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Herausforderungen einer Bildung für alle

14.07.2014, Text: Julia Rodlauer, Online-Redaktion
Die UNESCO präsentierte Ergebnisse der Initiative „Education for All“. Die bis 2015 gesetzten Ziele scheinen nicht mehr erreichbar.
  • Foto: (C) Michael Straub
    Asma Zubairi stellt die aktuellen Ergebnisse des EFA Reports 2013/14 vor
Vergangenen April fand in Wien die Präsentation des "Education for All (EFA) Global Monitoring Report 2013/14" statt. Die zentrale Fragestellung der Veranstaltung war, welche Lehren aus den Erfolgen und Versäumnissen der Initiative EFA gezogen werden können. Asma Zubairi, Mitarbeiterin des EFA Global Monitoring Report Teams, stellte die aktuellen Ergebnisse des Berichts vor.

 

Zwischenresümee: Bis 2015 gesteckte Ziele können nicht erreicht werden

Mit der Initiative "Education for all" hat sich die UNESCO sechs Ziele gesetzt, um für möglichst viele Menschen ein Recht auf Bildung durchzusetzen. Im Bereich der Erwachsenenbildung gehört hierzu etwa die Verbesserung des Zugangs zu berufsqualifizierenden Basiskenntnissen für junge Erwachsenen sowie die universelle Alphabetisierung.

 

Zubairi merkte im Rahmen der Veranstaltung an, dass trotz enormer Verbesserungen keines der gesteckten Ziele bis 2015 erreicht werden könne. Bei gleichbleibendem Trend würde es in einigen Ländern 100 Jahre brauchen, bis die Ziele erreicht werden können.

 

Bildungsgerechtigkeit und Bildungsqualität zu wenig im Fokus

Der Bericht verdeutlicht die starken Unterschiede im Zugang zu Bildung, nicht nur zwischen verschiedenen Ländern, sondern auch innerhalb dieser. Den schwersten Zugang zu Bildung haben dem Report zufolge marginalisierte und benachteiligte Gruppen. Diese Entwicklung zeige sich nicht nur in strukturschwachen, sondern auch in OECD-Ländern, führte Zubairi weiter aus.

 

Ein weiteres Anliegen sei die verstärkte Fokussierung der Qualität von Bildung. Diese steige, laut wissenschaftlichen Belegen, wenn LehrerInnen unterstützt werden und lasse nach, wenn sie auf sich allein gestellt sind. Auch adäquat designte Curricula und Beurteilungsstrategien würden die Qualität der Lehre und des Lernens verbessern.

 

Ausblick

Die Ergebnisse des Reports verdeutlichen, dass eine neue Agenda nach 2015 Benachteiligte und am stärksten vom Bildungssystem Ausgeschlossene fokussieren muss, um den Zugang zu Bildung wirklich gerechter zu gestalten, so die Conclusio  aus der an die Präsentation des Reports anschließenden Podiumsdiskussion.

 

Auch die Qualität von Bildung müsse zum Thema gemacht werden. Nicht ganz eindeutig sei aber, was "gute" Bildung denn eigentlich ist und was diese alles beinhaltet. Auch der Frage, ob alle Menschen auf der Welt das Gleiche unter Bildung verstehen, müsse nachgegangen werden, wurde gefordert.

 

Education for All

Die Initiative Education for All (EFA) definierte im Jahr 2000 nachfolgende sechs Ziele, um ein Recht auf Bildung für möglichst viele Menschen der Welt bis 2015 durchzusetzen:

 

  • Verbesserung und Ausweitung der frühkindlichen Bildung (Ziel: vorschulische Bruttoeinschulungsrate von 80%)
  • Zugang (und erfolgreicher Abschluss) aller Kinder zu kostenloser Grundschulbildung (Ziel: universelle Teilhabe)
  • Zugang zu berufsqualifizierenden Basiskenntnissen für junge Erwachsene (keine genauen Zielvorgaben definiert)
  • Verringerung der AnalphabetInnenrate bei Erwachsenen (Ziel: universelle Alphabetisierung)
  • Überwindung des Geschlechtergefälles (Ziel: ausgewogenes Verhältnis zwischen eingeschulten Mädchen und Jungen sowie deren Gleichberechtigung)
  • Sicherung der Bildungsqualität (Zahl der SchülerInnen pro LehrerIn ist ausschlaggebend für die Qualität)

 

Der EFA Global Monitoring Report wird jährlich von der UNESCO herausgegeben, um die Fortschritte der Bildungsinitiative zu messen.