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Orientierungen in der digitalen Welt: Was Medienpädagogik leisten kann

07.07.2021, Text: Beatrice Kogler, Redaktion/CONEDU
Ein aktuelles Themenheft beleuchtet, welche Rolle der Medienpädagogik im digitalen Transformationsprozess zukommt.
  • Foto: Pixabay Lizenz, PDPics, https://pixabay.com
    Die Medienpädagogik nimmt in der digitalisierten Bildungswelt zentrale Funktionen ein.
In elf Beiträgen widmet sich der Band „Orientierungen in der digitalen Welt" der Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung („MedienPädagogik") den Aufgaben und Möglichkeiten der Medienpädagogik in den verschiedenen Bildungsbereichen. In einer digitalisierten (Bildungs-) Welt soll die Medienpädagogik vor allem in Bezug auf passende Bildungsressourcen Orientierung bieten und pädagogische Zugänge sowie Aufklärung für eine digitale Bildung liefern. Zudem stellt sich die Frage, wie die Medienpädagogik zukünftige und innovative Entwicklungen mitgestalten kann.

 

Orientierungsfunktion

Die Medienpädagogik soll zunächst Orientierung beim Verständnis von Digitalisierung und Bildung geben. Mehrere Beiträge des Bandes versuchen, diese Begriffe zu klären und die Konsequenzen einer digitalen Bildung zu beschreiben.

Dabei ist der Begriff „Bildung" in der digitalisierten Welt schwer zu fassen, denn digitale Technologien haben gesellschaftliche Praktiken sowie die Art und Weise, wie mit Wissen umgegangen wird, grundlegend verändert. Digitale Bildung sollte jedoch nicht als Lösung für Probleme der Allgemeinbildung gesehen werden. Es bedarf jedenfalls einer reflexiven Analyse des Zusammenspiels von Technik und Bildung. Ein Beitrag kommt zum Schluss, dass die Digitalisierung von Bildung eine ständige Reflexion über Medialität braucht. Es ist Aufgabe der Medienpädagogik, ausreichend Reflexionsmöglichkeiten für die Lernenden zu schaffen.

 

Aufklärungsfunktion

Im Hinblick auf digitale Technologien, die die Bildungswelt grundlegend verändern oder gar ersetzen könnten, kommt der Medienpädagogik eine Aufklärungsfunktion zu. Insbesondere wenn es um die möglichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Bildung geht, sollen MedienpädagogInnen die Lernenden darüber aufklären, wie KI funktioniert und welche Intentionen sie verfolgt. Auch wenn es durchaus denkbar ist, dass Künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz überbietet, kann sie nur schlecht mit unbekannten Situationen umgehen. Daher ist und bleibt es eine zentrale Bildungsaufgabe der Medienpädagogik, Kompetenzen zur Urteilsfähigkeit und zum Problemlösen zu vermitteln.
 

Gestaltungsfunktion

Die Medienpädagogik kann zur Gestaltung und Umsetzung von innovativen Bildungsprojekten beitragen, wenn sie sich auf interdisziplinäre Zusammenarbeit einlässt. Vor allem Kooperationen mit InformatikerInnen und PraktikerInnen sind zielführend, da auf diese Weise individuelle Softwarelösungen und Bildungskonzepte entwickelt werden können. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist herausfordernd, denn das Handlungsfeld ist komplex und die verschiedenen Personen haben einen unterschiedlichen Wissensstand. Nur durch Anstrengungen von allen Beteiligten können nachhaltige Softwareentwicklungen für den Bildungsbereich gelingen.

 

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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