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Integration auf dem Rasen oder wie das BFI KickerInnen fit in Deutsch macht

25.05.2016, Text: Michaela Schneider, BFI Österreich
Sturm Graz setzt auf DaF-Kurse für LegionärInnen. Das BFI Steiermark liefert sie. Ein Gewinn für alle. (Serie: Erwachsenenbildung in der Migrationsgesellschaft)
  • Foto: © Gepa Pictures
    Integrationsmotor – Fußball stärkt den Zusammenhalt
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    Von Profis für Profis: Deutschkurse des BFI Steiermark bei Sturm Graz
Migration und Integration abseits der Schlagzeilen

Seit Herbst 2013 kooperiert das BFI Steiermark mit dem SK Puntigamer Sturm Graz. Ziel der Zusammenarbeit ist es, vor allem die mündlichen Deutschkenntnisse von nicht deutschsprachigen TeamspielerInnen zu verbessern. Der SK Sturm sieht darin einerseits einen wichtigen Beitrag zur Integration der SpielerInnen und andererseits auch eine Voraussetzung für den Erfolg der Kampfmannschaft und des Damenteams. "Nur wer sich am Platz mit seinen TeamkollegInnen austauschen kann, wird auch Top-Leistungen erbringen", ist sich Gerhard Goldbrich, der General Manager des Vereins, sicher.

 

Sich verständigen können ist Lebensqualität

Von Deutschkenntnissen profitieren die FußballerInnen freilich nicht nur auf dem Spielfeld oder in der Kabine. Auch im Alltag ist es nützlich, wenn sie sich in der Landessprache verständigen können – egal, ob es sich um Amtswege handelt oder um Freizeit ganz allgemein. "Die Verständigung ist ein zentraler Punkt, was die Lebensqualität angeht", so Vereinsmanager Goldbrich. Und bei der Sprachförderung denkt der Verein auch an die Karriere seiner SpielerInnen nach der Profi-Laufbahn.

 

Einmal wöchentlich Anpfiff für Deutsch

Zu fünft lernen die Sturm-SpielerInnen derzeit Deutsch: Da ist einmal Emily Cancienne, die US-Legionärin im Bundesligateam. Zusammen mit vier Kollegen absolviert sie jeden Mittwoch drei Unterrichtseinheiten. Der Australier James Jeggo ist ebenso dabei wie die beiden Griechen Babis Lykogiannis und Tasos Avlonitis sowie Bright Edomwonyi aus Nigeria. Zwar sind die Vorkenntnisse nicht ganz einheitlich, doch lässt sich in der Kleingruppe flexibel auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Das garantiert der Schulungspartner BFI Steiermark mit seinen qualifizierten und erfahrenen Trainerinnen.

 

Es darf sogar ein bisserl mehr sein

Dass es an Interesse und Zielstrebigkeit nicht fehlt, stellt Emily Cancienne unter Beweis: Im März besuchte sie zusätzlich einen DaF-Intensivkurs. "Vier Wochen lang, von Montag bis Freitag täglich vier Stunden", erzählt die 23-jährige Mittelfeldspielerin auf Deutsch. Woher ihr Eifer kommt? "Ich möchte meine Kolleginnen beim Training und im Spiel besser verstehen und für den Herbst plane ich, ein Sportstudium zu starten. Da brauche ich Deutsch dringend", meint die ehrgeizige US-Amerikanerin. Selbst den dreimonatigen Heimaturlaub, von November bis Februar, hatte sie in Baton Rouge, Louisiana, fleißig zum Deutschlernen genützt.

 

Bewährte Kooperation

Mittlerweile sind die Deutschkurse des BFI Steiermark schon in der dritten Saison fixer Bestandteil jeder Trainingswoche bei Sturm Graz. Wilhelm Techt, Geschäftsführer am BFI Steiermark, war von Anfang an vom Erfolg der Kooperation überzeugt: "Wenn das BFI als führender steirischer Bildungsanbieter mit dem erfolgreichsten steirischen Fußballklub SK Sturm in Sachen Aus- und Weiterbildung für Fußballer kooperiert, weiß man jetzt schon, dass es eine erfolgreiche Zusammenarbeit werden wird." Und so ist es auch gekommen. Nach wie vor sorgt das BFI Steiermark dafür, "dass die neuen SK-Sturm-Spieler ihre zahlreichen Tore nach dem Spiel möglichst perfekt in deutscher Sprache kommentieren können und sich somit auch schnell in die Profi-Mannschaft einfinden." Dabei ist es mit Cancienne neuerdings eine Spielmacherin, die den Herren das Tempo vorgibt.

 

Serie: Erwachsenenbildung in der Migrationsgesellschaft

Integrationskurse und Spracherwerb mögen ein Anfang sein. Doch wenn es um den sozialen Wandel geht, der mit Zuwanderung verbunden ist, sind die Menschen mit Migrationserfahrung nur eine der Zielgruppen von Erwachsenenbildung. Die Anforderungen der Migrationsgesellschaft betreffen uns alle. Fragen nach Teilhabe, Verständigung und Zusammenleben stellen sich immer wieder neu. Wie Erwachsenenbildung diese Anforderungen beschreibt, reflektiert und deutet, und welche Angebote für Lernen und Bildung sie ihnen entgegen bringt, ist Gegenstand einer Serie von Artikeln auf erwachsenenbildung.at. Alle Beiträge in der Serie finden Sie hier.