lebenslanges lernen heute

Definitionen

Von den ersten Konzeptionen zu lebenslangem Lernen bis heute gibt es viele Unklarheiten bezüglich der begrifflichen Definition. Ein Aspekt sind die Schwierigkeiten der Übersetzungen in verschiedene Sprachen und die kulturell unterschiedlichen Assoziationen zu bestimmten Begriffen. Ein weiterer Aspekt ist, dass unterschiedliche Begriffe synonym verwendet werden. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter lebenslangem Lernen oder ähnlichen Begriffen verstanden wird. Die Definitionen veränderten sich im Laufe der Entwicklung von Konzepten und sind von dahinterstehenden Interessen abhängig.

EU-Definition

Lebenslanges oder lebensbegleitendes Lernen umfasst "alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen, bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt". Diese bis heute gültige Definition der EU wurde im Dokument "Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen" im Jahr 2001 festgelegt. In den deutschsprachigen Dokumenten wird "lebenslanges Lernen" und "lebensbegleitendes Lernen" synonym verwendet.

Lebenslanges Lernen umfasst demnach alle Lernformen in allen Lebensaltern. Es ist also weder nur auf Erwachsene beschränkt noch auf Lernen in formalen Prozessen.

Definitionen in Österreich

Die österreichische Bildungspolitik hält sich in ihren Aussagen und Dokumenten an die Definition der EU. In einem Konzept der österreichischen Sozialpartner wird unter lebensbegleitendem Lernen ebenfalls verstanden, "Menschen zu befähigen, über ihre gesamte Lebensspanne Bildungsprozesse aufzunehmen und zu lernen." Es "dient der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, der sozialen Eingliederung wie auch der persönlichen Entwicklung".

Im wissenschaftlichen Diskurs wird immer wieder auf die ungenaue Definition und Ausformulierung verwiesen. Gleichzeitig wird versucht, andere Blickwinkel einzunehmen, indem z.B. bewusst von lebensbegleitender Bildung gesprochen wird, die weniger beschäftigungsorientiert ausgerichtet sein soll.

Verständnisse in anderen EU-Staaten

Die Verständnisse von lebenslangem Lernen sind in den EU-Staaten kulturell und bildungsstrukturell unterschiedlich. In Großbritannien mit einem stark dezentralisierten und wettbewerbsorientierten Bildungssystem gibt es keine offizielle, einheitliche Definition von lebenslangem Lernen. Deutlich ist aber die primäre Ausrichtung an zweckorientiertem Lernen, allgemeine Erwachsenenbildung wird nicht berücksichtigt.

In Frankreich mit einem stark zentralistischen, staatlich regulierten Bildungssystem wird lebenslanges Lernen als "persönliches Recht" der BürgerInnen verstanden, wofür der Staat entsprechende Angebote machen muss.

Insgesamt zeigt sich aber eine immer stärkere Zweckorientierung des lebenslangen Lernens an Beschäftigung und Wettbewerb. Diese Entwicklung wurde wesentlich von den programmatischen Ideen der EU, aber auch der OECD vorangetrieben (Dewe, Bernd / Weber, Peter J.: Wissensgesellschaft und Lebenslanges Lernen. Bad Heilbrunn 2007).
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lebenslanges lernen heute

Definitionen

Von den ersten Konzeptionen zu lebenslangem Lernen bis heute gibt es viele Unklarheiten bezüglich der begrifflichen Definition. Ein Aspekt sind die Schwierigkeiten der Übersetzungen in verschiedene Sprachen und die kulturell unterschiedlichen Assoziationen zu bestimmten Begriffen. Ein weiterer Aspekt ist, dass unterschiedliche Begriffe synonym verwendet werden. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter lebenslangem Lernen oder ähnlichen Begriffen verstanden wird. Die Definitionen veränderten sich im Laufe der Entwicklung von Konzepten und sind von dahinterstehenden Interessen abhängig.

EU-Definition

Lebenslanges oder lebensbegleitendes Lernen umfasst "alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen, bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt". Diese bis heute gültige Definition der EU wurde im Dokument "Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen" im Jahr 2001 festgelegt. In den deutschsprachigen Dokumenten wird "lebenslanges Lernen" und "lebensbegleitendes Lernen" synonym verwendet.

Lebenslanges Lernen umfasst demnach alle Lernformen in allen Lebensaltern. Es ist also weder nur auf Erwachsene beschränkt noch auf Lernen in formalen Prozessen.

Definitionen in Österreich

Die österreichische Bildungspolitik hält sich in ihren Aussagen und Dokumenten an die Definition der EU. In einem Konzept der österreichischen Sozialpartner wird unter lebensbegleitendem Lernen ebenfalls verstanden, "Menschen zu befähigen, über ihre gesamte Lebensspanne Bildungsprozesse aufzunehmen und zu lernen." Es "dient der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, der sozialen Eingliederung wie auch der persönlichen Entwicklung".

Im wissenschaftlichen Diskurs wird immer wieder auf die ungenaue Definition und Ausformulierung verwiesen. Gleichzeitig wird versucht, andere Blickwinkel einzunehmen, indem z.B. bewusst von lebensbegleitender Bildung gesprochen wird, die weniger beschäftigungsorientiert ausgerichtet sein soll.

Verständnisse in anderen EU-Staaten

Die Verständnisse von lebenslangem Lernen sind in den EU-Staaten kulturell und bildungsstrukturell unterschiedlich. In Großbritannien mit einem stark dezentralisierten und wettbewerbsorientierten Bildungssystem gibt es keine offizielle, einheitliche Definition von lebenslangem Lernen. Deutlich ist aber die primäre Ausrichtung an zweckorientiertem Lernen, allgemeine Erwachsenenbildung wird nicht berücksichtigt.

In Frankreich mit einem stark zentralistischen, staatlich regulierten Bildungssystem wird lebenslanges Lernen als "persönliches Recht" der BürgerInnen verstanden, wofür der Staat entsprechende Angebote machen muss.

Insgesamt zeigt sich aber eine immer stärkere Zweckorientierung des lebenslangen Lernens an Beschäftigung und Wettbewerb. Diese Entwicklung wurde wesentlich von den programmatischen Ideen der EU, aber auch der OECD vorangetrieben (Dewe, Bernd / Weber, Peter J.: Wissensgesellschaft und Lebenslanges Lernen. Bad Heilbrunn 2007).