Tiere als Lernbegleiter in der Erwachsenenbildung
Tiere als Lernbegleiter in der Erwachsenenbildung

Mit Tieren lebenslang lernen

27.05.2011, Katharina Lierzer, Online-Redaktion
Das Konzept der tiergestützten Pädagogik fördert Bildungs- und Lernprozesse in der Erwachsenenbildung, z.B. mit Älteren.
Die tiergestützte Pädagogik geht davon aus, dass sich der Kontakt zu einem Tier positiv auf menschliche Lern- und Entwicklungsprozesse auswirkt. Dadurch sei es oftmals möglich, in der pädagogischen Arbeit mit einem Tier Bildungs- oder Lernschwierigkeiten Erwachsener zu vermindern, so das Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT).

Tiere als Lernbegleiter
Vor allem in den USA und einigen europäischen Ländern - darunter auch Österreich - wird tiergestützte Pädagogik bereits seit vielen Jahren in unterschiedlichen Lern- und Bildungskontexten eingesetzt. Unterschiedliche Tiere wie zum Beispiel Pferde, Katzen, Meerschweinchen und Hunde unterstützen dabei PädagogInnen und TherapeutInnen in Kindergärten, Schulen oder SeniorInnenheimen bei ihrer Arbeit und begleiten diese als "Co-PädagogInnen" - so werden die Tiere häufig genannt.

Zum Beispiel: Leseförderung
Erste wissenschaftliche Dokumentationen dieses Konzepts stammen aus den 1960er Jahren. So zeigten zum Beispiel Studien der Organisation Intermountain Therapy Animals (ITA), dass sich die Lesekompetenz von Schulkindern verbesserte, indem sie regelmäßig einem Leseassistenzhund vorlaßen. Studien mit Schulhunden konnten nachweisen, dass sich die Anwesenheit des Tieres im Unterricht positiv auf die Konzentrations- und Lernbereitschaft der SchülerInnen auswirkte (IEMT).  

Tiergestützte Pädagogik unterstützt Aktives Altern
"Auch in der Erwachsenenbildung lässt sich tiergestütze Pädagogik sinnvoll umsetzen", so Gabi Glaser von Special Animals, einem Verein für tiergestützte Pädagogik und Therapie in Wien. Laut Glaser kann tiergestützte Pädagogik hier vor allem ältere Menschen unterstützen, aktiv zu bleiben und zu lernen. So setzen zum Beispiel Tiere in SeniorInnenwohnheimen Lernprozesse in Gang, indem sie die BewohnerInnen durch regelmäßige Besuche befähigen, wieder aktiv am Leben ihrer sozialen Umgebung teilzunehmen.

Hund umgeht Bildungsbarrieren älterer Menschen
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Lebenslangen Lernen zeigen, dass die Weiterbildungsbeteiligung im höheren Alter nachlässt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit häufig Barrieren dar, die Bildung und Lernen im Alter verhindern. Das Konzept der tiergestützten Pädagogik geht davon aus, dass diese Schwierigkeiten in vielen Fällen überwunden werden können. Dazu Glaser: "Tiere besitzen einen natürlichen Aufforderungscharakter, der Menschen dazu veranlasst, sowohl körperlich als auch geistig aktiv zu werden. Sei es beispielsweise durch das Streicheln, Bürsten oder gar Spazierenführen des Tieres. Die Vorfreude auf den Besuch eröffnet Perspektiven und unterstützt die Zukunftsgerichtetheit der Person." Über einen therapeutischen Zweck hinaus schafft die Arbeit mit Tieren wie z.B. Hunden so wieder Zugänge zu einer lustvollen Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Lebens, also zum Lernen.
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