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„Welche Lernumgebung ich einsetze, hängt davon ab, was ich brauche“

26.11.2019, Text: Karin Kulmer, Online-Redaktion
Lisa Kammerer, Florian Lassnig und Nicole Bauch zeigten beim DigiTalk, wie sie Slack, Trello und Office 365 zum Lehren und Lernen einsetzen.

DigiTalk erwachsenenbildung.at | CC-BY 4.0 CONEDU November 2019
Moodle als klassisches Lernmanagementsystem ist vielen Lehrenden bekannt – nicht immer braucht man jedoch die volle Funktionalität eines solchen LMS. Auch Anwendungen, die eigentlich für Projektmanagement oder Online-Kommunikation und Kollaboration entwickelt wurden, können zum Lehren und Lernen eingesetzt werden. Wie, das zeigten Lisa Kammerer, Florian Lassnig und Nicole Bauch beim DigiTalk anhand der drei Anwendungen Slack, Office 365 und Trello.

 

Slack: „Eine gute Alternative zu E-Mails"

Lisa Kammerer, die sich im Projekt weiter gelernt mit Qualitätsentwicklung und Digitalisierung für die Erwachsenen- und Weiterbildung beschäftigt, stellte die Kommunikationssoftware Slack vor. Diese bietet sich für die verschiedensten Formen von Austausch und Zusammenarbeit an – intern oder auch extern. Kammerer selbst hat die Anwendung unter anderem in einer Seminarreihe eingesetzt, um die Phase zwischen Präsenzterminen online zu unterstützen. Dabei wurden etwa Abstimmungen, Ankündigungen, Terminfindungsprozesse und Gruppenarbeiten per Slack abgewickelt. Wichtig dabei: die TeilnehmerInnen zu motivieren, Interaktionen anzuregen und immer wieder nachzuhaken. „Es braucht etwas Zeit, um reinzukommen, viele Leute trauen sich nicht sofort, zu interagieren", so Kammerer. Slack eigne sich daher vor allem für etwas längere Kurse.

 

Office 365: „Traditionell strukturell trifft innovativ"

Florian Lassnig setzt Office 365 unter anderem im Unterricht mit SchülerInnen ein und bietet Weiterbildungen für Lehrende im Rahmen der Virtuellen PH. Er zeigte beim DigiTalk einige Office-Anwendungen, die sich besonders gut zum Lehren und Lernen eignen – nämlich Sharepoint, Teams und das Kursnotizbuch. „Office 365 ist sehr mächtig", so Lassnig, „es kann sehr viel, ich muss mir allerdings vorher überlegen, welche Lernumgebung ich eigentlich schaffen möchte. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass ich auch den Überblick verlieren kann, und so soll es ja für die Lernenden nicht sein." Die Stärken der Software liegen ihm zufolge in der organisationsinternen Nutzung – neben Lehren und Lernen selbst könne diese auch die Administration vereinfachen.

 

Trello: „TeilnehmerInnen aktiv einbinden"

Nicole Bauch von der digitalen Bildungsagentur frolleinflow stellte das Projektmanagement- und Kollaborationstool Trello vor. „Damit lassen sich Informations- und Kommunikationsprozesse gut organisieren." In Lehr- und Lernprozessen könne das auf verschiedene Arten geschehen – beispielsweise als Ergänzung zu einem Präsenzangebot, indem allgemeine Informationen, Lernmaterial und Übungsaufgaben per Trello zur Verfügung gestellt werden, oder als reines Selbstlernangebot. „Wir versuchen, Leute aktiv einzubinden", so Bauch – TeilnehmerInnen können etwa Inhalte in einer flexiblen Reihenfolge durcharbeiten oder Vorwissen einbringen. „Das ist wichtig um Spaß am Lernen zu haben und prägt eine gemeinsame Kultur." Trello eigne sich vor allem für Organisationen, die noch kein mächtiges Tool verwenden und digital unterstütztes Lehren und Lernen ausprobieren möchten: „Mit Trello kann man gut testen und schauen, ob man sich damit wohlfühlt."

 

„In einer guten Werkstatt gibt es immer mehrere Tools"

Wie die ExpertInnen bei der Auswahl von Anwendungen für die eigene Lehre vorgehen? „Ich mache mir eine Kriterienliste, bevor ich ein Tool auswähle", erzählte Nicole Bauch: „Dabei achte ich auf Aspekte wie Usability, Agilität und auch auf Designaspekte."

 

Florian Lassnig baut seine Lernsettings gerne auf Bekanntem auf und ergänzt bei Bedarf zusätzliche Anwendungen. Sein Grundsatz: „Es muss so einfach sein, dass die Lernenden es gleich verwenden können."

 

„Es macht Spaß, verschiedene Tools auszuprobieren und deren Funktionen einzuschätzen", so Lisa Kammerer. Wichtig sei es dabei, den TeilnehmerInnen einen guten Einstieg in neue Tools zu bereiten. „Die Erwachsenenbildung ist ein guter Raum, um Dinge auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen."

 

Einig waren sich alle ReferentInnen in einem Punkt, der von Teilnehmer Herbert Schmidt in die Diskussion eingebracht wurde: „In einer guten Werkstatt gibt es immer mehrere Tools." Welches man schlussendlich auswähle, hänge von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab – die Anwendung müsse zu dem passen, was man vermitteln möchte.

 

Der nächste DigiTalk

Bereits am 3.12.2019 findet der nächste DigiTalk statt – dabei geht es um innovative Brückenformate, die analoge und digitale Lernwelten gekonnt verbinden. Weitere Informationen und einen Link zur kostenlosen Anmeldung finden Sie in der Rubrik DigiProf.

Weitere Informationen:
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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