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Tanz der Moleküle als Methode der Gruppenbildung

17.11.2016, Text: Online-Redaktion
Als Eisbrecher, zur Aktivierung von TeilnehmerInnen oder Gruppenfindung vielfältig einsetzbar ist eine Methode, bei der TeilnehmerInnen wie Atome agieren. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung)
  • Grafik: CC0 pixabay/WikimediaImages dioxin-835806_640.png
    Wie Atome zu einem Molekül sollen sich TeilnehmerInnen zu Gruppen finden.
Das Konzept von Molekülen, die aus zwei oder mehr verbundenen Atomen bestehen, ist den meisten von uns noch aus dem schulischen Chemieunterricht bekannt. Auf Trainingssituationen umgelegt, beschreibt die Metapher eine dynamische Methode, bei der sich TeilnehmerInnen auf Zuruf der Trainerin / des Trainers zu immer neuen Molekülen formieren. Die Methode, die auch als "Atomspiel" bekannt ist, lässt sich dabei für verschiedene Situationen adaptieren.

 

Atome verbinden sich zu Molekülen

 

Zu Beginn erklärt die Trainerin/der Trainer den Ablauf der Methode: Jede/r TeilnehmerIn stellt ein Atom dar und bewegt sich frei im Raum. Auf Kommando der Trainerin/des Trainers müssen sich die einzelnen Atome zu Molekülen zusammenfinden. Dabei gibt es verschiedene Variationsmöglichkeiten: beispielsweise kann eine Zahl genannt werden, die die Anzahl der Atome im Molekül angibt.

 

Klappt diese Grundvariante, kann man erschwerende Bedingungen hinzufügen: Etwa erhalten die TeilnehmerInnen verschiedenfärbige Post-Its und es darf jede Farbe fortan nur noch einmal im Molekül vorhanden sein. Eine andere Möglichkeit besteht darin, jede/r TeilnehmerIn eine Zahl zuzuweisen, die er/sie mit den Zahlen der anderen "Atome" zu einem Molekül mit einer geraden Gesammtsumme addieren muss.

 

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

 

Da die Methode in verschiedenen Varianten durchgeführt werden kann, ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Laufe einer Bildungsveranstaltung. Am Beginn eines Seminars oder Trainings kann die Methode als Eisbrecher eingesetzt werden. Kennen sich die TeilnehmerInnen noch überhaupt nicht, kann die Aktivität mit einem "Namensspiel" kombiniert werden. Beispielsweise kann man die TeilnehmerInnen bitten, sich zu Molekülen zusammenzufinden, die einen Buchstaben im Vornamen teilen oder bei denen die Summe der Buchstaben im Vornamen eine gerade Zahl ergibt. Auch eine Einbindung von äußerlichen Merkmalen (z.B. jedes Molekül soll zumindest eine/n BrillenträgerIn enthalten) oder soziometrischen Informationen (z.B. verschiedene Berufsgruppen pro Molekül) kann je nach Gruppenzusammensetzung und -ziel Sinn machen.

 

Während einer Veranstaltung kann der "Tanz der Moleküle" auch als aktivierende Methode verwendet werden, um beispielsweise die TeilnehmerInnen nach einer längeren Theoriephase aufzulockern oder nach einer Pause wieder zum Thema hinzuführen. Im letzteren Fall kann die Trainerin/der Trainer den einzelnen TeilnehmerInnen auch themenbezogene Stichworte oder Fragestellungen mitgeben, die sie dann mit den anderen Atomen im Molekül diskutieren. Nicht zuletzt bietet die Aktivität auch eine unkonventionelle Möglichkeit zur Gruppeneinteilung.

 

Serie "Methoden der Erwachsenenbildung"
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service von und für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen wir einzelne Lehr-Lernmethoden sowie ihre Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat, zum Beispiel Informieren, Motivieren usw. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.