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Ehemaliger Direktor des BFI verstorben

24.01.2017, Text: Dr. Michael Sturm, Redaktion: Michaela Schneider, BFI Österreich
Das Berufsförderungsinstitut trauert um seinen langjährigen Leiter Prof. Dr. Bernard Ingrisch, der am 14. Jänner 2017 im 84. Lebensjahr in Wien verstarb.
  • Foto: Bernd Ingrisch
    Bernard Ingrisch war Zeit seines Lebens Erwachsenenbildner aus Überzeugung
Von Anfang an am BFI

 

Mit dem Ableben von Bernard Ingrisch hat die österreichische Erwachsenenbildung einen ihrer profiliertesten Vertreter verloren. Dem Berufsförderungsinstitut der AK und des ÖGB (BFI) war er fast sein gesamtes Berufsleben über eng verbunden.

 

Psychologe, Lehrer, Vortragender

 

Der am 30. Mai 1933 in Wien geborene Bernard Ingrisch studierte Psychologie und Völkerkunde an der Universität Wien. Nach seiner Promotion wurde er 1960 Mitarbeiter des BFI und war ab 1979 dessen Leiter. 1987 wechselte er in die AK Wien, blieb jedoch bis 1995 Geschäftsführer des BFI Österreich. Er war mit der Konzeption und Organisation von beruflichen und weiterbildenden Schulungen betraut und wirkte als Trainer und Vortragender in der Wirtschaft, in politischen Institutionen, an der Universität Wien und an der Pädagogischen Akademie des Bundes. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen in der Erwachsenenbildung sowie in der Betriebspsychologie wurde ihm 1982 der Berufstitel Professor verliehen.

 

Vielseitiges Wirken

 

Bei all seinen vielfältigen Tätigkeiten standen die bildungspolitischen Anliegen der ArbeitnehmerInnen im Vordergrund. Diese vertrat er in zahlreichen Gremien des Unterrichts- und des Sozialministeriums, in der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs sowie in der Hörer- und Sehervertretung des ORF. Zudem war er seit 1969 jahrzehntelang als Vorsitzender der Volkshochschule Margareten und später als stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Wiener Volksbildung aktiv.

 

Ein Leben für die Erwachsenenbildung

 

Kennzeichnend für das Wirken von Ingrisch war, dass er von der Lernfähigkeit der Menschen, unabhängig von der sozialen Herkunft und Ausbildung, überzeugt war. Er motivierte und förderte die Menschen in seinem Umfeld und setzte sich dafür ein, dass der Zugang zur Weiterbildung Erwachsenen immer offen stehen muss und das Erlangen von Bildungsabschlüssen nicht auf die Schule beschränkt bleiben darf. Die Forderung nach Chancengerechtigkeit war ihm eine Herzensangelegenheit: Das gebührenfreie Nachholen des Pflichtschulabschlusses geht auf seine Initiative zurück. Bei den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen machte er sich vor allem für die FacharbeiterInnen-Intensivausbildungen, die Übungsfirmen und das Training on the Job stark. Bildungsberatung, die er schon sehr früh forcierte, war für ihn ein wichtiges Instrument zum Aufspüren von Problemlagen, die es zu beseitigen galt. Seine Anliegen und Überzeugungen hat er sehr hartnäckig und oft kompromisslos verfolgt. Er ist Zeit seines Lebens immer ein höchst politischer Mensch geblieben.

 

Großer Verlust

 

Am 14. Jänner 2017 verstarb Bernard Ingrisch in Wien. Die österreichische Erwachsenenbildung hat einen wichtigen Wegbereiter, das BFI eine prägende Leitfigur, die ArbeitnehmerInnenbewegung einen engagierten Kämpfer für mehr Gerechtigkeit verloren. Seine Persönlichkeit und sein nachhaltiges Wirken machen ihn jedoch unvergesslich!

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