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BFI-Bildungsstatistik 2018

29.04.2019, Text: Katharina Moser, bfi Österreich
Im Geschäftsjahr 2018 führten die Berufsförderungsinstitute (BFIs) österreichweit rund 16.000 Bildungsveranstaltungen mit über 2,2 Mio. Unterrichtseinheiten und mehr als 179.000 TeilnehmerInnen durch.
  • Foto: Alle Rechte vorbehalten, BFI Steiermark/Arthur Mallaschitz, Kfz-Werkstatt des BFI Steiermark in Weiz, auf erwachsenenbildung.at
    Kfz-Werkstatt des BFI Steiermark in Weiz

Rückgänge bei den öffentlich finanzierten Aus- und Weiterbildungen

Gegenüber 2017 waren im öffentlich finanzierten Segment deutliche Rückgänge zu verzeichnen: Die Zahl der durch Arbeitsmarktservice, Bund oder Länder beauftragten und geförderten Schulungen ging um 12 % zurück. Bei den geförderten Unterrichtseinheiten (UE) bedeutete das einen Rückgang von 10 %, bei den Teilnahmen sogar ein Minus von 20 %. Dies ist teils auf die gute Konjunktur und die gesunkenen Arbeitslosenzahlen, aber teils auch auf Einschnitte bei den Förderungen der öffentlichen Hand zurückzuführen.

 

Der Gesamtumfang der geförderten vermittlungsunterstützenden Maßnahmen sinkt seit 2014 kontinuierlich, im Jahr 2018 waren es wiederum um 23 % weniger UE und um 24 % weniger Teilnahmen als 2017. Dennoch nimmt dieser Bereich, zu dem Coachings, Potenzialanalysen, Berufs- und Bildungsberatung sowie Basisschulungen in arbeitsmarktrelevanten Grundkompetenzen für Arbeitsuchende zählen, mit 17 % aller Unterrichtseinheiten nach wie vor einen prominenten Platz im Leistungsspektrum der Berufsförderungsinstitute ein.

Frei finanzierte Kurse waren gut gebucht

Dank des weiterhin gut ausgelasteten frei finanzierten Kurssegments lag das BFI mit insgesamt 2.258.821 UE auch 2018 im Spitzenfeld der österreichischen Erwachsenenbildungseinrichtungen. Sieben von zehn Bildungsveranstaltungen und sechs von zehn Teilnahmen entfielen auf den frei finanzierten Bereich. Österreichweit betreuten 6.691 BFI-MitarbeiterInnen, davon 37 % Angestellte und 63 % freie DienstnehmerInnen, 179.181 KursteilnehmerInnen.

Breites Spektrum an Fachausbildungen

Der Schwerpunkt liegt beim BFI seit nunmehr 59 Jahren auf Fachausbildungen und Weiterbildungen in zahlreichen Berufsfeldern. 2018 entfiel fast ein Viertel der Lehreinheiten (23 %) auf die überbetriebliche Lehrausbildung. Mit 3.930 Ausbildungsplätzen zählt das BFI zu den größten Lehrlingsausbildnern Österreichs. Der große Fachbereich Berufsreife/2. Bildungsweg mit 14 % der UE umfasst neben der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung Lehrgänge zur Vermittlung von Basisbildung, zur Vorbereitung auf den Pflichtschulabschluss sowie rund 700 Vorbereitungskurse für außerordentliche Lehrabschlüsse in über 60 Lehrberufen. Die Bereiche Sprachen mit 16 % und Technik/Ökologie/Sicherheit mit 15 % gehören ebenfalls zu den umfangreichsten.

Unterrichtseinheiten am BFI 2018 nach Fachbereichen

Unterrichtseinheiten am BFI 2018 nach Fachbereichen

(C) Grafik: BFI Österreich

Steigende Nachfrage nach technischen Aus- und Weiterbildungen

Der von der Wirtschaft gemeldete Mangel an Fachkräften in den Bereichen Technik und Digitalisierung sowie das Trendthema Industrie 4.0 haben möglicherweise zum steigenden Interesse an technischen BFI-Schulungen beigetragen: Im Bereich Technik/Ökologie/ Sicherheit wurden 2018 um 11 % und in den BFI-Werkmeisterschulen um 15 % mehr Kurse durchgeführt als im Jahr davor. In den 22 BFI-Werkmeisterschulen werden elf technische Fachausbildungen von Bauwesen über Logistik, Elektrotechnik und Maschinenbau bis zur technischen Chemie und Umwelttechnik angeboten. Auch Robotik wurde in die Lehrpläne aufgenommen. Gut gebucht waren Weiterbildungen und Umschulungen in Richtung Industrie 4.0, wie z. B. 3-D-Druck und -Scan, Produktionslogistik oder Reverse Engineering, sowie Ausbildungen für die Berufe "Digital Trainer", "Digital Expert" und "Big Data Analyst". Im Fachbereich EDV/IT waren Programmierkurse gefragt – sowohl Grundlagen- und Einstiegskurse für neue Zielgruppen als auch von Unternehmen beauftragte Kompaktkurse für einen schnellen Einstieg in den Beruf zur kurzfristigen Behebung des Fachkräftemangels. Auf dem Gebiet Ökologie und Nachhaltigkeit gab es Ausbildungen und Schulungen in Solarthermie, Niedrigenergiehausbau, E-Mobilität und Recycling.

Weitere Trends und Ausblick

"In allen Sparten steigt die Nachfrage nach anerkannten Zertifikaten und standardisierten Ausbildungen sowohl seitens der Unternehmen als auch der KursteilnehmerInnen", stellt der Geschäftsführer des BFI Österreich, Michael Sturm, fest. Dem trägt das BFI mit 50 verschiedenen gesetzlich geregelten Ausbildungen für Berufe in den Bereichen Technik, Verkehr, Sicherheit, Gesundheit, Soziales, Buchhaltung/Personalverrechnung, Pädagogik, Betreuung und Beratung Rechnung. "Andererseits wird es immer wichtiger, flexibel auf die sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarkts bzw. der Unternehmen zu reagieren", führt Sturm weiter aus. Die BFIs kooperieren mit regionalen und auch international tätigen Unternehmen sowohl durch maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildungen mit rascher Integration in den Arbeitsprozess als auch durch Zusammenarbeit bei Kursangeboten und technischer Ausstattung wie z. B. mit dem Automatisierungsspezialisten KUKA bei Robotikausbildungen und mit Linde im Fahrsicherheitszentrum des BFI Steiermark.

 

Als weiteres Zukunftsthema nennt Sturm die Versorgung einer alternden Bevölkerung mit Gesundheits- und Pflegeleistungen. Das BFI bietet auf diesem Gebiet Ausbildungen mit formalen Abschlüssen auf allen Niveaus sowie zahlreiche Fort- und Weiterbildungen. "Nicht zuletzt wird die Integration von Flüchtlingen und ImmigratInnen trotz rückläufiger Förderung weiterhin eine wichtige Aufgabe der Erwachsenenbildung bleiben", bemerkt Sturm abschließend. Auch 2018 unterstützten die BFIs Personen mit Flucht- oder Migrationshintergrund durch zahlreiche Beratungs- und Bildungsangebote, beim Spracherwerb und durch Qualifizierungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Weitere Informationen:

 

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