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Ö-Cert wirkt

23.03.2018, Text: Johanna Weismann, Geschäftsstelle Ö-Cert
Die Ö-Cert-Evaluation zeigt Perspektiven für die Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung auf.
  • Grafik: Alle Rechte vorbehalten, Logo Ö-Cert, auf erwachsenenbildung.at
    Ö-Cert-Evaluation veröffentlicht
Im Jahr 2012 ist Ö-Cert, der Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung in Österreich, in Kraft getreten. 2017 hat die Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Länder eine Evaluation durchgeführt.

 

Evaluation überprüft Zielerreichung und Potentiale

Überprüft wurde, inwieweit Ö-Cert die in der 15a-Vereinbarung festgelegten Ziele wie Transparenz und Verwaltungsvereinfachungen erreicht hat und welche Wirkungen darüber hinaus festgestellt werden können. Ebenso waren eine Evaluierung der Potentiale zur Weiterentwicklung und die Verortung von Ö-Cert im internationalen Kontext Gegenstand des Evaluationsauftrags.

 

Bildungsanbieter sind mit Ö-Cert zufrieden

Rund 93 % der 201 befragten Bildungsanbieter sind „alles in allem" mit Ö-Cert sehr zufrieden bzw. zufrieden. Besonders die österreichweite Anerkennung bei den Förderstellen und der damit verbundene Entfall der Mehrfachzertifizierungen werden von Einrichtungen wie von ExpertInnen als großer Nutzen gesehen. Verbesserungsbedarf besteht allerdings hinsichtlich der unterschiedlichen Förderzugänge in den Ländern.

 

Ö-Cert hat sich als Marke im Erwachsenenbildungssektor gut etabliert. Zwei Drittel der befragten Bildungsanbieter sehen im Qualitätsrahmen ein wichtiges Instrument, das bei KundInnen für Qualität und Vertrauen steht. Bildungsanbieter verbinden mit Ö-Cert eine höhere Akzeptanz in der Erwachsenenbildungslandschaft. Dies ist vor allem für Einrichtungen ohne Verbands- oder Netzwerkanbindung von Bedeutung.

 

Qualität und Professionalisierung

Als sehr wichtige bzw. wichtige Aspekte für eine qualitativ hochwertige Erwachsenenbildung nennen fast 90 % der befragten Bildungsanbieter die pädagogische Qualifikation der MitarbeiterInnen, fast 100 % die Qualität des Kursangebots.

 

Im Gegensatz dazu wird die pädagogisch fundierte Aus- bzw. Weiterbildung, die bei Ö-Cert von dem/der LeiterIn der Organisation oder einem/einer MitarbeiterIn verlangt wird, von den Befragten durchaus kontrovers diskutiert. Während einige die Anerkennung von Praxis für vorrangig halten, sprechen sich andere Befragte für eine gesetzlich geregelte, verpflichtende Ausbildung für in der Erwachsenenbildung Tätige aus. Einen konkreten Beitrag zur Angebotsqualität leistet Ö-Cert mit dem „Beurteilungsraster zur Abgrenzung von Bildung zu Therapie, Gesundheit, Freizeit und Esoterik", der von Bildungsanbietern als Entscheidungshilfe bei der Auswahl externer Kursangebote verwendet wird.

 

Einordnung von Ö-Cert in den internationalen Kontext

Mit Ö-Cert wurden bildungspolitische Empfehlungen auf EU-Ebene zu nationalen Akkreditierungssysteme und Qualitätsstandards umgesetzt. Die Seltenheit derartiger Qualitätsnachweise räumt Ö-Cert im europäischen Vergleich eine Sonderstellung ein. Für Länder ohne nationale Qualitätsstandards gilt der Qualitätsrahmen als gutes Beispiel. Mit den Bemühungen zur Professionalisierung des Erwachsenenbildungspersonals folgt Ö-Cert einem weiteren EU-Schwerpunkt.

 

Qualität weiter thematisieren

Von den vielen Vorschlägen zur Weiterentwicklung adressieren einige auch den gesamten Erwachsenenbildungssektor. Themen wie die Digitalisierung sowie eine Harmonisierung der Förderzugänge sind von Relevanz. Auf die Frage, worauf Ö-Cert direkt reagieren soll, wurden u. a. die pädagogische Qualität und Qualifizierung, die Qualität der Bildungsangebote sowie des Außenauftritts genannt. Laut Meinung von Befragten soll Ö-Cert den Qualitätsdiskurs zur Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung weiter vorantreiben.

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