Impressum | Sitemap | English

OECD-Studie: Bildung auf einen Blick 2018

13.09.2018, Text: Karin Kulmer, Online-Redaktion
Der Fokus des Berichts liegt heuer auf Chancengerechtigkeit im Bildungswesen. In Österreich ist die Ungleichheit nach wie vor hoch, die Weiterbildungsteilnahme liegt leicht unter dem OECD-Schnitt.
  • Foto: CC BY,  Marcin Wichary, https://flickr.com
    Mind the gap: Der diesjährige OECD-Bericht beschäftigt sich vor allem mit Chancengerechtigkeit im Bildungswesen.
Die OECD veröffentlicht jährlich den Bericht „Bildung auf einen Blick". Erhoben werden dabei neben zahlreichen schulspezifischen Daten auch Indikatoren zur Teilnahme an Erwachsenen- und Weiterbildung in den 35 OECD-Ländern sowie in einigen Partnerländern.

 

Die Hälfte der Erwachsenen bildet sich weiter

Etwa die Hälfte der 25- bis 64-Jährigen nimmt an Erwachsenen- und Weiterbildung teil. Österreich liegt mit einer Teilnahmequote von 48% etwas unter dem OECD-Durchschnitt von 50%. Am höchsten ist die Teilnahmequote in Neuseeland (68%), Schweden, Finnland und Dänemark (jeweils 66%).

 

Weiterbildungsteilnahme abhängig von Erwerbsstatus und Bildungsabschluss

Wie in den vergangenen Jahren zeigen sich auch Unterschiede in der Weiterbildungsteilnahme nach Erwerbsstatus und Bildungsabschluss: Erwerbstätige nehmen häufiger an Weiterbildung teil als Erwerbslose und Personen, die nicht am Arbeitsmarkt sind, und je höher der formale Bildungsabschluss, desto höher ist auch die Teilnahme an Weiterbildung.

 

ZuwanderInnen nehmen seltener an Weiterbildung teil

„Im Ausland geborene Erwachsene haben möglicherweise andere Hindernisse bei der Bildungsteilnahme zu überwinden", schreiben die AutorInnen des Berichts. So seien beispielsweise im Ausland geborene Erwachsene, die ihre Ausbildung vollständig oder teilweise in einem anderen Land absolviert haben, eventuell nicht mit den Bildungsangeboten im Aufnahmeland vertraut. „Daher ist ihre Bildungsteilnahme möglicherweise geringer als die im Inland geborener Erwachsener oder Erwachsener, die in jüngeren Jahren in das Aufnahmeland kamen."

 

Der Bericht vergleicht daher die Weiterbildungsteilnahme zweier Gruppen: einerseits die Teilnahme von im Inland geborenen Erwachsenen und im Ausland geborenen Erwachsenen, die spätestens mit 25 Jahren in das Aufnahmeland kamen – andererseits die Teilnahme von Erwachsenen, die mit 26 Jahren oder später kamen. Für Österreich zeigen sich dabei deutliche Unterschiede: während 49% der ersten Gruppe an Weiterbildung teilnehmen, liegen die Teilnahmequoten der zweiten Gruppe mit 36% deutlich darunter. Im Ausland geborene Erwachsene, die erst spät nach Österreich kamen, nehmen also deutlich weniger an Weiterbildung teil als im Inland Geborene und jung Zugewanderte.

 

Während in der ersten Gruppe Männer (51%) und Frauen (48%) ähnlich häufig an Weiterbildung teilnehmen, zeigen sich bei der zweiten Gruppe deutliche Unterschiede: so nehmen 41% der Männer, die mit 26 Jahren oder später zugewandert sind, an Weiterbildung teil – aber nur 29% der Frauen.

 

Schwerpunkt: Chancengerechtigkeit im Bildungswesen

Der Fokus des Berichtes lag dieses Jahr auf der Chancengerechtigkeit im Bildungswesen. „Der Bildungsstand ist in den letzten zehn Jahren signifikant angestiegen, aber mangelnde Gerechtigkeit, die früh im Leben auftritt, akkumuliert sich tendenziell in späteren Jahren", so die StudienautorInnen. Der Aktionsaufruf für das Bildungswesen müsse daher lauten, eine qualitativ hochwertige, förderliche Lernumgebung zu gestalten, um mangelnde Chancengerechtigkeit zu bekämpfen.

 

Bildungsaufstieg in Österreich besonders schwierig

Der sozioökonomische Status wirkt sich der Studie zufolge besonders stark auf die Bildungsteilnahme und das Lernen sowie auf die wirtschaftlichen und sozialen Ergebnisse aus – Bildung wird immer noch stark vererbt. So schließen junge Menschen, die nicht aus einem Akademikerhaushalt stammen, deutlich seltener ein Studium ab. Dieser Effekt ist in Österreich besonders ausgeprägt.