Interkulturelle Erwachsenenbildung
Der Terminus "Interkulturelle Erwachsenenbildung" (bzw. "Interkulturelles Lernen") wird in unterschiedlichen Handlungsfeldern verwendet und steht für eine Vielfalt an Konzepten und Zielsetzungen. Gerade die Bezeichnung "interkulturell" ist weder klar definiert noch unumstritten (siehe kritische Diskurse). Je nach Praxisfeld, theoretischem Zugang oder normativem Anspruch ist daher auch die Rede von "Migrationspädagogik", "Bildung in der Einwanderungsgesellschaft", "Diversity Pädagogik", "Globalem Lernen", "Transkultureller Bildung", "Antirassistischer Bildungsarbeit" usw.
Interkulturelle Bildung und Interkulturelle Kompetenz
Der interkulturelle Bildungsmarkt spricht mehrere Zielgruppen an. Zum einen werden unter Bezugnahme auf das (ebenfalls reflexionsbedürftige) Schlagwort "Integration" Maßnahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung für Menschen mit Migrationshintergrund realisiert. Deutschkurse machen hier das größte Angebotssegment aus.
Zum anderen sollen Menschen durch Weiterbildung sogenannte "interkulturelle Kompetenzen" erwerben. Diese werden von MitarbeiterInnen in international tätigen Unternehmen bzw. Organisationen (z.B. globale Konzerne, EU-Institutionen und -projekte, UNO) nachgefragt.
Interkulturelle Kompetenz gilt aber auch als neue Schlüsselqualifikation für professionelles Handeln in Berufsfeldern, in denen Kontakt mit ZuwanderInnen besteht (z.B. psychosoziale Dienste, Gesundheits- und Bildungswesen, Verwaltungen).
Im Rahmen der politischen Bildung sollen Bewusstseinsbildung sowie die Entwicklung von Problemlösungskompetenz zum Abbau von Rassismus und Diskriminierung beitragen.
Weiters wird auf Sensibilisierung für globale Zusammenhänge sowie entwicklungspolitische Themen fokussiert (Globales Lernen). In jüngster Zeit wird in der Erwachsenenbildung beispielsweise auch Fragen des interreligiösen Dialogs verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet.
Zum anderen sollen Menschen durch Weiterbildung sogenannte "interkulturelle Kompetenzen" erwerben. Diese werden von MitarbeiterInnen in international tätigen Unternehmen bzw. Organisationen (z.B. globale Konzerne, EU-Institutionen und -projekte, UNO) nachgefragt.
Interkulturelle Kompetenz gilt aber auch als neue Schlüsselqualifikation für professionelles Handeln in Berufsfeldern, in denen Kontakt mit ZuwanderInnen besteht (z.B. psychosoziale Dienste, Gesundheits- und Bildungswesen, Verwaltungen).
Im Rahmen der politischen Bildung sollen Bewusstseinsbildung sowie die Entwicklung von Problemlösungskompetenz zum Abbau von Rassismus und Diskriminierung beitragen.
Weiters wird auf Sensibilisierung für globale Zusammenhänge sowie entwicklungspolitische Themen fokussiert (Globales Lernen). In jüngster Zeit wird in der Erwachsenenbildung beispielsweise auch Fragen des interreligiösen Dialogs verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet.
MigrantInnen in der Weiterbildung
Menschen mit Migrationshintergrund werden einerseits als eine spezielle Zielgruppe von Erwachsenenbildungseinrichtungen und NGOs angesprochen (z.B. in Form von Sprach- und Integrationskursen, Grundbildungs- oder Beratungsangeboten). Andererseits nehmen MigrantInnen auch an unterschiedlichsten, nicht-spezifischen Bildungsveranstaltungen teil, wie z.B. mit steigender Tendenz an Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS).
Dort wo MigrantInnen unterrepräsentiert sind (siehe Weiterbildungsbeteiligung), gilt es Zugangsbarrieren abzubauen. Dort, wo sie bereits als TeilnehmerInnen partizipieren, stehen Erwachsenenbildungseinrichtungen vor weiteren Herausforderungen - in organisatorischer und didaktischer Hinsicht. Können bestehende Konzepte und Rahmenbedingungen eine Lernumgebung gewährleisten, die der Diversität angemessen ist? Werden Bedürfnisse der Teilnehmenden ausreichend berücksichtigt, lassen sich Diskriminierungen vermeiden? Werden neue Kompetenzen in der Institution benötigt?
MigrantInnen besuchen in Österreich derzeit am häufigsten Deutschkurse, EDV-Schulungen und Angebote der beruflichen Weiterbildung auf vorwiegend niedrigem Qualifikationsniveau (Berufsorientierungskurse u.ä.). Angebote für höher qualifizierte ZuwanderInnen sind wenig entwickelt.
Auf der Ebene der Institutionen werden unterschiedliche Ansätze eines Umganges mit Pluralität empfohlen: Interkulturelle Öffnung berücksichtigt insbesondere den Migrationshintergrund der Zielgruppe. Der Ansatz des Diversity Management ist für mehrere Dimensionen von Vielfalt (Gender, Alter, sexuelle Orientierung etc.) offen.
Im Bereich der Personalentwicklung stellt sich neben der einschlägigen Weiterbildung der MitarbeiterInnen (interkulturelle Kompetenz) die Frage, wie der Zugang von Fachkräften mit Migrationshintergrund zu Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung verbessert werden könnte. Ein Modellprojekt zur Qualifizierung von BildungsberaterInnen und TrainerInnen mit Migrationshintergrund fand 2005/06 im Integrationshaus Wien statt ("Leuchtturm"). Ein Folgeprojekt ist 2008 angelaufen.
Dort wo MigrantInnen unterrepräsentiert sind (siehe Weiterbildungsbeteiligung), gilt es Zugangsbarrieren abzubauen. Dort, wo sie bereits als TeilnehmerInnen partizipieren, stehen Erwachsenenbildungseinrichtungen vor weiteren Herausforderungen - in organisatorischer und didaktischer Hinsicht. Können bestehende Konzepte und Rahmenbedingungen eine Lernumgebung gewährleisten, die der Diversität angemessen ist? Werden Bedürfnisse der Teilnehmenden ausreichend berücksichtigt, lassen sich Diskriminierungen vermeiden? Werden neue Kompetenzen in der Institution benötigt?
MigrantInnen besuchen in Österreich derzeit am häufigsten Deutschkurse, EDV-Schulungen und Angebote der beruflichen Weiterbildung auf vorwiegend niedrigem Qualifikationsniveau (Berufsorientierungskurse u.ä.). Angebote für höher qualifizierte ZuwanderInnen sind wenig entwickelt.
Auf der Ebene der Institutionen werden unterschiedliche Ansätze eines Umganges mit Pluralität empfohlen: Interkulturelle Öffnung berücksichtigt insbesondere den Migrationshintergrund der Zielgruppe. Der Ansatz des Diversity Management ist für mehrere Dimensionen von Vielfalt (Gender, Alter, sexuelle Orientierung etc.) offen.
Im Bereich der Personalentwicklung stellt sich neben der einschlägigen Weiterbildung der MitarbeiterInnen (interkulturelle Kompetenz) die Frage, wie der Zugang von Fachkräften mit Migrationshintergrund zu Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung verbessert werden könnte. Ein Modellprojekt zur Qualifizierung von BildungsberaterInnen und TrainerInnen mit Migrationshintergrund fand 2005/06 im Integrationshaus Wien statt ("Leuchtturm"). Ein Folgeprojekt ist 2008 angelaufen.
Interreligiöser Dialog
Seit einigen Jahren wird in Zusammenhang mit Zuwanderung verstärkt auch über religiöse Aspekte der Integration, meist in Bezug auf den Islam, debattiert. Diese Entwicklung steht bekanntermaßen in engem Zusammenhang mit internationaler Politik und den daraus folgenden Diskursen. Undifferenzierte Sichtweisen führen nicht selten zu Stereotypisierungen und Ausgrenzung, insbesondere von muslimischen MigrantInnen. In Österreich haben sich bei der Volkszählung 2001 4,3% der Wohnbevölkerung zum Islam bekannt.
Die Erwachsenenbildung ist gefordert, ein Ort des interkulturellen Dialogs (nicht nur in Bezug auf den Islam) zu sein und verfügt bereits über eine längere Tradition des Austausches unter Religionsgemeinschaften (z.B. jüdisch-christlicher Dialog). Hier sollen Aufklärung, Annäherung, aber auch das Thematisieren realer Konflikte und Problemlagen Platz finden. In Kooperation mit Religionsgemeinschaften wurden und werden daher vielfältige Bildungsveranstaltungen realisiert.
Einige Beispiele: Die Universität Graz führt seit 2006 die Vortragsreihe "Der Islam in Österreich und in Europa: Die Integration und Beteiligung der Muslime in der Gesellschaft" in Zusammenarbeit mit der Islamischen Religionsgemeinde Graz durch. Das Fachreferat für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog im Haus der Begegnung Innsbruck setzt seit mehreren Jahren einschlägige Akzente in seiner Bildungsarbeit. Von 2008 bis 2010 strebt das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich mit dem Projekt "Identität und Interkulturalität" die Förderung eines niederschwelligen Diskussionsprozesses an.
Die Erwachsenenbildung ist gefordert, ein Ort des interkulturellen Dialogs (nicht nur in Bezug auf den Islam) zu sein und verfügt bereits über eine längere Tradition des Austausches unter Religionsgemeinschaften (z.B. jüdisch-christlicher Dialog). Hier sollen Aufklärung, Annäherung, aber auch das Thematisieren realer Konflikte und Problemlagen Platz finden. In Kooperation mit Religionsgemeinschaften wurden und werden daher vielfältige Bildungsveranstaltungen realisiert.
Einige Beispiele: Die Universität Graz führt seit 2006 die Vortragsreihe "Der Islam in Österreich und in Europa: Die Integration und Beteiligung der Muslime in der Gesellschaft" in Zusammenarbeit mit der Islamischen Religionsgemeinde Graz durch. Das Fachreferat für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog im Haus der Begegnung Innsbruck setzt seit mehreren Jahren einschlägige Akzente in seiner Bildungsarbeit. Von 2008 bis 2010 strebt das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich mit dem Projekt "Identität und Interkulturalität" die Förderung eines niederschwelligen Diskussionsprozesses an.
Lebenslanges Lernen und Migration
Der Zugang von MigrantInnen zu Aus- und Weiterbildung erhält in neueren internationalen Dokumenten zum Lebenslangen Lernen einen wichtigen Stellenwert. Den Hintergrund dafür bilden u. a. demografische und arbeitsmarktbezogene Entwicklungen, welche auf die Bedeutung von Migration für die Zukunft der Europäischen Union aufmerksam machen. Vorhandene Potenziale sollen besser genutzt werden. Die Etablierung von Verfahren zur Validierung und Anerkennung "mitgebrachter" Qualifikationen sowie informellen Lernens werden dabei häufig als zentrale Schwerpunkte genannt. Neben wirtschaftlichen Überlegungen wäre in diesem Zusammenhang auch der Aspekt der Chancengleichheit zu berücksichtigen, der beispielsweise im Rahmen des "EQUAL"-Programmes forciert wurde.



