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Walt Disney Methode: Ideen im Rollenspiel generieren

27.11.2013, Text: Online-Redaktion
Mit Disneys Kreativitätstechnik werden Fantasie und Vorstellungskraft gefördert. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung)
  • Walt Disney 1937 (Screenshot) Bild: Wikimedia Commons,
    Walt Disney 1937: Trailer für Schneewitchen und die 7 Zwerge
Der allseits bekannte Walter Elias Disney, Gründer eines globalen Unterhaltungskonzerns und Erfinder beliebter Figuren wie Mickey Mouse, legte seinerzeit unbewusst die Basis einer heute nach ihm benannten Methode. Er entwickelte einen Weg, um eigene Ideen ebenso wie die seiner MitarbeiterInnen zu fördern. Dazu gehört, gedanklich drei verschiedene Rollen bzw. Charaktere einzunehmen und diese durchzuspielen.

In verschiedene Rollen schlüpfen
Insgesamt gibt es drei verschiedene Rollen, die es nacheinander einzunehmen gilt:
  • die Rolle des Träumers/der Träumerin (VisionärIn, IdeenlieferantIn),
  • die Rolle des Realisten/der Realistin (VerwirklicherIn, MacherIn)
  • und die des Kritikers/der Kritikerin (Qualitäts-ManagerIn, Controller).


... und sie an verschiedenen Orten spielen

Die TeilnehmerInnen durchlaufen nun räumlich diese drei "Ecken": die Träumerecke, in der noch so unrealistische Ideen erlaubt sind; die Realistenecke, in der man sich bezüglich der "Träumerecke-Ideen" die Frage nach der Realisierbarkeit stellt und zuletzt die Kritikerecke, in der sich die TeilnehmerInnen kritisch mit den vorher gesammelten Ideen auseinandersetzen. Der Prozess gilt dann als abgeschlossen, wenn alle relevanten Fragen beantwortet sind.

Zuerst Ein-Rollen, dann Aus-Spielen

In der Literatur wird stets ein Probelauf vor der eigentlichen Durchführung der Walt Disney Methode empfohlen. Dabei schlüpfen alle TeilnehmerInnen in die drei Rollen. Das Thema ist ihnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt - es geht vorerst nur um das "Einleben" in die Rollen. In der Träumerecke sollen sich die TeilnehmerInnen an einen wunderschönen und kreativen Moment in ihrem Leben erinnern. In der Realistenecke sollen sie sich nun an eine persönliche Situation erinnern, die sie gut lösen konnten. Es folgt die Kritikerecke, wo eine Situation ins Bewusstsein geholt wird, die kritisch analysiert wurde.

Sind alle drei Rollen gelebt worden, gibt der/die ModeratorIn das zu lösende Problem bekannt und das eigentliche Rollenspiel beginnt. Durch die Walt Disney Methode soll es möglich werden, festgefahrene Denkstrukturen zu lösen und Gegenstände aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Die Methode kann in der Gruppe wie auch alleine durchgeführt werden.

Kreative Umgebung schaffen
Man erzählt sich, dass Disney das Rollenspiel unterstützte, indem er für jede einzelne Rolle jeweils einen eigenen Raum in seiner Firma schuf, der entsprechend der Rollen eingerichtet war. So war der Raum des Träumers groß, hell und mit Bildern verziert. Im Realistenraum befand sich dem Vernehmen nach ein großer Zeichentisch mit allen möglichen, modernen Hilfsmitteln, um die Träume so gut wie möglich realisieren zu können. Der Kritiker oder Kritikerin musste in einem kleinen, engen Zimmer die Entwürfe des Realisten beurteilen und bewerten. In der Bildungspraxis könnte die erste Übung darin bestehen, mit Disneys Methode die Einrichtung solcher Räume kreativ zu planen.

 

Serie "Methoden der Erwachsenenbildung"
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service von und für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen wir einzelne Lehr-Lernmethoden sowie ihre Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat, zum Beispiel Informieren, Motivieren usw. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.