migration und politische bildung

Migrations- und Globalisierungsprozesse werfen neue Fragen der politischen Gestaltung und Partizipation auf. Es entsteht Orientierungsbedarf im gesellschaftlichen Zusammenleben. Politische Bildung erhält im Kontext der Migration große Bedeutung, ist derzeit aber noch wenig entwickelt.
Politische Bildung im Kontext Migration verfolgt mehrere Zielsetzungen: Sie soll TeilnehmerInnen für das Phänomen Migration, die Lebensrealitäten der betroffenen Menschen sowie rassistische Diskurse und Praxen sensibilisieren. Menschen sollten befähigt werden, ihre eigene "Kultur" kritisch zu reflektieren, Fremdheitskonstruktionen zu erkennen sowie antirassistische/ antidiskriminatorische Strategien zu entwickeln. Beispiele hierfür wären sogenannte "Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen" oder der Lehrgang "Kompetenzvermehrung Anti-Rassismus & Zivilcourage" des Vereins ZARA.

Politische Bildung spricht bislang noch häufiger Angehörige der Mehrheitsgesellschaft an. Politische Bildung für MigrantInnen sollte sich nicht auf die Vermittlung von Grundkenntnissen über das politische System in Österreich im Rahmen von Deutsch- und Integrationskursen reduzieren. Es gilt Lernkontexte zu schaffen, die die Partizipation Zugewanderter in allen Bereichen der Gesellschaft fördern und die dialogische Elemente enthalten. Hier muss einschränkend angemerkt werden, dass viele MigrantInnen aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit über keine oder geringe politische Mitwirkungsmöglichkeiten verfügen.
 
Politische Bildung für Menschen mit Migrationshintergrund ist in Österreich noch wenig entwickelt. Sie wird oftmals von Selbstorganisationen von MigrantInnen getragen. Als ein Beispiel sei das Projekt "Politik und Partizipation vor Ort" des Linzer Vereins MAIZ genannt.

Weitere Informationen

Good practice Projekte

Literatur

  • Behrens, Heidi/ Motte, Jan (Hrsg.) (2006): Politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft. Zugänge - Konzepte - Erfahrungen, Reihe Politik und Bildung, Bd. 37. Schwalbach: Wochenschau Vlg.
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migration und politische bildung

Migrations- und Globalisierungsprozesse werfen neue Fragen der politischen Gestaltung und Partizipation auf. Es entsteht Orientierungsbedarf im gesellschaftlichen Zusammenleben. Politische Bildung erhält im Kontext der Migration große Bedeutung, ist derzeit aber noch wenig entwickelt.
Politische Bildung im Kontext Migration verfolgt mehrere Zielsetzungen: Sie soll TeilnehmerInnen für das Phänomen Migration, die Lebensrealitäten der betroffenen Menschen sowie rassistische Diskurse und Praxen sensibilisieren. Menschen sollten befähigt werden, ihre eigene "Kultur" kritisch zu reflektieren, Fremdheitskonstruktionen zu erkennen sowie antirassistische/ antidiskriminatorische Strategien zu entwickeln. Beispiele hierfür wären sogenannte "Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen" oder der Lehrgang "Kompetenzvermehrung Anti-Rassismus & Zivilcourage" des Vereins ZARA.

Politische Bildung spricht bislang noch häufiger Angehörige der Mehrheitsgesellschaft an. Politische Bildung für MigrantInnen sollte sich nicht auf die Vermittlung von Grundkenntnissen über das politische System in Österreich im Rahmen von Deutsch- und Integrationskursen reduzieren. Es gilt Lernkontexte zu schaffen, die die Partizipation Zugewanderter in allen Bereichen der Gesellschaft fördern und die dialogische Elemente enthalten. Hier muss einschränkend angemerkt werden, dass viele MigrantInnen aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen derzeit über keine oder geringe politische Mitwirkungsmöglichkeiten verfügen.
 
Politische Bildung für Menschen mit Migrationshintergrund ist in Österreich noch wenig entwickelt. Sie wird oftmals von Selbstorganisationen von MigrantInnen getragen. Als ein Beispiel sei das Projekt "Politik und Partizipation vor Ort" des Linzer Vereins MAIZ genannt.

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Literatur

  • Behrens, Heidi/ Motte, Jan (Hrsg.) (2006): Politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft. Zugänge - Konzepte - Erfahrungen, Reihe Politik und Bildung, Bd. 37. Schwalbach: Wochenschau Vlg.