Bildungsangebote für MigrantInnen

Es gibt viele verschiedene Bildungsangebote für MigrantInnen. Ob der Fülle an österreichischen Angeboten wurde folgende Strukturierung gewählt:

Sprache

Lernwerkstatt für Fachsprache - Antenne
Im Rahmen der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft "Interculturexpress" wurden im Berufsausbildungszentrum des BFI Wien Selbstlernmaterialien in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache und Fachsprache Deutsch entwickelt und erprobt. Im Mittelpunkt stand der Bereich Metall/Elektro unter Einbeziehung von Informationsmaterial zum Thema Migration in Österreich. Ziel war neben der Erhöhung der sprachlichen Kompetenzen der TeilnehmerInnen auch die Motivation zum selbstorganisierten Lernen sowie eine Bewusstmachung der Ressourcen von MigrantInnen.
"Ich will erzählen"
Ein interdisziplinäres Sprachprojekt der Wiener Beratungsstelle peregrina stellte die Lebensgeschichten von Flüchtlingsfrauen in den Mittelpunkt des Sprachlernprozesses. Die Texte der Teilnehmerinnen entstanden im Laufe eines Jahres mit begleitender psychologischer Unterstützung.

Alphabetisierung und Grundbildung

AlfaZentrum für MigrantInnen an der VHS Ottakring
Das Wiener Zentrum bietet seit rund 15 Jahren kombinierte Kurse für Alphabetisierung und Deutsch als Zweitsprache an. Zielgruppe sind Menschen, die aufgrund ihrer mangelnden Schriftkenntnisse einem DaZ-Kurs nicht folgen können. Die grundlegenden Prinzipien des Kursangebots sind Differenzierung, Kontinuität und Nachhaltigkeit - man setzt an vorhandenen Kenntnissen an und möchte das Selbstwertgefühl der TeilnehmerInnen stärken. Es wurden eigene Konzepte und Materialien für die Alphabetisierung von Migranten und Migrantinnen entwickelt. Neben dem Kursangebot finden auch Beratung, Materialentwicklung und Ausbildungslehrgänge für Unterrichtende statt. Das AlfaZentrum koordiniert in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien das Netzwerk "Alphabetisierung für MigrantInnen in Wien".
Alphabetisierung und Elementarbildung beim Verein DANAIDA
Der Verein Danaida (Graz) ist eine Anlaufstelle für Frauen mit Migrationshintergrund. Er stellt Rahmenbedingungen zur Verfügung, die Frauen den Zugang zu Weiterbildung erleichtern sollen- wie z.B. begleitende Kinderbetreuung. Seit 1995 werden neben Deutschkursen und kulturellen Angeboten Alphabetisierungskurse durchgeführt. Dabei wird unter anderem auch der Computer eingesetzt, um Frauen ohne Lese- und Schreibkenntnisse mit neuen Technologien vertraut zu machen. Das Projekt Elementarbildung zielt auf eine Verbesserung der Partizipations- und Integrationschancen der Frauen ab, einige der Teilnehmerinnen bereiten sich hier auf den Besuch eines Lehrganges zum Nachholen des Hauptschulabschlusses vor. Einen wichtigen Stellenwert nehmen die Stärkung des Selbsthilfepotentials und die Förderung von Teamfähigkeit ein.

Politische Bildung

Lernzentren für Migrantinnen
Im Rahmen des Projekts "Lernzentren für Migrantinnen" führt der Verein LEFÖ in Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnerinnenorganisationen Peregrina und Orient Express eine Erhebung zu "Politische Bildung und Migrantinnen" durch. Es soll dabei ein Umgang mit den gesellschaftlichen Anforderungen, den strukturellen Diskriminierungen, denen Migrantinnen ausgesetzt sind, und den ihnen zugewiesenen sozialen und politischen Positionen gefunden werden. Der Arbeit wird ein feministisch- und migrationskritischer Ansatz zugrunde liegen.
Im Rahmen des Arbeitsbereichs Politische Bildung werden Migrantinnen zu Themen zu Wort kommen, zu denen sie kaum gehört oder gefragt werden: Geschlecht, Demokratisierungsprozesse, Bildung etc. Gesellschaftlich-politische Phänomene und Problematiken wie Rassismus, Interkulturalität, Globalisierung, wie auch Konzepte wie Gender Mainstreaming, Diversity und Kultur bilden einen zentralen Bestandteil dieses Arbeitsbereichs. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gefördert.

Berufliche Weiterbildung

Marketing ohne Grenze - Modellausbildung zur Internationalen Marketing- und Sales-Managerin (pdf)
NOWA-Netzwerk für Berufsausbildung (Graz) hat 2007 in Kooperation mit dem Verein ISOP eine duale Ausbildung für höher qualifizierte Migrantinnen durchgeführt. Die Frauen wurden ausgebildet, Marketing- und Salesmanagement-Projekte auf Basis von Projektmanagementmethoden erfolgreich zu konzipieren und umzusetzen. Die Ausbildung schloss mit standardisierten Zertifikaten (ÖSD-Sprachdiplom, ECDL, EBC*L) sowie einem Diplom zur Marketing- und Sales-Managerin ab. Das Modell setzt an vorhandenen Potenzialen der TeilnehmerInnen in fachlicher Hinsicht sowie in Bezug auf ihre interkulturellen und mehrsprachigen Kompetenzen an. Die Bedarfslage des Arbeitsmarktes wurde im Vorfeld sorgfältig geprüft, die meisten Absolventinnen konnten rasch einen erfolgreichen Berufseinstieg schaffen.
Leuchtturm
Das Integrationshaus Wien entwickelte einen einjährigen Lehrgang, in dem Personen mit Migrationshintergrund und Vorkenntnissen im pädagogischen Bereich zu BerufsorientierungstrainerInnen und BildungsberaterInnen ausgebildet wurden (2006/07). Dieses Projekt kann auch als Beitrag zur interkulturellen Öffnung des Berufsfeldes Erwachsenenbildung verstanden werden. Ein neuer Lehrgang startete 2008 unter dem Titel MIGRA TRAIN.
MUTUAL - Projekt für interkulturelle Kinderbetreuung und MigrantInnen
Die Kinderdrehscheibe der Volkshilfe Graz hat in einem Leonardo da Vinci-Projekt ein Konzept für die Ausbildung interkultureller KinderbetreuerInnen in Zusammenarbeit mit den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen entwickelt und umgesetzt. Ziel war die Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten für MigrantInnen sowie die Unterstützung von Institutionen durch interkulturell kompetentes, mehrsprachiges Personal. Die erarbeiteten innovative Trainingsmethoden und Materialien werden über die Homepage zur Verfügung gestellt.

EQUAL-Projekte zur Bekämpfung von Rassismus

Im Rahmen des EQUAL-Programmes konnten in den Themenbereichen "Bekämpfung von Rassismus auf dem Arbeitsmarkt" bzw. "Reintegration arbeitsmarktferner Personengruppen" einige sehr innovative Vorhaben realisiert werden, von denen einzelne auf dieser Seite bereits erwähnt wurden. Weitere Beispiele aus der 2. Antragsrunde des Programmes (2005-2007):

Bildungsberatung

Kompetenzzentrum - Anerkennungs- und Weiterbildungsberatungsstelle
Das Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen in Wien wurde 2007 gegründet. Es ist eine Anlaufstelle für neu zugewanderte Personen und bietet Berufsberatung (Erhebung der Qualifikationen, Vergleich mit österreichischen Anforderungen, Abklärung von Chancen), Aus- und Weiterbildungsberatung sowie Begleitung bei Weiterbildungen und Anerkennungsverfahren an. Beratung ist in unterschiedlichen Sprachen möglich. Das Projekt wird aus den Mitteln der Magistratsabteilung 17 des Europäischen Sozialfonds und des Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds finanziert.
Sprachen- und Qualifikationsportfolio für MigrantInnen und Flüchtlinge
Das Sprachen- und Qualifikationsportfolio versteht sich als Hilfestellung für TrainerInnen, Bildungs- und BerufsberaterInnen sowie weitere ExpertInnen im interkulturellen Bereich. Der (mehrsprachig vorhandene) Arbeitsteil soll MigrantInnen und Flüchtlingen ermöglichen, eigene Kompetenzen einzuschätzen und zu artikulieren und die Planung für die eigene berufliche Zukunft zu erleichtern.
Aufstieg durch Bildung
Der Wiener Verein Peregrina führt im Rahmen des Projektnetzwerkes "Lernzentren für Migrantinnen" das Teilprojekt "Aufstieg durch Bildung" durch. Darin wird neben Qualifizierungsmaßnahmen für Frauen der Schwerpunkt Bildungsberatung für Migrantinnen, auch in mobiler und aufsuchender Form, ausgebaut. Ein weiters seit 2007 bestehendes Angebot der Bildungsberatung richtet sich an Mädchen und junge Frauen aus der Türkei unter Einbeziehung ihrer Mütter.

Angebote für AsylwerberInnen und anerkannte Flüchtlinge

Österreichischer Integrationsfonds
Die Lebenssituation und rechtliche Lage von AsylwerberInnen kann sich zum Teil wesentlich von jener anderer ZuwanderInnen unterscheiden (z.B. in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt, Bundesbetreuung, unklare Perspektiven). Sie sind zwar ebenso potenzielle TeilnehmerInnen der meisten bereits genannten Bildungsangebote, es existieren jedoch auch spezifische Projekte und Anlaufstellen für diese Zielgruppe. Anerkannte Flüchtlinge werden u.a. durch den Österreichischen Integrationsfonds mit Bildungsangeboten, Beratung und weiteren Hilfestellungen unterstützt.
Researchers without Borders - ForscherInnen ohne Grenzen
Der Verein "ForscherInnen ohne Grenzen" macht auf die Potenziale von Menschen mit wissenschaftlichen Qualifikationen aufmerksam, die nach Österreich geflüchtet sind. Mit einem Mentoring-Programm und der Vermittlung von Trainings und Weiterbildungen sollen Schritte gesetzt werden, um in qualifizierte Berufe einzusteigen. Veranstaltungen, Deutschkurse und Infrastruktur wie z.B. ein Computerzugang oder Kommunikationsräume sollen das schwierige Dasein als AsylwerberInnen und Flüchtlinge erleichtern. Die Initiative möchte "verborgene Talente" aufgreifen und unfreiwillige Migration auch zu einen Gewinn für das Zielland machen.
MOVE
Der Linzer Verein MAIZ und die Frauenstiftung Steyr möchten mit diesem Projekt die Berufs- und Lebensperspektiven von asylberechtigten Frauen und Mädchen verbessern. Die Umsetzung erfolgt mittels individueller Ausbildungsmodelle sowie durch Basis- und Orientierungsangebote bei MAIZ. Die Finanzierung gewähren der Europäische Flüchtlingsfonds, das Bundesministerium für Inneres und das Land Oberösterreich. Besonderes Augenmerk wird auf mitgebrachte Qualifikationen, interkulturelle Kompetenzen sowie auf eine Auseinandersetzung mit antirassistischen und feministischen Strategien gelegt.

EQUAL-Projekte zur Integration von AsylwerberInnen

Im Rahmen des EU-Programmes EQUAL wurden in Österreich mehrere Projekte für die Zielgruppe der AsylwerberInnen umgesetzt:

Selbstorganisationen von MigrantInnen

WIP- Work in Process
Diese österreichweite  Entwicklungspartnerschaft hat im Rahmen des EU-Programmes "EQUAL" mehrere Projekte zur Weiterbildung und Stärkung von MigrantInnen umgesetzt: Marhama (Berufsorientierung und Vorqualifizierung für Gesundheitsberufe für muslimische Migrantinnen, Begleitdienst im Krankenhaus); Fields of Transfer (Vernetzung von Kulturinitiativen und Selbstorganisationen, Veranstaltungen, künstlerische Aktivitäten); EmpICA - Empowerment through Improvement of Counsellors Activities (Curriculum antirassistische Bildungsberatung); Equality Mentoring für schwarze Frauen; PARS - Partizipation und antirassistische Handlungspotentiale (Forschungswerkstätte mit MigrantInnen); MobStop (Mobbingprävention, Stärkung  antirassistischer Kommunikationskompetenz; Transnationale Aktivitäten.
Prequal
Der Linzer Verein MAIZ hat neben vielfältigen anderen Weiterbildungsangeboten auch eine Vorqualifizierung von Migrantinnen im Gesundheits- und Pflegebereich im Programm. Ziel des im Rahmen einer Leonardo da Vinci -Kooperation mit 6 Partnerländern entwickelten Konzeptes ist die Erleichterung des Zuganges zu Gesundheitsberufen und die Stärkung der Position von Migrantinnen in Österreich. Die Trainings- und Lernmethoden gründen auf didaktischen Prinzipien "globalen Lernens" und "populärer Bildung" nach Paulo Freire. Mit dem Projekt Prequal steps wird das erfolgreiche Konzept von PreQual seit November 2007 in vier weitere EU-Länder transferiert, getestet und evaluiert.

Weitere Angebote

MEGAPHON-Uni
Die MEGAPHON-Uni veranstaltet kostenlos zugängliche Vorträge und Workshops. Ziel des Projekts ist es, aktuelle wissenschaftliche Inhalte verständlich und spannend näher zu bringen und die TeilnehmerInnen in unterschiedliche Disziplinen der Wissenschaft einzuführen. Im Besonderen werden Frauen und Männer in sozial schwierigen Lebenslagen angesprochen, die auf Grund ihrer Ausbildung, Herkunft oder sozialen Stellung mit dem universitären Bildungsangebot sonst nicht in Berührung kommen. "Wissensaustausch auf Augenhöhe" lautet die Grundidee. Die MEGAPHON-Uni ist eine Initiative des Straßenmagazins MEGAPHON, der Caritas der Diözese Graz-Seckau und des Zentrums für Weiterbildung der Universität Graz und wurde mit dem Preis des Landes Steiermark für lebensbegleitendes Lernen 2008 ausgezeichnet.
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Nationaler Qualifikationsrahmen
Informationen zum Nationalen Qualifikations-rahmen (NQR).
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Bildungsangebote für MigrantInnen

Es gibt viele verschiedene Bildungsangebote für MigrantInnen. Ob der Fülle an österreichischen Angeboten wurde folgende Strukturierung gewählt:

Sprache

Lernwerkstatt für Fachsprache - Antenne
Im Rahmen der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft "Interculturexpress" wurden im Berufsausbildungszentrum des BFI Wien Selbstlernmaterialien in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache und Fachsprache Deutsch entwickelt und erprobt. Im Mittelpunkt stand der Bereich Metall/Elektro unter Einbeziehung von Informationsmaterial zum Thema Migration in Österreich. Ziel war neben der Erhöhung der sprachlichen Kompetenzen der TeilnehmerInnen auch die Motivation zum selbstorganisierten Lernen sowie eine Bewusstmachung der Ressourcen von MigrantInnen.

"Ich will erzählen"
Ein interdisziplinäres Sprachprojekt der Wiener Beratungsstelle peregrina stellte die Lebensgeschichten von Flüchtlingsfrauen in den Mittelpunkt des Sprachlernprozesses. Die Texte der Teilnehmerinnen entstanden im Laufe eines Jahres mit begleitender psychologischer Unterstützung.

Alphabetisierung und Grundbildung

AlfaZentrum für MigrantInnen an der VHS Ottakring
Das Wiener Zentrum bietet seit rund 15 Jahren kombinierte Kurse für Alphabetisierung und Deutsch als Zweitsprache an. Zielgruppe sind Menschen, die aufgrund ihrer mangelnden Schriftkenntnisse einem DaZ-Kurs nicht folgen können. Die grundlegenden Prinzipien des Kursangebots sind Differenzierung, Kontinuität und Nachhaltigkeit - man setzt an vorhandenen Kenntnissen an und möchte das Selbstwertgefühl der TeilnehmerInnen stärken. Es wurden eigene Konzepte und Materialien für die Alphabetisierung von Migranten und Migrantinnen entwickelt. Neben dem Kursangebot finden auch Beratung, Materialentwicklung und Ausbildungslehrgänge für Unterrichtende statt. Das AlfaZentrum koordiniert in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien das Netzwerk "Alphabetisierung für MigrantInnen in Wien".

Alphabetisierung und Elementarbildung beim Verein DANAIDA
Der Verein Danaida (Graz) ist eine Anlaufstelle für Frauen mit Migrationshintergrund. Er stellt Rahmenbedingungen zur Verfügung, die Frauen den Zugang zu Weiterbildung erleichtern sollen- wie z.B. begleitende Kinderbetreuung. Seit 1995 werden neben Deutschkursen und kulturellen Angeboten Alphabetisierungskurse durchgeführt. Dabei wird unter anderem auch der Computer eingesetzt, um Frauen ohne Lese- und Schreibkenntnisse mit neuen Technologien vertraut zu machen. Das Projekt Elementarbildung zielt auf eine Verbesserung der Partizipations- und Integrationschancen der Frauen ab, einige der Teilnehmerinnen bereiten sich hier auf den Besuch eines Lehrganges zum Nachholen des Hauptschulabschlusses vor. Einen wichtigen Stellenwert nehmen die Stärkung des Selbsthilfepotentials und die Förderung von Teamfähigkeit ein.

Politische Bildung

Lernzentren für Migrantinnen
Im Rahmen des Projekts "Lernzentren für Migrantinnen" führt der Verein LEFÖ in Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnerinnenorganisationen Peregrina und Orient Express eine Erhebung zu "Politische Bildung und Migrantinnen" durch. Es soll dabei ein Umgang mit den gesellschaftlichen Anforderungen, den strukturellen Diskriminierungen, denen Migrantinnen ausgesetzt sind, und den ihnen zugewiesenen sozialen und politischen Positionen gefunden werden. Der Arbeit wird ein feministisch- und migrationskritischer Ansatz zugrunde liegen.
Im Rahmen des Arbeitsbereichs Politische Bildung werden Migrantinnen zu Themen zu Wort kommen, zu denen sie kaum gehört oder gefragt werden: Geschlecht, Demokratisierungsprozesse, Bildung etc. Gesellschaftlich-politische Phänomene und Problematiken wie Rassismus, Interkulturalität, Globalisierung, wie auch Konzepte wie Gender Mainstreaming, Diversity und Kultur bilden einen zentralen Bestandteil dieses Arbeitsbereichs. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gefördert.

Berufliche Weiterbildung

Marketing ohne Grenze - Modellausbildung zur Internationalen Marketing- und Sales-Managerin (pdf)
NOWA-Netzwerk für Berufsausbildung (Graz) hat 2007 in Kooperation mit dem Verein ISOP eine duale Ausbildung für höher qualifizierte Migrantinnen durchgeführt. Die Frauen wurden ausgebildet, Marketing- und Salesmanagement-Projekte auf Basis von Projektmanagementmethoden erfolgreich zu konzipieren und umzusetzen. Die Ausbildung schloss mit standardisierten Zertifikaten (ÖSD-Sprachdiplom, ECDL, EBC*L) sowie einem Diplom zur Marketing- und Sales-Managerin ab. Das Modell setzt an vorhandenen Potenzialen der TeilnehmerInnen in fachlicher Hinsicht sowie in Bezug auf ihre interkulturellen und mehrsprachigen Kompetenzen an. Die Bedarfslage des Arbeitsmarktes wurde im Vorfeld sorgfältig geprüft, die meisten Absolventinnen konnten rasch einen erfolgreichen Berufseinstieg schaffen.

Leuchtturm
Das Integrationshaus Wien entwickelte einen einjährigen Lehrgang, in dem Personen mit Migrationshintergrund und Vorkenntnissen im pädagogischen Bereich zu BerufsorientierungstrainerInnen und BildungsberaterInnen ausgebildet wurden (2006/07). Dieses Projekt kann auch als Beitrag zur interkulturellen Öffnung des Berufsfeldes Erwachsenenbildung verstanden werden. Ein neuer Lehrgang startete 2008 unter dem Titel MIGRA TRAIN.

MUTUAL - Projekt für interkulturelle Kinderbetreuung und MigrantInnen
Die Kinderdrehscheibe der Volkshilfe Graz hat in einem Leonardo da Vinci-Projekt ein Konzept für die Ausbildung interkultureller KinderbetreuerInnen in Zusammenarbeit mit den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen entwickelt und umgesetzt. Ziel war die Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten für MigrantInnen sowie die Unterstützung von Institutionen durch interkulturell kompetentes, mehrsprachiges Personal. Die erarbeiteten innovative Trainingsmethoden und Materialien werden über die Homepage zur Verfügung gestellt.

EQUAL-Projekte zur Bekämpfung von Rassismus

Im Rahmen des EQUAL-Programmes konnten in den Themenbereichen "Bekämpfung von Rassismus auf dem Arbeitsmarkt" bzw. "Reintegration arbeitsmarktferner Personengruppen" einige sehr innovative Vorhaben realisiert werden, von denen einzelne auf dieser Seite bereits erwähnt wurden. Weitere Beispiele aus der 2. Antragsrunde des Programmes (2005-2007):

Bildungsberatung

Kompetenzzentrum - Anerkennungs- und Weiterbildungsberatungsstelle
Das Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen in Wien wurde 2007 gegründet. Es ist eine Anlaufstelle für neu zugewanderte Personen und bietet Berufsberatung (Erhebung der Qualifikationen, Vergleich mit österreichischen Anforderungen, Abklärung von Chancen), Aus- und Weiterbildungsberatung sowie Begleitung bei Weiterbildungen und Anerkennungsverfahren an. Beratung ist in unterschiedlichen Sprachen möglich. Das Projekt wird aus den Mitteln der Magistratsabteilung 17 des Europäischen Sozialfonds und des Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds finanziert.

Sprachen- und Qualifikationsportfolio für MigrantInnen und Flüchtlinge
Das Sprachen- und Qualifikationsportfolio versteht sich als Hilfestellung für TrainerInnen, Bildungs- und BerufsberaterInnen sowie weitere ExpertInnen im interkulturellen Bereich. Der (mehrsprachig vorhandene) Arbeitsteil soll MigrantInnen und Flüchtlingen ermöglichen, eigene Kompetenzen einzuschätzen und zu artikulieren und die Planung für die eigene berufliche Zukunft zu erleichtern.

Aufstieg durch Bildung
Der Wiener Verein Peregrina führt im Rahmen des Projektnetzwerkes "Lernzentren für Migrantinnen" das Teilprojekt "Aufstieg durch Bildung" durch. Darin wird neben Qualifizierungsmaßnahmen für Frauen der Schwerpunkt Bildungsberatung für Migrantinnen, auch in mobiler und aufsuchender Form, ausgebaut. Ein weiters seit 2007 bestehendes Angebot der Bildungsberatung richtet sich an Mädchen und junge Frauen aus der Türkei unter Einbeziehung ihrer Mütter.

Angebote für AsylwerberInnen und anerkannte Flüchtlinge

Österreichischer Integrationsfonds
Die Lebenssituation und rechtliche Lage von AsylwerberInnen kann sich zum Teil wesentlich von jener anderer ZuwanderInnen unterscheiden (z.B. in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt, Bundesbetreuung, unklare Perspektiven). Sie sind zwar ebenso potenzielle TeilnehmerInnen der meisten bereits genannten Bildungsangebote, es existieren jedoch auch spezifische Projekte und Anlaufstellen für diese Zielgruppe. Anerkannte Flüchtlinge werden u.a. durch den Österreichischen Integrationsfonds mit Bildungsangeboten, Beratung und weiteren Hilfestellungen unterstützt.

Researchers without Borders - ForscherInnen ohne Grenzen
Der Verein "ForscherInnen ohne Grenzen" macht auf die Potenziale von Menschen mit wissenschaftlichen Qualifikationen aufmerksam, die nach Österreich geflüchtet sind. Mit einem Mentoring-Programm und der Vermittlung von Trainings und Weiterbildungen sollen Schritte gesetzt werden, um in qualifizierte Berufe einzusteigen. Veranstaltungen, Deutschkurse und Infrastruktur wie z.B. ein Computerzugang oder Kommunikationsräume sollen das schwierige Dasein als AsylwerberInnen und Flüchtlinge erleichtern. Die Initiative möchte "verborgene Talente" aufgreifen und unfreiwillige Migration auch zu einen Gewinn für das Zielland machen.

MOVE
Der Linzer Verein MAIZ und die Frauenstiftung Steyr möchten mit diesem Projekt die Berufs- und Lebensperspektiven von asylberechtigten Frauen und Mädchen verbessern. Die Umsetzung erfolgt mittels individueller Ausbildungsmodelle sowie durch Basis- und Orientierungsangebote bei MAIZ. Die Finanzierung gewähren der Europäische Flüchtlingsfonds, das Bundesministerium für Inneres und das Land Oberösterreich. Besonderes Augenmerk wird auf mitgebrachte Qualifikationen, interkulturelle Kompetenzen sowie auf eine Auseinandersetzung mit antirassistischen und feministischen Strategien gelegt.

EQUAL-Projekte zur Integration von AsylwerberInnen

Im Rahmen des EU-Programmes EQUAL wurden in Österreich mehrere Projekte für die Zielgruppe der AsylwerberInnen umgesetzt:

Selbstorganisationen von MigrantInnen

WIP- Work in Process
Diese österreichweite  Entwicklungspartnerschaft hat im Rahmen des EU-Programmes "EQUAL" mehrere Projekte zur Weiterbildung und Stärkung von MigrantInnen umgesetzt: Marhama (Berufsorientierung und Vorqualifizierung für Gesundheitsberufe für muslimische Migrantinnen, Begleitdienst im Krankenhaus); Fields of Transfer (Vernetzung von Kulturinitiativen und Selbstorganisationen, Veranstaltungen, künstlerische Aktivitäten); EmpICA - Empowerment through Improvement of Counsellors Activities (Curriculum antirassistische Bildungsberatung); Equality Mentoring für schwarze Frauen; PARS - Partizipation und antirassistische Handlungspotentiale (Forschungswerkstätte mit MigrantInnen); MobStop (Mobbingprävention, Stärkung  antirassistischer Kommunikationskompetenz; Transnationale Aktivitäten.

Prequal
Der Linzer Verein MAIZ hat neben vielfältigen anderen Weiterbildungsangeboten auch eine Vorqualifizierung von Migrantinnen im Gesundheits- und Pflegebereich im Programm. Ziel des im Rahmen einer Leonardo da Vinci -Kooperation mit 6 Partnerländern entwickelten Konzeptes ist die Erleichterung des Zuganges zu Gesundheitsberufen und die Stärkung der Position von Migrantinnen in Österreich. Die Trainings- und Lernmethoden gründen auf didaktischen Prinzipien "globalen Lernens" und "populärer Bildung" nach Paulo Freire. Mit dem Projekt Prequal steps wird das erfolgreiche Konzept von PreQual seit November 2007 in vier weitere EU-Länder transferiert, getestet und evaluiert.

Weitere Angebote

MEGAPHON-Uni
Die MEGAPHON-Uni veranstaltet kostenlos zugängliche Vorträge und Workshops. Ziel des Projekts ist es, aktuelle wissenschaftliche Inhalte verständlich und spannend näher zu bringen und die TeilnehmerInnen in unterschiedliche Disziplinen der Wissenschaft einzuführen. Im Besonderen werden Frauen und Männer in sozial schwierigen Lebenslagen angesprochen, die auf Grund ihrer Ausbildung, Herkunft oder sozialen Stellung mit dem universitären Bildungsangebot sonst nicht in Berührung kommen. "Wissensaustausch auf Augenhöhe" lautet die Grundidee. Die MEGAPHON-Uni ist eine Initiative des Straßenmagazins MEGAPHON, der Caritas der Diözese Graz-Seckau und des Zentrums für Weiterbildung der Universität Graz und wurde mit dem Preis des Landes Steiermark für lebensbegleitendes Lernen 2008 ausgezeichnet.