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Buch: Viel Stoff - wenig Zeit

28.12.2009, Text: Bianca Friesenbichler, Online-Redaktion
Große Stoffmengen in kurzer Zeit zu vermitteln, ist ein häufiges Problem in der Lehre. Eine kürzlich erschienene Publikation von Martin Lehner bietet Hilfestellungen.
2009 erschien im Haupt Verlag die 2., aktualisierte und erweiterte Auflage des Buches "Viel Stoff - wenig Zeit. Wege aus der Vollständigkeitsfalle" von Martin Lehner. Es richtet sich an TrainerInnen, Hochschullehrende und LehrerInnen und bietet Vorschläge zum Umgang mit großen Stoffmengen in der Lehre.

Das "Stoffmengenproblem"
"Mit dem Stoff bin ich noch nicht ganz durch" - viele Lehrende stehen vor dem Problem, große Mengen an Lehrstoff in kurzer Zeit vermitteln zu wollen bzw. zu müssen. Martin Lehner betitelt diese Problematik als "Stoffmengenproblem". Die Menge des zu vermittelnden Stoffes ist derart groß, dass die Lehrenden nicht anders können, als in eine Art Vortragsdidaktik zu verfallen. Der Grund dafür liegt nach Lehner häufig im Bewusstsein der Lehrenden, als ExpertIn eingesetzt zu sein und ihrer Folgerung, daher möglichst viel an Fachwissen vermitteln zu müssen. Diesen Schluss identifiziert der Autor als Missverständnis: "Fachleute sind nicht deshalb Fachleute, weil sie besonders viel wissen, sondern weil sie als Einzige wissen, was für die jeweilige Zielgruppe wichtig ist und was nicht". Es gilt daher, abgestimmt auf die Zielgruppe und den zeitlichen Rahmen die wesentlichen Inhalte zu lehren. Dazu müssen Stoffmengen reduziert werden.

Aufbau und Struktur des Buches
Die Inhalte des Buches sind immer wieder durch Aufgaben für den/die LeserIn unterbrochen. Diese Aufgaben dienen der Reflexion und Verortung des Gelesenen auf den eigenen Lehrkontext. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen die dargeboteten Inhalte. Das letzte Kapitel, die "Toolbox der Reduktion" ist eine Art Werkzeugkoffer für die Vorbereitung der Lehre, insbesondere für die Reduktion von Lehrinhalten.

Wertschätzend und hilfreich
Das Buch trifft inhaltlich wohl ein Problem vieler Lehrenden und Vortragenden. Martin Lehner wählt für seine Ratschläge eine wertschätzende und bildliche Sprache. Die Aufgaben, die er den LeserInnen stellt, sind sehr nützlich um das eigene Lehrverhalten und den eigenen Umgang mit einer große Fülle an Inhalten in der Lehre kritisch zu reflektieren und mit den Vorschlägen und Ideen im Buch rückzubinden. Die Toolbox der Reduktion erscheint als sehr brauchbar. Sie ist klar strukturiert, alle Werkzeuge werden durch kurze Beispiele veranschaulicht.