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Methoden für die Bildungsarbeit mit älteren Lernenden

30.04.2014, Text: Philipp Assinger, Online-Redaktion
Wie man mit Lernenden über 50 didaktisch und methodisch kompetent arbeitet, beschreiben S. Haring und H. Bacher in zwei neuen Handbüchern des BMASK.
  • Foto: (C) Anna Rauchenberger Foto: (C) Anna Rauchenberger
    Bildungsarbeit mit Älteren erfordert spezifische Kompetenzen.
Bei Methoden in der Bildungsarbeit für Ältere ist besonders zu beachten, dass deren Bildungsbedürfnisse sehr heterogen und vielfältig sind und  inhaltliche Interessen stark variieren können. Die Angebote sollen geistigen und sozialen Ansprüchen gerecht werden, so die Autorinnen zweier neuer Publikationen über Bildungsarbeit mit Älteren.


Solveig Haring, selbständige Wissenschafterin mit Spezialgebiet Gerontologie, und Herta Bacher, Erwachsenenbildnerin mit langjähriger Erfahrung, zeigen u.a. durch Aussagen von Teilnehmenden, an welchen Stellen man gezielt ansetzen sollte. Im Rahmen der BMASK Offensive "Bildung im Alter - Lebenslangen Lernen" haben die beiden einen Didaktik-Leitfaden für die Bildungsarbeit mit älteren Menschen verfasst. Als Ergänzung zum Leitfaden gibt es ein ausführliches Methoden-Handbuch in dem PraktikerInnen Ideen für die Gestaltung der Lernangebote finden können. Auch audio-visuelle Materialien liegen in Form einer DVD inzwischen vor. Sie enthält fünf Beispielfilme und kann beim BMASK kostenlos bestellt werden.


Teilnehmende wollen aktiv sein

Die Altersgruppe ab 50 interessiert sich u.a. für Technik im Haushalt, Gartengestaltung, Gesundheitsprävention. Aber auch der Umgang mit neuen Medien oder digitaler Fotografie ist sehr beliebt. „Sie wollen beweglich sein, sie wollen ihr Gedächtnis trainieren, sie wollen den Lebensalltag besser bewältigen können (…) und sie wollen in Kommunikation bleiben“ , heißt es in dem Leitfaden.


Für PraktikerInnen empfehlen Haring und Bacher, die Lebenserfahrung der Teilnehmenden zu nutzen. Durch Beachtung des Lebensumfelds und der Biografie kann die Lust am Lernen gefördert werden. „Eine große Herausforderung ist es, Lernerfahrungen hervorzurufen durch die die Lernenden ihre Lebensqualität verbessern und die Teilhabechancen erhöhen können.“  Die Aussagen in den Interviews der Teilnehmenden zeigen auch, wie wichtig eine Sensibilisierung für die Thematik von Alter und Altern ist.


So zielen Methoden wie "Symbolische Jahreszeiten"darauf ab, anhand der Metapher 'Jahreszeit' Veränderungen der eigenen Biografie zu erforschen. Ziel ist es positive Perspektiven zu entwickeln, indem Listen erstellt werden mit Gefühlen des Vergehens ebenso wie mit Einstellungen für die Zukunft. Danach wird ein Text zu einem der Gefühle verfasst und gemeinsam besprochen um biografische Veränderungen zu reflektieren.


Hauptaufgabe der PraktikerInnen ist beraten und unterstützen

Der Studie folgend sollten  PraktikerInnen ihre eigene Rolle reflektieren. Dabei wird empfohlen, eigene Erwartungen zu überdenken oder Stereotype abzubauen. Die beiden Autorinnen streichen in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit personaler Kompetenzen hervor. Gerade weil bei älteren Lernenden weniger inhaltliche Anleitung, sondern mehr Lernprozessbegleitung gefragt ist, rücken persönliche Haltungen von Lehrenden, deren Authentizität und ein differenziertes Verhältnis zum eigenen Alter(n) ins Zentrum der Anforderungen. All das fliesst in die Lernbegleitung und Beratung mit ein.


Ein gleichberechtigter Zugang zu Bildungsangeboten wird angestrebt

Das BMASK verfolgt Forschungen und Modellprojekte mit dem Ziel der gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen durch den gleichberechtigten Zugang zu Bildungsangeboten. Der Didaktik Leitfaden und das Methoden Handbuch fügen sich in diese Aktivitäten ein und leisten einen Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis.