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Magazin erwachsenenbildung.at

Basisbildung aktuell

Verbindlichkeiten, Abgrenzungen, Gemeinsamkeiten

Nr.33 | Februar 2018 | ISSN 1993-6818

Kurzzusammenfassung

Was ist Basisbildung? Meb33 versammelt aktuelle Positionen zu Basisbildung und diskutiert unterschiedliche Konzepte.

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Thomas Fritz

Auf der Suche nach den „Analphabeten”

... und wenn wir keine finden, dann machen wir uns welche!

Hans Magnus Enzensberger adressierte 1985 in seiner Rede „Das Lob des Analphabeten“ die Stigmatisierung von Menschen mit Basisbildungsbedarf und die seit der Aufklärung erkenn­bare ökonomische Verwertbarkeit von Wissen sowie die Machtausübung der literaten, elitären Gesell­schaftsschichten gegenüber den „Ungebildeten”. Wie steht es diesbezüglich um die Basis­bildung in Österreich? Ist Basisbildung nur (mehr) eine Voraussetzung für Employability oder doch mehr? Welches Menschenbild verbirgt sich hinter begrifflichen Konstruktionen wie dem „funktionalen Analphabetismus“? Ist Bildungsverweigerung zu einem kriminellen Delikt geworden oder essenziell, um über sich selbst noch frei verfügen zu können? Der Beitrag stellt neben diesen und weiteren kritischen Fragen ein Modell der Basisbildung vor, das sich der gegenwärtigen Ökonomisierung und Funktionalisierung von Basisbildung entzieht: Critical Literacy. Hier wird das Individuum nicht im Sinne neoliberalistischer, pseudo-individualer Schuldzuschreibungen und Verantwortungsübertragungen begriffen, erklärt der Autor. Vielmehr beschreibt Critical Literacy das Individuum als fähiges Subjekt, das seine vorhandenen Handlungsmöglichkeiten auszubauen trachtet. Die „Prinzipien und Richtlinien für Basisbildungsangebote“ (2017) in Österreich verstehen sich als ein Beitrag, um Critical Literacy auch programmatisch umzusetzen. (Red.)
  1. Thomas Fritz