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Neue Think Tanks für Europas Bildungsfragen

01.03.2016, Text: Birgit Aschemann, Online-Redaktion
EU Arbeitsgruppen für die ET2020 Strategie nehmen die Arbeit auf. Bei Erwachsenenbildung wird es vor allem um das Lernen im Kontext der Erwerbsarbeit gehen.
  • Foto: Unsplash/pixabay.com CC0 Public Domain Foto: Unsplash/pixabay.com CC0 Public Domain
    In Brüssel geht es jetzt um Arbeitsweltbasiertes Lernen
In einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung haben am 22. Februar 2016 sechs neue Arbeitsgruppen in Brüssel zusammengefunden, um bis Mitte 2018 die Kernthemen der Rahmenstrategie ET2020 voranzubringen. Sie nehmen nun ihre Arbeit entlang von definierten Mandaten auf.

Für diese Arbeit bat Kommissar Tibor Navracic die rund 300 Anwesenden um Kooperation und Schlüssigkeit indem er mahnte: „Please, speak with one voice!“.

Sechs Gruppen und ein Querschnittsthema

Ähnlich wie in der vorigen Arbeitsperiode sind es auch diesmal sechs Arbeitsgruppen, die insgesamt vier Bildungssektoren und zwei übergreifende Inhalte abdecken werden.

Um die aktuellen Migrationsbewegungen zu berücksichtigen, soll das Thema Migration als Querschnittsmaterie in allen sechs Gruppen mitgeführt werden und Gegenstand spezieller Austauschtreffen sein.

Lernen für den Arbeitsplatz

Die Erwachsenenbildung ist in einer eigenen Gruppe vertreten und wird sich mit Lernen im Kontext der Erwerbsarbeit befassen. Die Gruppe wird - anders als der Schul- und Hochschulbereich  - von der Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Integration, Abteilung „Skills“, geleitet.

Das Mandat dieser Gruppe sieht vor, besonders für Erwachsene mit geringerem Qualifikationsstand neue Lösungen zu entwickeln. „Jeder Arbeitsplatz soll ein Ort des Lernens werden“, lautet die Devise. Eine erste Meinungsbildung in der Gruppe zeigte die dringendsten Schwerpunkte auf - nämlich Basisbildung, Kompetenzanerkennung und Fragen der Inklusion.

Bildung zum Schutz von Freiheit und Demokratie

Ganz neu implementiert wurde eine Arbeitsgruppe zur Förderung der Bürgerkompetenz und der gemeinsamen Werte von Freiheit, Respekt und Nichtdiskriminierung durch Bildung. Sie folgt der gemeinsamen Erklärung der BildungsministerInnen nach den Anschlägen von Paris 2015 und zielt auf Gewaltprävention, Antirassismus und Deradikalisierung.

Die Gruppe soll eng mit den anderen Arbeitsgruppen kooperieren und Empfehlungen dafür entwickeln, wie soziale und interkulturelle Kompetenzen und demokratische Werte auf allen Ebenen des Bildungssystems gefördert werden können.

Als sichtbare Outputs aller Gruppen werden voraussichtlich Kompendien mit Fallbeispielen und Politikempfehlungen entstehen.

„ET2020-Arbeitsgruppen“ in ihrer vierten Generation

Mit dem Auftaktmeeting im Februar wurde nun bereits die vierte Generation dieser Arbeitsgruppen etabliert.  Die sogenannten „ET2020-Arbeitsgruppen“ sind seit 2009 tätig und bilden einen wesentlichen Bestandteil der Offenen Methode der Koordinierung. Die Methode dient der Abstimmung der Mitgliedsstaaten in jenen Bereichen, die – wie der Bildungsbereich – außerhalb des Primärrechts der Europäischen Union liegen, sodass die Union nur fördernd, unterstützend oder ergänzend eingreifen darf. In den Arbeitsgruppen sind jeweils alle Mitgliedsstaaten sowie Beitrittskandidaten und EFTA-Staaten und diverse Europäische Institutionen und Stakeholder vertreten.
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