Bildungsstruktur und Verwertung der Bildungsabschlüsse von MigrantInnen
Grudrun Biffl und August Gächter geben anhand der Volkszählungsdaten 2001 Auskunft über Bildungsgrad und Bildungsverwertung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Bildungsstruktur der MigrantInnen in Österreich
Unter den MigrantInnen gibt es mehr Personen mit einfachem Bildungsgrad und mehr AkademikerInnen als unter den Einheimischen. Der Großteil der Personen mit Migrationshintergrund kommt aus einem anderen Sprachraum als dem deutschsprachigen. Von den 917.000 EinwohnerInnen Österreichs (11,4% der Bevölkerung), die in der Volkszählung 2001 angaben, nicht ausschließlich Deutsch zu sprechen, sprachen 51% eine Sprache aus den Nachbarländern, weitere 20% sprachen türkisch oder kurdisch (185.600).
Der Bildungshintergrund ist bei jeder Sprachgruppe unterschiedlich, da sie über unterschiedliche Kanäle nach Österreich gekommen sind und in der Folge eine unterschiedliche Rolle in der Arbeitswelt wahrnehmen. Während Philippininnen häufig als Krankenpflegerinnen nach Österreich kommen, sind Personen aus der Türkei und der Region des früheren Jugoslawien häufig Anlern- und FacharbeiterInnen.
Den jüngsten PISA-Erhebungen zufolge hat sich die Bildungsstruktur der zweiten Generation gegenüber der ersten nur schwach verbessert. Es besteht nicht nur in der Erstausbildung sondern auch in der Erwachsenenbildung ein Förderbedarf, um die Qualifikationen der MigrantInnen, und damit ihre Lebenschancen, zu verbessern.
Text: Gudrun Biffl
Der Bildungshintergrund ist bei jeder Sprachgruppe unterschiedlich, da sie über unterschiedliche Kanäle nach Österreich gekommen sind und in der Folge eine unterschiedliche Rolle in der Arbeitswelt wahrnehmen. Während Philippininnen häufig als Krankenpflegerinnen nach Österreich kommen, sind Personen aus der Türkei und der Region des früheren Jugoslawien häufig Anlern- und FacharbeiterInnen.
Den jüngsten PISA-Erhebungen zufolge hat sich die Bildungsstruktur der zweiten Generation gegenüber der ersten nur schwach verbessert. Es besteht nicht nur in der Erstausbildung sondern auch in der Erwachsenenbildung ein Förderbedarf, um die Qualifikationen der MigrantInnen, und damit ihre Lebenschancen, zu verbessern.
Text: Gudrun Biffl
Dequalifizierung
Berufliche Tätigkeiten mit geringen Bildungserfordernissen sind in Österreich zu größerem Teil mit Beschäftigten besetzt, die sehr wohl eine Ausbildung haben. In Österreich gab es Mitte 2007 rund 958.000 Beschäftigte in Hilfs- und Anlerntätigkeiten (HAT), also Tätigkeiten, für die man keine Ausbildung braucht. Davon hatten aber rund 580.000 einen Abschluss über der Pflichtschule. Weitere rund 156.000 Personen in erwerbsfähigem Alter mit einem Abschluss über der Pflichtschule waren aktuell nicht beschäftigt, zuletzt aber in einer HAT beschäftigt gewesen. Die Tendenz zur Beschäftigung in HAT trotz Ausbildung ist bei den Frauen eine Spur größer als bei den Männern.
Das Risiko, trotz Ausbildung in HAT beschäftigt zu sein, ist bei MigrantInnen stark erhöht. Von allen Beschäftigten mit Abschlüssen über der Pflichtschule aus dem nicht deutschsprachigen Ausland waren 2007 49% in HAT beschäftigt, dagegen nur 15% der Beschäftigten mit Abschlüssen aus Österreich oder dem deutschsprachigen Ausland. Die Diskrepanz war bei den Jüngeren größer als bei den Älteren.
Dafür lassen sich mannigfache Gründe anführen, die jedoch bis jetzt kaum auf ihre Stichhaltigkeit hin untersucht sind. Im Rahmen des EQUAL Programms der EU gab es mehrere Projekte, auf die Bildung aus dem Ausland aufmerksam zu machen und die Bildungsverwertung zu steigern.
Text: August Gächter
Das Risiko, trotz Ausbildung in HAT beschäftigt zu sein, ist bei MigrantInnen stark erhöht. Von allen Beschäftigten mit Abschlüssen über der Pflichtschule aus dem nicht deutschsprachigen Ausland waren 2007 49% in HAT beschäftigt, dagegen nur 15% der Beschäftigten mit Abschlüssen aus Österreich oder dem deutschsprachigen Ausland. Die Diskrepanz war bei den Jüngeren größer als bei den Älteren.
Dafür lassen sich mannigfache Gründe anführen, die jedoch bis jetzt kaum auf ihre Stichhaltigkeit hin untersucht sind. Im Rahmen des EQUAL Programms der EU gab es mehrere Projekte, auf die Bildung aus dem Ausland aufmerksam zu machen und die Bildungsverwertung zu steigern.
Text: August Gächter
Literatur
- Biffl, Gudrun (2007): Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit: die Bedeutung von Einbürgerung, Herkunftsregion und Religionszugehörigkeit. In: Fassmann, Heinz (Hrsg.): 2. Österreichischer Migrations- und Integrationsbericht. 2001-2006 (S. 265-282). Klagenfurt/Celovec:Drava.
- Gächter, August (2007). Bildungsverwertung auf dem Arbeitsmarkt. In: Fassmann, Heinz (Hrsg.): 2. Österreichischer Migrations- und Integrationsbericht. 2001-2006 (S. 246-250). Klagenfurt/Celovec: Drava.



