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Analogiebildung: Lösungen auf neue Fragen übertragen

11.12.2014, Text: Online-Redaktion
Analogiebildung oder Analogietechnik ermöglicht kreatives Lernen durch die Übertragung von bestehenden Lösungen auf neue Probleme. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung)
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    Kreativ denken mittels Analogien
Die Analogiebildung ist eine Kreativitätstechnik zur Ideenfindung: Was kann ich aus einer Lösung lernen, wenn ich sie auf ein anderes Problem anwende? Analogiebildung hilft beim Überwinden gewohnter Denkmuster, um spontan möglichst unterschiedliche und ungewöhnliche Ideen entstehen zu lassen. Dies kann gelingen, indem eine Problemlösung aus einem Bereich - z.B. der Natur - auf ein Problem aus einem anderen Bereich übertragen wird. Dabei geht es aber nicht um die unmittelbare Übertragung von Lösungen. Vielmehr soll die Betrachtungsweise auf das Problem bzw. die Fragestellung verändert und eine umfassende Denkweise auf der Basis des Schlussfolgerns entwickelt werden.

Konkrete Vorgangsweise
Wie geht man nun dabei vor? Man überträgt die strukturelle Gegebenheit eines Sachverhaltes auf einen anderen und verschiebt damit die Bedeutungsebene, was wiederum neue Lösungsansätze eröffnen kann. Mindestens ein Merkmal des sg. Analogieobjekts, also der zu übertragenen Lösung muss dabei auch ein Merkmal der gesuchten Lösung sein. Konkret geht das in vier Schritten vor sich:

1. Schritt: Die Merkmale der Problem- bzw. Fragestellung identifizieren
2. Schritt: Weitere Inhaber der Merkmale sammeln
3. Schritt: Die Aufgabenstellung aus der Sicht dieser Inhaber lösen
4. Schritt: Die so gefundenen Lösungen auf die Aufgabenstellung übertragen

Ein Beispiel veranschaulicht das am besten.

Beispiel: Gestaltung von Lernräumen
Es werden neue Ideen für die Gestaltung der Räumlichkeiten einer Bildungseinrichtung gesucht. Im 1. Schritt erhebt man die Merkmale der Räumlichkeiten: Das Gebäude ist so und so groß, es gibt viele Räume und lange Gänge usw. Schritt 2 erhebt weitere Inhaber dieser Merkmale. Welche anderen Gebäude sind groß (z.B. Krankenhäuser), welche haben lange Gänge (z.B. Supermärkte, Museen) etc. Nun geht es weiter: Was wird den Menschen dort angeboten? - so die Frage im 3. Schritt. Beispielsweise bieten Museen Kunst, Bilder und Skulpturen... Schließlich stellt sich die Frage, wie diese Angebote auf die Bildungseinrichtung übertragen werden können. Eine Idee wäre, die langen Gänge für Ausstellungen von Kunstwerken zu nutzen und so zu attraktivieren oder die Produkte (Bildungsangebote) des Anbieters dort besser sichtbar zu machen.

Serie "Methoden der Erwachsenenbildung"
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen Studierende und MitarbeiterInnen der Online-Redaktion einzelne Lehr-Lernmethoden sowie deren Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat, zum Beispiel Informieren, Motivieren usw. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.