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Trendreport: Geringe Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen

05.12.2017, Text: Lucia Paar, Online-Redaktion
Die aktuelle Ausgabe des Trendreport Arbeit, Bildung, Soziales widmet sich den Daten und Fakten zur Situation geflüchteter Menschen in Europa.
  • Grafik: Alle Rechte vorbehalten, Trendreport, auf erwachsenenbildung.at
    Welche Hürden erschweren die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt? Erfahren Sie mehr in der aktuellen Trendreport-Ausgabe.
Die aktuelle Ausgabe des Trendreport Arbeit, Bildung, Soziales - Österreich im Europavergleich widmet sich der Situation geflüchteter Menschen in Europa. Sie thematisiert aktuelle Daten, Fakten und Analysen zur Situation geflüchteter Menschen in Österreich und der EU. Themen sind u.a. die Bedingungen und Aussichten für eine Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt, die Bedürfnisse und Gefährdungen von geflüchteten Frauen und von bi- und homosexuellen AsylwerberInnen sowie Einstellungen und Zukunftspläne geflüchteter Menschen.

 

Frauenspezifische Fluchtgründe noch wenig anerkannt

Immer häufiger werden Asylanträge in Österreich von Frauen gestellt. Dies entspreche auch der internationalen Tendenz: Bei länger andauernden gewaltsamen Konflikten steigt die Zahl der Frauen, die eine Flucht riskieren.

 

Frauenspezifische Fluchtgründe - wie Verweigerung von Bildung, Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung - würden nach wie vor aber weniger anerkannt als andere, so Silvia Schröcker - Politologin und Autorin in der aktuellen Ausgabe. Verfolgung aufgrund des Geschlechts ist in der Genfer Flüchtlingskonvention auch kein eigenes Kriterium, sondern zählt zur Verfolgung als "soziale Gruppe".

 

Gender-Gap bei der Arbeitsmarktintegration

Bei der Integration in den Arbeitsmarkt steigen geflüchtete Frauen schlechter aus als Männer. Zum Teil stehe dies in Verbindung mit der geringen Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen in den Herkunftsländern. Die Erwerbsquote von Frauen in Syrien lag 2011 beispielsweise unter 15%. Am Bildungsniveau könne es nicht liegen: Dieses ist bei Frauen zum Teil höher als bei Männern. Die Autorin Silvia Schröcker fordert, die Gründe für die geringere Arbeitsmarktintegration von weiblichen Migrantinnen und Geflüchteten weiter zu analysieren und Integrationsmaßnahmen gezielter auf Frauen auszurichten.

 

Lange Asylverfahren erschweren Integration in den Arbeitsmarkt

In allen EU-28-Staaten sind anerkannte Flüchtlinge am Arbeitsmarkt gleichgestellt mit einheimischen Staatsangehörigen, AsylwerberInnen sind hingegen deutlich eingeschränkter. Die neue Ausgabe des Trendreport thematisiert die Hürden, die eine schnelle Integration von geflüchteten Personen in den Arbeitsmarkt erschweren. Oft sind es lange Asylverfahren und somit lange Wartezeiten ohne Erwerbstätigkeit, die zu einem Verlust der Verwertbarkeit bereits erworbener Qualifikationen und zu einem mangelnden Aufbau von Sprachkenntnissen führen. Nicht ausreichende Sprachkenntnisse zählen zu den größten Hindernissen für die Arbeitsmarktintegration. Darüber hinaus sind unzureichende Qualifikationen bzw. deren fehlende Anerkennung große Hürden, so im Report zu lesen.

 

Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen für bessere Integrationserfolge

Die Ausgabe beschäftigt sich auch mit Kriterien, die zu einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt beitragen. Erfolg gebe es demnach vor allem dann, wenn man frühzeitig in Integrationsmaßnahmen investiert. Dazu zähle auch ein Arbeitsmarktzugang bereits während des Asylverfahrens. Außerdem ist in der Ausgabe zu lesen, dass zivilgesellschaftliche Initiativen (beispielsweise in Deutschland) maßgeblich an der Arbeitsplatzsuche beteiligt sind.

 

Über den Trendreport

Der Trendreport Arbeit, Bildung, Soziales erscheint in einer Kooperation der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) mit der Universität Wien und der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) als kostenloses Online-Medium sowie als Print-Medium. Die Herausgabe des Trendreport Arbeit, Bildung, Soziales - Österreich im Europavergleich wird 2017 durch die finanzielle Förderung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, des Bundesministeriums für Bildung, des Österreichischen Gewerkschaftsbunds und der Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien ermöglicht.

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