friedenspädagogik
Die Friedenspädagogik rückt in einer sich globalisierenden Welt zunehmend vom Rande des pädagogischen Diskurses ins Zentrum pädagogischer und bildungswissenschaftlicher Reflexion sowie erzieherischer Praxis. Gründe dafür sind veränderte bildungspolitische Rahmenbedingungen und aktuelle Anforderungen bzw. Herausforderungen an die pädagogische Praxis. Die Friedenspädagogik mit ihrer nachdrücklichen Kritik an Gewalt und ihrer Hinwendung zu einer „Kultur des Friedens“ kann als ein Gesamtkonzept beschrieben werden. Dieses umfasst Bereiche wie Interkulturelles und Globales Lernen, Menschenrechtserziehung und Konflikttransformation, Ökopädagogik sowie die Erziehung für eine nachhaltige Entwicklung.
Als Kernmerkmale der Friedenspädagogik sind beispielsweise der Abbau kultureller, struktureller aber auch direkter Gewalt, das friedliche Zusammenleben der Menschen in der Weltgesellschaft, die interkulturelle Wahrnehmung von Menschen, der konstruktive Umgang mit Konflikten sowie die Förderung globalen Bewusstseins zu nennen. Die Inhalte und Methoden der Friedenspädagogik, ihre Strukturen und Organisationsformen und ihr internationaler, komparatistischer, multipolarer und globaler Charakter, sind zentrale Bestandteile einer zukunftsorientierten und -fähigen Bildung. Die Friedenspädagogik kann daher als eine bedeutende Leitlinie für eine zeitgemäße Bildung betrachtet werden.
Friedenspädagogische Herausforderung
Die friedenspädagogische Herausforderung besteht darin, politisches Handeln und politische Bildung im globalen Maßstab zu definieren um dadurch neue Handlungsräume zu eröffnen. Die Aufgabe der Friedenspädagogik ist es, sich auf die Entwicklung einer Pädagogik des Anderen zu konzentrieren. Die Erkenntnis, dass der Respekt für die/den Anderen die individuelle Eigenheit sichert und ihre Entfaltung ermöglicht steht dabei im Vordergrund. Ziel ist die Befähigung der Menschen, sich aktiv an der Lösung der aktuellen globalen Probleme zu beteiligen. Dies erfordert globale Solidarität und die Entwicklung einer weltweiten "Kultur des Friedens". Es genügt daher nicht, bisheriger Pädagogik die Dimensionen des "globalen Bewusstseins" hinzu zu fügen. Eine verantwortungsvolle Bildung darf sich nicht darauf beschränken, nur die Lehrinhalte bereitzustellen, sondern sie muss auch die politischen Rahmenbedingungen einfordern, die für die globalen Herausforderungen unerlässlich sind.



