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After Action Review: Methode zum Erfahrungsaustausch

21.11.2013, Text: Online-Redaktion
AAR ist ein Instrument für systematischen Erfahrungsaustausch über abgeschlossene Prozesse, wobei Potenziale künftiger Entwicklung konkretisiert werden. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung)
  • Foto: (C) Anna Rauchenberger Foto: (C) Anna Rauchenberger
    Erfahrungen kollektiv reflektieren
Erfahrungsaustausch in vier Schritten
Diese ursprünglich von der US-Armee als Lerninstrument unmittelbar nach Einsätzen entwickelte Methode ermöglicht den TeilnehmerInnen einen systematischen Erfahrungsaustausch und ist längst im methodischen Inventar von TrainerInnen und ModeratorInnen gelandet. Sie wird in vier Schritten umgesetzt: Zunächst wird gemeinsam mit den Lernenden der ursprünglich geplante Sollzustand, also die Lernziele eines Lehr-Lernprozesses oder eines Projektes ermittelt. Danach wird der Prozess chronologisch aufgearbeitet. Die Lernenden reflektieren dabei nicht nur beobachtbare Handlungen, sondern auch ihre Stimmung, Erwartungen und Gefühle. Im dritten Schritt erfolgt ein Soll-Ist-Vergleich. Die Gruppe ermittelt die Ursachen für Erfolge oder Misserfolge hinsichtlich der Zielerreichung. Ergebnis dieser Anlayse ist eine Zusammenfassung der "Lessens Learned" - im vierten Schritt.

After Action Review fördert Entwicklungspotential
Der AAR fördert die Offenheit, Toleranz und Lernbereitschaft von Gruppen, weil er nicht auf eine Problemanalyse oder gegenseitige Schuldzuweisung fokussiert. Vielmehr geht es um Erkenntnisse, die für künftige Prozesse bzw. Projekte berücksichtigt werden können. Ziel ist es, Fehler und Erfolgsfaktoren des Problems für alle Mitglieder des Teams sichtbar zu machen sowie Schwächen abzubauen.

Erfolgskriterien
Für die Effizienz in der Anwendung dieser Methode sind einige Voraussetzungen nötig: Ein umfangreicherer, formeller AAR ist zumeist effektiver als eine kurze, informelle Variante, allerdings auch ressourcenaufwändiger. Auch die Art der Moderation beeinflusst die Effizienz - eine gute Vorbereitung empfiehlt sich. Diese sollte etwa die zu erwartende Motivation und die Gruppenkonstellation reflektieren und miteinbeziehen. Ziel der Vorbereitung sollte es sein, den AAR in einem möglichst offenen Lernumfeld durchführen zu können. Dieses beinhaltet Vertrautheit, Kritikfähigkeit und eine vorwurf- und vorurteilsfreie Kommunikation.

Varianten des After Action Reviews
Zentral beim AAR ist das arbeitsplatznahe "Action Learning" und das kontextabhängige Erfahrungslernen. Auf dieser Basis arbeiten auch weitere Methoden, denen man die militärische Herkunft der Begrifflichkeiten durchaus anmerkt: Post Action Review und After Activity Review (Synonyme für AAR), Postmortem Review (bei gescheiterten Projekten oder Lernvorhaben), After-Event Review (zu Veranstaltungen). Auch die deutsche Version der "Einsatzbesprechung" kommt dem AAR sehr nahe, ist aber stärker institutionalisiert und tendenziell nicht auf Lehr-Lern-Situationen bezogen. Ergänzend zum AER kann ein "Before Action Review", BAR, zum Einsatz kommen. Dabei werden vorab Ziele und Erwartungen an eine bestimmte Aktion oder einen Abschnitt festgehalten - eine Grundlage für die Abweichungsanalyse im späteren AAR.

Serie "Methoden der Erwachsenenbildung"
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service von und für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen wir einzelne Lehr-Lernmethoden sowie ihre Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat, zum Beispiel Informieren, Motivieren usw. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.