Empfehlungen zur Förderung der Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen in Grenzregionen vorgelegt. Modelle, Erfahrungen und Perspektiven der grenzübergreifenden Erwachsenenbildung in Europa standen hingegen im Mittelpunkt eines so genannten Europäischen Thematischen Seminars, das im Juni 2006 in Rust am Neusiedler See stattfand. Anhand von Fallbeispielen wurden in Vorträgen und Workshops praktische Erfahrungen ausgetauscht und Best-Practice Modelle diskutiert. Die Konferenzsprachen waren Deutsch, Englisch und Ungarisch. Insgesamt besuchten an den drei Konferenztagen rund 160 Personen aus acht europäischen Ländern und neun Grenzregionen die Vorträge und Workshops. Alle Projektaktivitäten sind in einem Projektbericht sowie auf einer Projektwebseite dokumentiert. Die Burgenländische Forschungsgesellschaft als Koordinatorin hat mit diesem Projekt nicht nur thematisches Neuland betreten, CrossOver war 2006 auch eines von nur fünf Projekten dieser Art in Europa und ist bis dato das erste und einzige, das von Österreich koordiniert wurde.

ProjektpartnerInnen

Burgenländische Konferenz der Erwachsenenbildung (BuKEB), AT
Verband Österreichisches Volkshochschulen (VÖV), AT
Landesverband Burgenländischer Volkshochschulen, AT
Volkshochschule Aachen, DE
Volkshochschule Stadtverband Saarbrücken, DE
Volkshochschule Hoyerswerda, DE
Kemi-Tornion Ammattiopisto, FI
ROC Rijn IJssel, NL
Šiauli? Regiono Pl?tros Agent?ra, LT
Akadémia vzdelávania, SK
Centrum vzdelávania neziskových organizácií (CVNO), SK
Stiftelsen Utbildning Nordkalotten, SE
Central European Cultural Cooperation EEIG, CZ
Nyugat-dunántúli Regionális Fejlesztési Ügynökség Kht., HU
ESF - Aktuelle Calls EBmooc