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Wie sich Lern- und Bildungsräume verändern

28.01.2019, Text: Online-Redaktion
Die Doppelausgabe 35/36 des Magazin erwachsenenbildung.at versammelt unterschiedliche Perspektiven zu Lern- und Bildungsräumen. Jetzt kostenlos herunterladen.
  • Frau mit Büchern Foto: Pixabay-Lizenz, pexels/http://pixabay.com
    Forschende beobachten aktuell vor allem eine Pluralisierung der Lernorte sowie eine Entgrenzung des Lernens – örtlich und zeitlich.
Was haben ein Museum, ein Naturpark und ein Online-Forum gemeinsam? Sie alle stellen Orte zum Lernen dar. Gelegenheiten dafür finden sich fast immer und überall – ob bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. „Der Mensch kann nicht nicht-lernen", formulieren es Elke Gruber und Kurt Schmid. Die beiden BildungsforscherInnen sind die HerausgeberInnen der aktuellen Magazin-Ausgabe, die soeben am Portal https://erwachsenenbildung.at erschienen ist.

 

Der Raum als „dritter Pädagoge" soll atmen

Dass die Lernumgebung das Lernen maßgeblich beeinflussen kann, gilt seit langem als erwiesen. Die Gestaltung der Lernräume bestimmt die didaktischen Optionen. Aber nicht nur das: „Die Frage der Anordnung der Möbel im Kursraum, ob Reihenanordnung, U-Form, Carré-Form oder Stuhlkreis ohne Tische, wird zu einer pädagogischen Herausforderung und zu einem Statement: Sie strukturiert das Verhältnis von Lehrenden und Lernenden und repräsentiert dieses im Raum", streicht der Medienwissenschafter Richard Stang in seinem Beitrag hervor. Anlässe für die Auseinandersetzung mit der Raumthematik waren demnach oft gesellschaftliche Umbrüche.

 

Stang weist darauf hin, dass in Seminarräumen in Erwachsenenbildungs-Institutionen fast durchgängig ähnlich vorstrukturierte Lernraumsettings vorherrschen, die kaum flexibel zu gestalten sind. Dies werde meistens von den Lehrenden hingenommen. „Bestimmt die Didaktik die Gestaltung des Raums oder bestimmt die Gestaltung des Raums die Didaktik?" fragt Stang und plädiert für „atmende" Lehr-/Lernräume, in denen didaktische Konzepte die Raumorganisation bestimmen und nicht umgekehrt.

 

Lern- und Bildungsräume werden vielfältiger und überschreiten altbekannte Grenzen

Forschende beobachten aktuell vor allem eine Pluralisierung der Lernorte sowie eine Entgrenzung des Lernens – örtlich und zeitlich. Der digitale (Lern-)Raum gerät immer stärker in den Fokus, die Grenzen zwischen Leben, Arbeiten und Lernen verschwimmen.

 

Was also macht einen Ort zum Lernort? „Entscheidend ist das Framing – die Rahmung, in der Lern- und Bildungsprozesse stattfinden", schreiben Schmid und Gruber im Editorial. Anhand des Lernortes „Bildungshaus" zeigen sie verschiedene Dimensionen des Lernens: So können sich Teilnehmende mit einem Buch zurückziehen um zu lesen, aber auch in Seminarräumen in der Gruppe lernen oder sich mit anderen zu kollaborativen selbstgesteuerten Lernprozessen zusammenfinden.

 

„Ein weiterer wichtiger Aspekt dessen, was einen Ort zu einem Lernort macht, ist die Tatsache, dass es für Lernprozesse immer eines Gegenübers bedarf", so die HerausgeberInnen. Das Gegenüber können dabei Menschen oder Dinge sein, aber auch „geronnene" Gedanken anderer in Form von Büchern, Musik oder Videos – oder auch eigene Gedanken, über die man nachdenkt oder reflektiert.

 

Dass es gerade soziale Beziehungen sind, die einen guten Lernort ausmachen, wurde bereits im Rahmen einer Online-Diskussion (wEBtalk) mit den HerausgeberInnen deutlich. Die Aufzeichnung der Online-Diskussion ist auf dem YouTube-Kanal von erwachsenenbildung.at verfügbar.

 

Lern- und Bildungsräume. Magazin erwachsenenbildung.at, Ausgabe 35/36. Online verfügbar unter: https://erwachsenenbildung.at/magazin

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