Good practice Österreich

Hier werden ausgewählte Good-Practice-Beispiele aus der Erwachsenenbildung vorgestellt. Um verschiedene Möglichkeiten der Anwendung von Gender Mainstreaming anschaulich zu machen, wurden eine Erwachsenenbildungseinrichtung, eine Konzeptionsarbeit, ein E-Learning-Projekt und eine Anbieterin für Gender-Mainstreaming-Produkte ausgewählt:

  • VÖGB: Implementierung von Gender Mainstreaming in einer Bildungseinrichtung
  • GemCITE: Konzeption eines Handbuchs zur Verankerung von Gender Mainstreaming in Aus- und Weiterbildungen im IT-Bereich
  • FH Joanneum: Gender Mainstreaming im E-Learning angewandt
  • GenderWerkstätte: Eine Kooperation von Frauenservice Graz und Männerberatung Graz

Verband österreichischer gewerkschaftlicher Bildung - VÖGB

Der Pilotprozess des VÖGB stellt derzeit eine der umfassendsten und engagiertesten Implementierungen von Gender Mainstreaming in einer Bildungseinrichtung dar. Das Pilotprojekt entstand im Rahmen des Gender-Mainstreaming-Implementierungsprozesses des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB). Auftrag des VÖGB war es, ein Pilotprojekt zu Gender Mainstreaming in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit durchzuführen.

Am Beginn des Prozesses standen Informationsworkshops und die Planung des Projekts. Mit Hilfe eines externen Beratungsteams erfolgte die Prozessentwicklung entlang der GeM-Spirale: Analyse, Ziele, Umsetzung, Evaluierung. In diesem Sinne wurde zunächst eine systematische Genderanalyse der Zielgruppen, der Angebote und der ReferentInnen bzw. TrainerInnen mit Hilfe der 4R-Methode erstellt. Für diese Schritte im Frühjahr 2005 boten bestehende Daten und Untersuchungen über den VÖGB hilfreiches Material.

Auf Basis der Genderanalyse erfolgte eine strukturierte Zielplanung, bei der folgende Grobziele festgesetzt wurden:

  • Die Rahmenbedingungen sind gendergerecht gestaltet.
  • Gender Mainstreaming ist als Thema etabliert.
  • Die TrainerInnen und ReferentInnen agieren gendergerecht.

Zu diesen drei Grobzielen wurden Feinziele entwickelt. Darüber hinaus wurde ein Leitbild zu Gender Mainstreaming in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit entwickelt.
Um die Ziele zu erreichen, erfolgte eine Umsetzungsplanung und die Umsetzung dieser Maßnahmen. So wurden die Rahmenbedingungen an die erhobenen Bedürfnisse von verschiedensten Frauen und Männern angepasst und damit auch neue Zielgruppen erschlossen. Die Anpassung der Veranstaltungszeiten, die Unterstützung bei Kinderbetreuungsaufgaben und gendergerechte Sprache sind entsprechende Beispiele.

Das Thema Gender Mainstreaming wurde in alle Schulungsschienen des VÖGB integriert: in den Grundkursen für Betriebsräte und Betriebsrätinnen, in den Kursen der Gewerkschaftsschule, der Sozialakademie und der Betriebsratsakademie. Außerdem ist Gender Mainstreaming Teil eines Lehrgangs für soziale Kompetenz. Für die Gewährleistung gendergerechten Handelns der TrainerInnen und ReferentInnen werden seit dem Frühjahr 2005 zusammen mit der ReferentInnenakademie der Arbeiterkammer Wien (AK Wien) laufend Schulungen, Veranstaltungen und Weiterbildungsangebote bereit gestellt. Anfang 2007 erscheint ein Leitfaden für gendergerechte gewerkschaftliche Bildungsarbeit.

Darüber hinaus erfolgen Vernetzungen mit anderen Gender-Mainstreaming-Arbeitsgruppen innerhalb des ÖGB und mit Genderbeauftragten aus ÖGB, Gewerkschaften und in allen Bundesländern. Die ersten Evaluationsschritte zeigen eine hohe Zufriedenheit in Bezug auf die Erreichung der Ziele. Gender Mainstreaming ist nie abgeschlossen und so arbeitet der VÖGB aktuell an den genannten Zielen weiter und plant weitere ambitionierte Projekte.

Gender Mainstreaming concept for it education - GemCITE

Im Rahmen der internationalen Projektpartnerschaft GemCITE wurde ein fundiertes Handbuch zur Entwicklung und Verbesserung der Qualität von IKT-Aus- und Weiterbildungen als Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern entwickelt. Das Nachschlagewerk zur Verbesserung und Reorganisation aller Teilprozesse von Bildungsarbeit wird in der deutschsprachigen Fassung von der österreichischen Projektpromotorin Verein Frauenservice Graz als Download gratis zur Verfügung gestellt.

Gender Mainstreaming im E-Learning - FH Joanneum

In einer Arbeitsgruppe des FH-Clusters wurden Konzepte für eine gendergerechte Didaktik diskutiert. Lehrende wurden in Workshops sensibilisiert und im "Genderblog" wurden Erfahrungen und Informationen im Internet zur Verfügung gestellt. E-Learning bedeutet Lernen mit dem Computer, Kommunizieren und Kooperieren im virtuellen Raum. Gerade bei einem Thema mit stark technischem Hintergrund ist es eine besondere Herausforderung, sich mit GeM-Aspekten auseinanderzusetzen. Der Genderbolg wurde leider eingestellt.

GenderWerkstätte - eine Kooperation von Frauenservice Graz und Männerberatung Graz

Die GenderWerkstätte ist eine in Europa einzigartige Kooperation eines feministischen Vereins für Frauen und eines Vereins für Männer auf der Basis kritischer Männerforschung. Im Mai 2001 entschlossen sich der Verein Frauenservice Graz und die Männerberatung Graz dazu, eine Kooperation zur fundierten (Weiter)Entwicklung von Gender Mainstreaming einzugehen.

Der Verein Frauenservice Graz arbeitet seit 17 Jahren auf konzeptueller und auf praktischer Ebene in den Bereichen Beratung, Bildung, Projekte und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Die Mitarbeiterinnen setzen den Fokus auf frauenspezifische Anliegen und Bedürfnisse sowie auf Lösungsmöglichkeiten für frauenspezifische Problemfelder (Benachteiligungen). Die Männerberatung Graz übernimmt als Institution Verantwortung für die Hinterfragung der traditionellen hegemonialen Männerrolle innerhalb unserer Gesellschaft. Sie unterstützt und berät Männer und arbeitet an positiven Männlichkeitsmodellen zu Gunsten einer geschlechterdemokratischen Gesellschaft.

Im Mai 2001 entstand aus der Kooperation des Vereins Frauenservice Graz mit der Männerberatung Graz das gemeinsame Konzept der "GenderWerkstätte" (Sigrid Fischer / Christian Scambor). Als "Ideenwerkstätte" für Gender Mainstreaming ist sie als interdisziplinärer Konzept- und Reflexionsarbeitskreis konzipiert. Auf Basis eines emanzipatorischen Geschlechterdialoges arbeiten hier Mitarbeiterinnen des Vereins Frauenservice Graz und MitarbeiterInnen der Männerberatung Graz zusammen. Der ExpertInnenkreis wurde im Laufe der Jahre durch die Mitarbeit externer KooperationspartnerInnen erweitert.
Die GenderWerkstätte bietet Gender-Mainstreaming-Workshops, -Beratungen, -Trainings und Genderanalysen an. Für die Reflexion und Weiterentwicklung der Konzepte für Genderbildung und Angebote für Gender Mainstreaming wird auf Fachdiskussionen aus der Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung, praktische Erfahrungen sowie individuelle Positionen und Expertisen Bezug genommen.

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Interkulturelle Erwachsenenbildung
Migration: Neue Herausforderungen für die Erwachsenenbildung.
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Good practice Österreich

Hier werden ausgewählte Good-Practice-Beispiele aus der Erwachsenenbildung vorgestellt. Um verschiedene Möglichkeiten der Anwendung von Gender Mainstreaming anschaulich zu machen, wurden eine Erwachsenenbildungseinrichtung, eine Konzeptionsarbeit, ein E-Learning-Projekt und eine Anbieterin für Gender-Mainstreaming-Produkte ausgewählt:

  • VÖGB: Implementierung von Gender Mainstreaming in einer Bildungseinrichtung
  • GemCITE: Konzeption eines Handbuchs zur Verankerung von Gender Mainstreaming in Aus- und Weiterbildungen im IT-Bereich
  • FH Joanneum: Gender Mainstreaming im E-Learning angewandt
  • GenderWerkstätte: Eine Kooperation von Frauenservice Graz und Männerberatung Graz

Verband österreichischer gewerkschaftlicher Bildung - VÖGB

Der Pilotprozess des VÖGB stellt derzeit eine der umfassendsten und engagiertesten Implementierungen von Gender Mainstreaming in einer Bildungseinrichtung dar. Das Pilotprojekt entstand im Rahmen des Gender-Mainstreaming-Implementierungsprozesses des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB). Auftrag des VÖGB war es, ein Pilotprojekt zu Gender Mainstreaming in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit durchzuführen.

Am Beginn des Prozesses standen Informationsworkshops und die Planung des Projekts. Mit Hilfe eines externen Beratungsteams erfolgte die Prozessentwicklung entlang der GeM-Spirale: Analyse, Ziele, Umsetzung, Evaluierung. In diesem Sinne wurde zunächst eine systematische Genderanalyse der Zielgruppen, der Angebote und der ReferentInnen bzw. TrainerInnen mit Hilfe der 4R-Methode erstellt. Für diese Schritte im Frühjahr 2005 boten bestehende Daten und Untersuchungen über den VÖGB hilfreiches Material.

Auf Basis der Genderanalyse erfolgte eine strukturierte Zielplanung, bei der folgende Grobziele festgesetzt wurden:

  • Die Rahmenbedingungen sind gendergerecht gestaltet.
  • Gender Mainstreaming ist als Thema etabliert.
  • Die TrainerInnen und ReferentInnen agieren gendergerecht.

Zu diesen drei Grobzielen wurden Feinziele entwickelt. Darüber hinaus wurde ein Leitbild zu Gender Mainstreaming in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit entwickelt.
Um die Ziele zu erreichen, erfolgte eine Umsetzungsplanung und die Umsetzung dieser Maßnahmen. So wurden die Rahmenbedingungen an die erhobenen Bedürfnisse von verschiedensten Frauen und Männern angepasst und damit auch neue Zielgruppen erschlossen. Die Anpassung der Veranstaltungszeiten, die Unterstützung bei Kinderbetreuungsaufgaben und gendergerechte Sprache sind entsprechende Beispiele.

Das Thema Gender Mainstreaming wurde in alle Schulungsschienen des VÖGB integriert: in den Grundkursen für Betriebsräte und Betriebsrätinnen, in den Kursen der Gewerkschaftsschule, der Sozialakademie und der Betriebsratsakademie. Außerdem ist Gender Mainstreaming Teil eines Lehrgangs für soziale Kompetenz. Für die Gewährleistung gendergerechten Handelns der TrainerInnen und ReferentInnen werden seit dem Frühjahr 2005 zusammen mit der ReferentInnenakademie der Arbeiterkammer Wien (AK Wien) laufend Schulungen, Veranstaltungen und Weiterbildungsangebote bereit gestellt. Anfang 2007 erscheint ein Leitfaden für gendergerechte gewerkschaftliche Bildungsarbeit.

Darüber hinaus erfolgen Vernetzungen mit anderen Gender-Mainstreaming-Arbeitsgruppen innerhalb des ÖGB und mit Genderbeauftragten aus ÖGB, Gewerkschaften und in allen Bundesländern. Die ersten Evaluationsschritte zeigen eine hohe Zufriedenheit in Bezug auf die Erreichung der Ziele. Gender Mainstreaming ist nie abgeschlossen und so arbeitet der VÖGB aktuell an den genannten Zielen weiter und plant weitere ambitionierte Projekte.

Gender Mainstreaming concept for it education - GemCITE

Im Rahmen der internationalen Projektpartnerschaft GemCITE wurde ein fundiertes Handbuch zur Entwicklung und Verbesserung der Qualität von IKT-Aus- und Weiterbildungen als Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern entwickelt. Das Nachschlagewerk zur Verbesserung und Reorganisation aller Teilprozesse von Bildungsarbeit wird in der deutschsprachigen Fassung von der österreichischen Projektpromotorin Verein Frauenservice Graz als Download gratis zur Verfügung gestellt.

Gender Mainstreaming im E-Learning - FH Joanneum

In einer Arbeitsgruppe des FH-Clusters wurden Konzepte für eine gendergerechte Didaktik diskutiert. Lehrende wurden in Workshops sensibilisiert und im "Genderblog" wurden Erfahrungen und Informationen im Internet zur Verfügung gestellt. E-Learning bedeutet Lernen mit dem Computer, Kommunizieren und Kooperieren im virtuellen Raum. Gerade bei einem Thema mit stark technischem Hintergrund ist es eine besondere Herausforderung, sich mit GeM-Aspekten auseinanderzusetzen. Der Genderbolg wurde leider eingestellt.

GenderWerkstätte - eine Kooperation von Frauenservice Graz und Männerberatung Graz

Die GenderWerkstätte ist eine in Europa einzigartige Kooperation eines feministischen Vereins für Frauen und eines Vereins für Männer auf der Basis kritischer Männerforschung. Im Mai 2001 entschlossen sich der Verein Frauenservice Graz und die Männerberatung Graz dazu, eine Kooperation zur fundierten (Weiter)Entwicklung von Gender Mainstreaming einzugehen.

Der Verein Frauenservice Graz arbeitet seit 17 Jahren auf konzeptueller und auf praktischer Ebene in den Bereichen Beratung, Bildung, Projekte und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Die Mitarbeiterinnen setzen den Fokus auf frauenspezifische Anliegen und Bedürfnisse sowie auf Lösungsmöglichkeiten für frauenspezifische Problemfelder (Benachteiligungen). Die Männerberatung Graz übernimmt als Institution Verantwortung für die Hinterfragung der traditionellen hegemonialen Männerrolle innerhalb unserer Gesellschaft. Sie unterstützt und berät Männer und arbeitet an positiven Männlichkeitsmodellen zu Gunsten einer geschlechterdemokratischen Gesellschaft.

Im Mai 2001 entstand aus der Kooperation des Vereins Frauenservice Graz mit der Männerberatung Graz das gemeinsame Konzept der "GenderWerkstätte" (Sigrid Fischer / Christian Scambor). Als "Ideenwerkstätte" für Gender Mainstreaming ist sie als interdisziplinärer Konzept- und Reflexionsarbeitskreis konzipiert. Auf Basis eines emanzipatorischen Geschlechterdialoges arbeiten hier Mitarbeiterinnen des Vereins Frauenservice Graz und MitarbeiterInnen der Männerberatung Graz zusammen. Der ExpertInnenkreis wurde im Laufe der Jahre durch die Mitarbeit externer KooperationspartnerInnen erweitert.
Die GenderWerkstätte bietet Gender-Mainstreaming-Workshops, -Beratungen, -Trainings und Genderanalysen an. Für die Reflexion und Weiterentwicklung der Konzepte für Genderbildung und Angebote für Gender Mainstreaming wird auf Fachdiskussionen aus der Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung, praktische Erfahrungen sowie individuelle Positionen und Expertisen Bezug genommen.

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