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Buch: Zwischenbilanz Basisbildung in Österreich

07.09.2010, Text: Wilfried Hackl, Online-Redaktion
"In.Bewegung" gibt in aktueller Publikation einen Einblick in die vielfältigen Arbeitsbereiche der Basisbildung.
Schon seit 2005 arbeiten 14 Partnerorganisationen aus ganz Österreich im Projekt "In.Bewegung" zusammen, um die Entwicklung der Basisbildung und Alphabetisierung voranzutreiben. Otto Rath und Mariella Hahn, ISOP GmbH haben im Frühsommer 2010 eine umfangreiche Publikation herausgegeben, die die Entwicklungen der letzten Jahre in ihrer Vielfalt zusammenfasst und ein Kompendium der Basisbildung von In.Bewegung darstellt.

Das 218 Seiten umfassende, großformatige Buch kann unter dem angegebenen Link bei ISOP bezogen werden.

Inhalte und Anliegen
Zenrale Handlungsfelder des Themas Basisbildung spiegeln sich in der Publikation "Zwischenbilanz. Die Basisbildung in Theorie und Praxis.". Zu dieser Publikation trugen Anbieter und Trainer/innen aus dem Netzwerk Basisbildung und Alphabetisierung bei, aber auch Partner/innen außerhalb des Netzwerks, Expert/innen und Wissenschafter/innen. Das Ziel ist, die aktuelle inhaltliche Diskussion der Basisbildung aus theoretischer und praktischer Sicht zu beleuchten.

Im Fokus der Aktivitäten in der Basisbildung stehen die Teilnehmer/innen an den Kursen, an der Zielgruppe orientieren sich die Entwicklung von Angeboten, die Öffentlichkeitsarbeit, die Methodik. Erwachsene mit nicht ausreichender Basisbildung sollten genau das Angebot bekommen, das sie brauchen, daher beschreibt die Zwischenbilanz ein möglichst klares Bild ihrer Lebenswelt, ihrer Motive, ihrer Nutzenerwartungen. Im ersten Kapitel nähert sich die Publikation den Bildern der Zielgruppe an.

Basisbildung und Alphabetisierung ist ein wesentlicher Teil des bildungstheoretischen und bildungspolitischen Diskurses. Definitionsversuche und die Frage nach den Größenordnungen spielen ebenso eine Rolle wie die Schnittstelllen zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeitsmarkt, Schule und Gesundheit. Aktuelle bildungspolitische Diskussionen - etwa die Umsetzung von Lernergebnisorientierung und die Relevanz eines nationalen Qualifikationsrahmen für das Thema Basisbildung - prägen den Diskurs mit.

Mit der stärkeren Orientierung des Diskurses in Richtung Kompetenzen und Qualifizierung drängt sich der funktionale Aspekt von Bildung stark in den Vordergrund und wird auch in der Arbeit am Thema Basisbildung nicht ausgeblendet. In Bewegung setzt in diesem Zusammenhang seine Aktivitäten in Bezug zur Arbeitsbiografie: Erste Probleme am Arbeitsmarkt durch nicht ausreichende Bildung ergeben sich schon am Übergang von der Schule in die Berufsausbildung, sie setzen sich in der Lehre fort und führen letztlich zu Schwierigkeiten im Beruf. Zugänge und Modelle werden im Kapitel 3 beleuchtet, das sich mit dem Thema Basisbildung im beruflichen Kontext beschäftigt.

Basisbildung und Alphabetisierung orientiert sich immer an der Zielgruppe. Damit sprechen wir von einem Teil der Bevölkerung, der hauptsächlich negative Schulerfahrungen gemacht hat, für die Bildung an sich kein Motiv darstellt. Damit diese Personen für Bildungsprozesse überhaupt nachhaltig gewonnen werden können, brauchen sie ein qualitativ hochwertiges Angebot, welches sicherstellt, dass frustrierende Lernerfahrungen nicht reinszeniert werden. Diesem Zugang entsprechend wird das Thema der Qualitätsentwicklung intensiv ausgeleuchtet.
Welche Rahmenbedingungen und Organisationsformen die Basisbildung braucht und von welchen Erfahrungen Anbieter der Erwachsenenbildung profitieren können, zeigt das fünfte Kapitel zur Organisation und Praxis der Basisbildung. Wissen wird zunehmend in Netzwerken und durch Teilung produziert, entsprechend widmet sich diese Kapitel nicht der Einzelorganisation sondern der Arbeit in Netzwerken."

Quelle: basis:news:letter V, August 2010 (Projekt "In.Bewegung", gefördert aus Mitteln des BMUKK und des ESF). Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der HerausgeberInnen.