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LEBENSwelten mit LERNwelten verbinden

18.08.2017, Text: Elke Beneke, Redaktion: Felicitas Wachschütz, ERASMUS+ Community Education Facilitating - EB projektmanagement GmbH
Community Education als Bindeglied zwischen Gemeinwesenarbeit und Bildungsarbeit
  • Bild: CC0 mchudson77/pixabay.com, "coffee", Schriftzug ergänzt
    Das Projekt "Community Education Facilitating" möchte das Ineinandergreifen von Bildung und Lernen mit lokaler Entwicklung fördern.
  • Logo: ERASMUS+ Community Education Facilitating
    Das Projekt "Community Education Facilitating" möchte das Ineinandergreifen von Bildung und Lernen mit lokaler Entwicklung fördern.
"Menschen lebensbegleitend auf den gesellschaftlichen Wandel vorzubereiten, damit sie und die Gesellschaft diese Veränderung besser bewältigen können, ist mit einem Blick in die Zukunft die größte Herausforderung und schönste Aufgabe zugleich." (Dr. Otto Prantl, Amt der Kärntner Landesregierung, Österreich; LLL-Strategie & Koordination)

 

Dieser von Otto Prantl beschriebene Prozess der gesellschaftlichen Veränderung und der positive Beitrag, den Bildung dazu leisten kann, ist eines der Herzstücke von Community Education. Denn Community Education findet dort statt, wo Menschen zusammenfinden, um ihr Lebensumfeld gemeinsam zu verändern und wo gleichzeitig Lernprozesse stattfinden. Community Education führt somit Ansätze der Gemeinwesenarbeit mit Ansätzen der Bildungsarbeit zusammen. Lebenswelten werden damit mit Lernwelten verbunden.


Community Education gelingt nur, wenn Menschen motiviert sind, sich aktiv in die Gestaltung ihres Lebensumfeldes einzubringen, wenn sie Veränderungsbedarf sehen, wenn sie einen Blick auf die Anliegen und Zugänge unterschiedlicher Gruppen haben und sich darum bemühen, benachteiligte Gruppen aktiv einzubeziehen.

 

Ermächtigung und Beteiligung

Es geht aber nicht darum etwas für Gemeinschaften zu tun, sondern mit diesen. Sie sollen befähigt werden, selbst Sprachrohr zu sein, denn viele Stimmen haben mehr Kraft als eine einzelne. Sie sollen befähigt werden, sich selbst zu organisieren und ihre Anliegen zu formulieren. Im Zuge dieses Engagements werden Fähigkeiten und Kompetenzen aufgebaut und entwickelt, die nicht nur zur Resilienz von Communities beitragen, sondern auch die Selbstwirksamkeit von Personen fördern. Empowerment von Einzelpersonen als auch von Gemeinschaften ist dabei das Ziel. Dabei ist Lernen der individuelle Ansatz, damit sich diese Gemeinschaften entwickeln können und gemeinsame Anliegen umsetzen können.

 

Ermöglichen durch Steuerung und Begleitung

Was braucht es nun, um solche Prozesse in Gang zu bringen? Die tägliche Praxis hat gezeigt, dass es ein besonderes Verständnis braucht für die Aufgaben und Rollen von Community Education. Es braucht Personen, die einerseits im Sinne eines top-down Ansatzes solche Prozesse ermöglichen und Unterstützung bei der strukturellen Verankerung leisten, es braucht jedoch auch Personen, die im Sinne eines bottom-up Ansatzes community-basierte Prozesse in Gang bringen. Beide haben die Rolle von „Anstupsern-/innen", von Ermöglichern/innen, die im Sinne von Facilitating die Prozesse steuern und begleiten. Steuerung ist insofern von Bedeutung, als dass ein Rahmen vorgegeben wird und auch ein Anspruch, ein Ziel formuliert wird, damit das Tun nicht beliebig und austauschbar wird. Begleitung ist von Bedeutung, da sie anleiten zum Tun und damit die Fähigkeiten der Einzelnen in der Gruppe nutzen und weiterentwickeln.

 

Der Aufbau von Kompetenzen

Das ERASMUS+ geförderte Projekt Community Education Facilitating (CEF) hat dieses Engagement mit der Konzeption einer Fortbildung für zwei wesentliche Akteure und Akteurinnen entwickelt. Zum einen die Fortbildung für den/die „CE-Facilitator", die sich an Experten und Expertinnen der Erwachsenenbildung, an Regionalentwickler/innen und Stadtteilarbeiter/innen, an Jugendarbeiter/innen als auch an Gemeinwesenarbeiter/innen und Koordinatoren/innen des Ehrenamtes richten. Diese Weiterbildung umfasst 5 Module à 2 Tage.

 

Zum anderen wird mit der Weiterbildung zum/zur „Community Activist" Kompetenzen für jene aufgebaut, die sich in ihren Gemeinschaften engagieren möchten. Die Weiterbildung gibt also das Rüstzeug, Community Education Prozesse zu koordinieren und anzuleiten. Diese Weiterbildung umfasst 3 Module à 2 Tage.

 

Mit der Weiterbildung möchten wir einen Schritt in Richtung „Verknüpfen von Stadtteilarbeit/lokaler Entwicklung mit der Erwachsenenbildung" gehen und damit das Ineinandergreifen von Bildung und Lernen mit lokaler Entwicklung fördern. Wir möchten jedoch auch einen Beitrag leisten, damit Gemeinschaften in ihrem Handeln gestärkt werden und sie Handwerkszeug erhalten, um ihrem Tun eine Stimme zu geben.

 

Das Bundesministerium für Bildung und ERASMUS+ geben nun den österreichischen Initiatorinnen die Möglichkeit, die beiden Weiterbildungsformate zu pilotieren. Details und Termine finden Sie auf der Projekthomepage.

 

Modellbeschreibung

Die im Projekt verfasste Modellbeschreibung gibt einen Überblick über den Zugang der fünf europäischen Partnerländer zum Thema Community Education, bearbeitet die Schnittstellen zur Gemeinwesenarbeit und zur Erwachsenenbildung. Sie beschreibt jedoch auch, wie es gelingen kann, das System eines Prozesses „Community Education Facilitating" zu implementieren, welche Kompetenzen erforderlich wären, welche Aufgaben übernommen werden könnten und vor allem auch wie die Einbettung im bestehenden System erfolgen könnte. Die Modellbeschreibung steht als Download auf der Projekthomepage zur Verfügung.

Weitere Informationen:

 

 

Projektnummer: 2015-1-AT01-KA204-005011

Das Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein die Verfasserin; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.