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EU-Bildungsmonitor 2017 veröffentlicht

14.11.2017, Text: Karin Kulmer, Online-Redaktion
Österreich schneidet bei der Beteiligung Erwachsener am Lernen gut ab. Aufholbedarf gibt es im Hinblick auf Bildungsgerechtigkeit.
  • Foto: CC0 Public Domain, http://pixabay.com
    EU-Bildungsmonitor vergleicht Kennzahlen der einzelnen Mitgliedsstaaten
Der EU Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung (Education and Training Monitor) berichtet jährlich über die Entwicklung im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung in der Europäischen Union. Er vergleicht, inwieweit die einzelnen Mitgliedstaaten die Ziele der Strategie Europa 2020 für den Bildungsbereich erreicht haben. 2017 hat die Kommission den Bildungsmonitor zum sechsten Mal veröffentlicht. Der Länderbericht für Österreich bietet umfangreiche Informationen zur Entwicklung des Bildungssystems.

 

Leitthema Ungleichheit: Österreich hat Aufholbedarf

Das heurige Leitthema ist Ungleichheit in der Bildung und die wichtige Rolle, die Bildung bei der Gestaltung einer fairen Gesellschaft spielt. Ungleichheit gilt gemeinhin als Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt und für den langfristigen Wohlstand unserer Gesellschaften. Laut dem aktuellen Bildungsmonitor bleibt Ungleichheit nach wie vor eine Herausforderung für Europa.

 

Ein wichtiges Merkmal der Ungleichheit ist die intergenerationale Übertragung, also die Auswirkung der sozioökonomischen Stellung von Eltern auf den Bildungsgrad, den Beschäftigungsstatus, das Einkommen oder die Gesundheit ihrer Kinder. In Österreich hat der sozioökonomische Status und der Bildungsstand der Eltern einen größeren Einfluss auf die Bildungsergebnisse als in anderen EU-Ländern. So sind höchstens 1% bis 2% der leistungsstarken SchülerInnen Kinder von Eltern, die nur die Pflichtschulbildung absolviert haben. Es besteht hier also noch Aufholbedarf.

 

Der Europäische Rat empfiehlt Österreich, die Bildungsergebnisse benachteiligter junger Menschen, insbesondere jener mit Migrationshintergrund, zu verbessern. Bei der Integration von Flüchtlingen und MigrantInnen kommt laut EU-Bildungsmonitor der beruflichen Aus- und Weiterbildung eine besondere Rolle zu.

 

Beteiligung von Erwachsenen am Lebenslangen Lernen

Lebenslanges Lernen ist notwendig, um mit dem raschen sozialen und technologischen Wandel mithalten zu können. Ziel der EU ist es, dass bis 2020 15% der 25- bis 64-Jährigen am Lebenslangen Lernen teilnehmen. Europaweit ist man mit einem Durchschnitt von 10,8% allerdings noch weit vom Ziel entfernt. Die Beteiligungsrate ist im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert.

 

Etwas besser sieht die Situation in Österreich aus. Hier liegt die Bildungsbeteiligung Erwachsener mit insgesamt 14,9% über dem europäischen Schnitt. Nonformales Lernen macht dabei über 10% aus, formales Lernen etwa 4%. Trotzdem liegt Österreich deutlich hinter den führenden Ländern wie Schweden, Dänemark und Finnland.

 

Digitale Bildung auf dem Vormarsch

Österreich hat umfassende Anstrengungen unternommen, um den Einsatz digitaler Hilfsmittel im Bildungsbereich zu optimieren und digitale Fähigkeiten zu verbessern, so der Länderbericht. So nimmt der Einsatz digitaler Technologien in Schulen und Hochschulen zu. Für die Erwachsenenbildung liefert der Bericht keine Daten, es ist aber anzunehmen, dass sich hier ein ähnliches Bild bietet. Positiv hebt die Kommission die Schaffung einer digitalen Strategie sowie die Entwicklung einer nationalen Infrastruktur für freie Lern- und Lehrmaterialien (OER) hervor.

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