Technologien ersetzen Lehren und Lernen nicht, unterstützen es aber
Technologien ersetzen Lehren und Lernen nicht, unterstützen es aber

Technologien für das Lernen, die man kennen sollte

13.11.2015, Birgit Aschemann u. Wilfried Hackl, Online-Redaktion
Die Fülle digitaler Tools für das Lehren und Lernen ist enorm. Wir haben hier einige erprobte Technologien für Sie zusammengestellt - viele davon sind kostenlos. (Serie: Digitale Technologien und Ressourcen für die Erwachsenenbildung)
Mit den neuen Technologien ist vieles leichter geworden. Wir alle sind erheblich mehr vernetzt, Zugangsschwellen sind gefallen und Technologien sind mehr in den Alltag integriert, als noch vor zehn Jahren. Besonders dem Smartphone und seiner breiten Funktionalität schreiben ExpertInnen viel Potenzial zu - auch, weil es längst mehr verbreitet ist, als PCs und Notebooks. In Norwegen etwa gibt es schon Beispiele für Basisbildungskurse, für die Teilnehmende nichts als ein Smartphone und wenige Apps benötigen. 

 

Wir stellen Ihnen hier einige nützliche digitale Tools für den Einsatz in eLearning und Blended Learning Szenarien vor, die sich in unserer Praxis bewährt haben.

 

Zusammentreffen im Netz

 

Es ist wesentlich einfacher geworden sich zu online treffen, auch simultan und über den schriftlichen Chat hinaus. Kostenfreie Skype-Meetings oder Google Hangouts kommen einem echten Treffen bereits nahe und bieten auch Möglichkeiten einer Beratung oder "Sprechstunde". Man sieht das Gegenüber live in online-Treffen oder Webinaren. Neben der verbreiteten Adobe Connect Technologie  stehen mit edudip  und GoToMeeting  auch auch Alternativen zur Verfügung. 

 

Mehr als Folien einsetzen

 

Eine Präsentation aus Powerpoint oder Prezi kann man nicht nur zeigen, sondern auch verfilmen und mit dem eigenen Audiokommentar hinterlegen. Inhalte können generell durch die Einbindung von Kurzvideos lebendiger vermittelt werden. Damit sinkt die oft beklagte Textlastigkeit. Eine Bildschirmpräsentation lässt sich auch am eigenen Rechner vorbereiten und aufzeichnen, so kann man sich im Live-Einsatz auf andere Dinge konzentrieren. Dieses Video des "Tutorial Center" erklärt am eigenen Beispiel, wie das mit gängiger Software geht.

 

 

Teilnehmende einbinden

 

Fragen oder Anliegen kann man vor oder während eines Treffens auf einer virtuellen Pinwand wie Padlet sammeln. Mit edupad werden Texte gemeinsam verfasst - Google Docs hat eine ähnliche Funktionalität. Bietet man neben Texten und Videos auch noch Links zu weiteren Ressourcen an, so hat man zentrale Inhalte schon vor einem Treffen vermittelt. Das persönliche Treffen steht dann für Austausch und Diskussion zur Verfügung: der "umgekehrte Kurs" (flipped classroom) findet statt. 

 

Wer schließlich ein anonymes Kursfeedback gerne in den Worten der TeilnehmerInnen liest, verwendet vielleicht vor Ort ein Mini-Umfragetool wie Answergarden - und erhält eine Word Cloud, also eine Wortbildwolke mit gewichteten Ergebnissen als sichtbaren Output. 

 

Seminardokumentation digital

 

Zum Dokumentieren von Flipcharts, Whiteboards und Pinnwänden erweist sich die kostenlose App Office Lens (Android, Apple) als hilfreich. Sie macht Fotos, entzerrt und beschneidet sie, sodass auch Aufnahmen mit schrägem Blickwinkel gleich gelingen.

 

Skripten, Handouts, gemeinsam erarbeitete Ergebnisse und Protokolle lassen sich mit Cloud-Diensten wie Dropbox  oder Google Drive teilen. Wer dabei an eine breitere Community denkt und die eigene Präsentation auch gleich veröffentlichen will, nutzt beispielsweise Slideshare.

 

E-Learning Plattformen integrieren vielfältige Funktionen

 

Lernplattformen wie Moodle bieten eine vorgefertigte Umgebung für viele dieser Funktionen. In Österreich fördert das Bildungsministerium den Betrieb von Moodle und den Zugang für Bildungsanbieter gegen eine relativ geringe Gebühr. Chats, Foren, Wikis, Umfragen und viele andere Lernwerkzeuge sind bereits integriert. 

 

Didaktik ≠ Tools

 

Die hier aufgeführten Tools bilden eine redaktionelle Auswahl und stellen das Thema längst nicht erschöpfend dar. Aber die Auswahl hat sich vielfach im Praxiseinsatz bewährt. Im nächsten Beitrag zu dieser Serie befassen wir uns mit den didaktischen Überlegungen, die den Einsatz der hier beschriebenen Tools begleiten oder ihm vorausgehen sollten.

 

Serie: Digitale Technologien und Ressourcen für die Erwachsenenbildung

In einer Serie von praxisnahen Beiträgen berichtet erwachsenenbildung.at über digitale Möglichkeiten für das Lernen und Lehren von und mit Erwachsenen. Enorme Chancen sind damit verbunden, was Öffnung, Kommunikation und Austausch, aber auch Arbeitserleichterung und Effizienz betrifft. Die Serie soll dazu ermutigen, die technischen Möglichkeiten zu erproben und sich diese letztlich (individuell und als Bildungssektor) anzueignen. Alle bisher erschienenen Beiträge der Serie finden Sie hier.

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