Magazin erwachsenenbildung.at
Autor*innen: Barbara Kreilinger, Elisabeth Schalk, Christian Kloyber

Editorial

Kreilinger, Barbara/Schalk, Elisabeth/Kloyber, Christian (2015): Editorial. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Ausgabe 24, 2015. Wien. Online im Internet: http://www.erwachsenenbildung.at/magazin/15-24/meb15-24.pdf. Druck-Version: Books on Demand GmbH: Norderstedt.
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Gesundsein ist zur Norm erhoben worden. Was ist dann aber der kranke Mensch? Die Beiträge der vorliegenden Magazinausgabe zeigen, wie gesellschaftliche und strukturelle Bedingungen, Rahmungen und Denkweisen die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten des einzelnen Menschen maßgeblich beeinflussen. Die Autorinnen und Autoren diskutieren den Zusammenhang von Bildung und Gesundheit dabei auf vielschichtige Art und Weise. Zu systemkritischen Sichtweisen gesellen sich Analysen über den fortschreitenden Gesundheitsbias im Alter oder den Zusammenhang zwischen Beschäftigung und Gesundheit. Wie Erwachsenenbildung Sinn stiftet oder der Übergang vom Körper-Haben zum Leib-Sein erlebbar wird, ist ebenso Gegenstand der Erörterung wie die Praxis der Gesundheitsbildung und ihrer Angebote sowie deren Abgrenzung im Rahmen von Ö-Cert. Die vorliegenden Beiträge versuchen den Menschen in der Vielfalt seiner Lebenswirklichkeiten ganzheitlich zu erfassen und anzusprechen. Sie zeigen, wie unsere Wahrnehmung von Gesundheit (als selbstverantwortet) gegenüber Krankheit (als selbstverschuldet) aus dem Verhältnis geraten ist. Gesundheitsbildung ist eine mehrdimensionale institutionelle und gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Ist Erwachsenen- und Weiterbildung unter den beschriebenen Rahmenbedingungen womöglich in Gefahr einer Ideologie Vorschub zu leisten, die Gesundheit ausschließlich in die Selbstverantwortung der Individuen übergibt? (Red.)

English Abstract

Being healthy has become the standard. Then what is a sick person? The articles in this edition show how social and structural conditions, frameworks and ways of thinking significantly influence the health and health behaviour of the individual. The authors discuss the complex connection between education and health in a variety of ways. Analyses of progressive health bias in old age or the connection between occupation and health are joined by perspectives which are critical of the system. How adult education creates meaning or the transition from having a body to being a body is experienced is as much the object of discussion as the practice of health education and its offerings as well as their definition as part of Ö-Cert. The articles attempt to understand and speak to human beings integratively in the variety of their everyday realities. They show how our perception of health (as something for which we are responsible) in opposition to illness (as something which is our fault) has fallen out of balance. Health education is a multidimensional institutional challenge involving all of society. Can adult and continuing education under the circumstances described possibly be in danger of encouraging an ideology that hands the responsibility for health over to the individual alone? (Ed.)
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