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7 Tipps für Webinare mit SeniorInnen

10.07.2018, Text: Karin Schnedlitz, Redaktion: Online-Redaktion
Webinare bieten die Möglichkeit, Lernangebote für ältere Menschen digital aufzubereiten. Worauf ErwachsenenbildnerInnen dabei achten sollten, erklärt Experte David Röthler. (Serie: Generationen in der Erwachsenenbildung)
  • Screenshot, CC BY David Röthler
    Screenshot des Webinars "Das sind wir - gemeinsam Familiengeschichte online darstellen"
Webinare – der Begriff ist eine Wortschöpfung aus Web und Seminar – werden zunehmend als Online-Bildungsformat in der Erwachsenenbildung genutzt. Konferenzsysteme ermöglichen es mit Hilfe von Video, Audio, Chat, Präsentation, interaktiven Whiteboards (Onlinevariante von Flipcharts) und Umfragen, einen Seminarraum im Internet abzubilden. Dieser kann für Workshops, Vorträge, Besprechungen etc. genutzt werden. Warum sich Webinare gerade in der Bildungsarbeit mit SeniorInnen anbieten, erklärt David Röthler – er hat für das Sozialministerium ein Factsheet zur Online-SeniorInnenbildung ausgearbeitet – im Gespräch mit der Online-Redaktion.

 

Webinare in der SeniorInnenbildung: David Röthler im Gespräch

 

Video: CC BY 4.0 CONEDU März 2018

 

Wie können ErwachsenenbildnerInnen Webinare für SeniorInnen ansprechend gestalten und die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen? Sieben Tipps können dabei helfen, Onlineangebote seniorInnengerecht aufzubereiten.

 

1. Attraktive Inhalte auswählen und didaktisch aufbereiten

Um ein Webinar ansprechend zu gestalten, braucht es attraktive Inhalte und Themen. Das können zum einen Themen sein, die SeniorInnen speziell interessieren - „wie z.B. Genealogie oder Stammbäume digital erstellen", sagt Röthler. Allerdings seien SeniorInnengruppen genauso heterogen zusammengesetzt wie jede andere TeilnehmerInnengruppe auch – eine didaktische Aufbereitung der Lerninhalte sei daher unerlässlich. Anhaltspunkte für eine solche Aufbereitung finden sich beispielsweise in Sol Harings und Herta Bachers Didaktikleitfaden für die Bildungsarbeit mit älter werdenden Frauen und Männern.

 

2. Motivationsfaktoren berücksichtigen

Die Teilnehmenden sollen dabei bestärkt werden aktiv Beiträge zu leisten, etwa dadurch, dass sie eigene Lebens-Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen. „Teamarbeit und kooperatives Lernen kann dabei durch Peer-Learning oder generationenübergreifende Angebote gefördert werden, bei denen es zu Austausch kommt" so David Röthler.

 

3. Bezug zum Alltag herstellen

Die Lerninhalte sollten so gewählt werden, dass die Lernenden einen persönlichen Bezug zum Alltag herstellen können. Beispielsweise kann ein Webinar über Social Messenging Apps den Teilnehmenden helfen, mit ihren Angehörigen zu kommunizieren.

 

4. Kompetenzwahrnehmung fördern

Franz Kolland erklärt in seiner Publikation zu Bildung und aktivem Altern, dass die Teilnehmenden durch positives Feedback und Verstärkung ihre Kompetenzen wahrnehmen sollen. Das kann durch aktive Beteiligung der Teilnehmenden geschehen, etwa indem sie aufgerufen werden ihre (Lebens-)erfahrung mit der Gruppe zu teilen.

 

5. Unterstützungsmaterialien produzieren

Um den TeilnehmerInnen einen sanften Einstieg in das neue Format zu ermöglichen, empfiehlt es sich vor dem Webinar ein Video zu produzieren oder eines zur Einführung ins Thema auf z.B. Youtube anzubieten. Diese Methode nennt sich Flipped-Classroom. Hierbei erfolgt der Input zeitversetzt, die TeilnehmerInnen sehen sich den Input dabei selbständig zuhause an. Die gemeinsame Zeit wird für Diskussion bzw. zum Ausprobieren genutzt. Ein Einführungsvideo ist auch für die Installation und Nutzung des Webinarsystems sinnvoll.

 

6. Inhalte übersichtlich darstellen

Um die Nachvollziehbarkeit der Übungen zu erleichtern und Inhalte übersichtlich darzustellen, kann den TeilnehmerInnen ein zweiter Monitor oder ein Tablet helfen. Eine andere Möglichkeit ist es, den Bildschirm zu teilen: 50% bleibt für das Webinar, 50% sind für die Übungen reserviert. Das soll einen Gewinn an Übersichtlichkeit und Überschaubarkeit bringen.

 

7. Technik gemeinsam ausprobieren

Röthler empfiehlt in z.B. Präsenzveranstaltungen oder während des Webinars das gewählte Videokonferenzsystem, Programme und Tools gemeinsam zu erproben. Hilfreich ist, wenn dabei mehrere Fachpersonen anwesend sind, ob online oder offline.

 

Über den Interviewpartner

David Röthler ist Rechtswissenschaftler und Erwachsenenbildner. Er ist Mitgründer und Vorstandsmitglied von werdedigital.at und digi4family.at. Er ist Experte für digitale Bildung und hat in Österreich Webinare etabliert. Eines dieser Webinar-Projekte ist "Das sind wir. Gemeinsam Familiengeschichte online darstellen" – es entstand in einer Kooperation mit dem seniorencolleg.at in Wien.

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